Der Stürmer „kann sich wieder reinspielen“

Allofs macht Wagner Mut

Sandro Wagner hat bei Werder derzeit einen schweren Stand.

Bremen - Was waren das noch für Zeiten: Sandro Wagner schoss Werder Bremen am 19. März mit seinem bislang einzigen Bundesliga-Doppelpack zum 3:1-Sieg in Nürnberg. Es waren zwei von fünf Toren in der Rückrunde.

Der 23-jährige Stürmer, der im Frühjahr als „nuckelnder Roboter“ gefeiert wurde, war richtig wichtig. Am 17. September, fast auf den Tag genau ein halbes Jahr später, spielte Werder wieder beim „Club“ – doch von Wagner war weit und breit nichts zu sehen. Er fehlte im Kader, mal wieder.

Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwoch

„Wenn man mal irgendwo gewesen ist, gibt es keine Garantie, dass man das Gleiche wieder erreicht. Man darf sich nicht zurücklehnen und denken, man muss nichts mehr nachweisen“, meinte Trainer Thomas Schaaf gestern. Das heißt: Wagner zeigt zu wenig, durfte am Sonntag – anders, als einige andere Spieler aus der U 23 – nicht mal zum Testspiel nach Höpfingen reisen. „Er hatte komplett gegen Chemnitz gespielt. Und vorne hatten wir auch nicht so großen Bedarf, deshalb ist er nicht nachgekommen“, erklärte Werder-Sportchef Klaus Allofs und fügte mit Blick auf Wagners derzeit miserable Position an: „Sandro hat die Vorbereitung nicht komplett mitgemacht. Da konnte er sich nicht so in Szene setzen, da sind andere an ihm vorbeigezogen. Aber das ist nur eine Momentaufnahme.“

Allerdings eine sehr frustrierende für Wagner: Im Profiteam, wo laut Allofs „ein sehr großer Konkurrenzkampf“ herrscht, bringt er es in dieser Saison lediglich auf 17 Einsatzminuten (beim Pokal-Aus in Heidenheim). Fünf Partien bestritt er schon für Werder II in der Dritten Liga. „Es ist etwas unheimlich Wertvolles, dort spielen zu dürfen. Said Husejinovic (als Nicht-EU-Ausländer, Anm. d. Red.) durfte es zum Beispiel nicht. Er hat nur trainiert, trainiert, trainiert. Und es ist eine wunderbare Chance, sich selbst zu fordern, sich zu beweisen, alles aus sich herauszuholen“, findet Schaaf. Überzeugend war aber nur Wagners Auftritt in Unterhaching, als er beim überraschenden 2:0 sein einziges Tor erzielte. Danach folgte gleich ein schwaches Spiel gegen Chemnitz (0:2).

Doch Allofs glaubt weiter an den Stürmer und macht ihm Mut: „Natürlich besteht in solchen Situationen immer die Gefahr, dass man sich hängenlässt oder die Einsätze in der U 23 nicht als Chance, sondern als Bestrafung sieht. Aber Sandro ist da nicht auf dem falschen Weg.“ Wagner könne sich „wieder reinspielen. Ich glaube, das hat er verstanden.“ Auch Schaaf hofft auf baldige Besserung: „Das wünsche ich ihm.“

Wie Wagner selbst über seine Situation bei Werder denkt, verrät er nicht. Der 23-Jährige schweigt seit Wochen. · mr/kni

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