„Von ihm muss jetzt etwas kommen“

Allofs macht Boenisch Druck

Selbstkritisch: Werders Linksverteidiger Sebastian Boenisch weiß, dass er „ruhiger werden“ und sich in der kommenden Saison steigern muss.

BAD WALTERSDORF · Sie vertrauen ihm. Sie vertrauen Sebastian Boenisch sogar so sehr, „dass wir ihm keinen gestandenen Spieler vor die Nase setzen“. Doch irgendwann ist auch Klaus Allofs mit seiner Geduld am Ende. Und so fordert der Werder-Boss vom Linksverteidiger: „Von ihm muss jetzt was kommen, er muss den nächsten Schritt machen!“

Die Qualitätsfrage stellt sich für Allofs nicht. „Sebastian ist mit seinen Fähigkeiten prädestiniert für diese Position. Er ist schnell, athletisch, beidfüßig und stark im Kopfballspiel“, schwärmt der Ex-Profi. Und er weiß auch, woran es bisher hapert: „ Sebastian ist jemand, der will und will und will. Dabei strotzt er nur so vor Kraft und überdreht.“ Die Folge: Boenisch macht Fehler im Aufbauspiel, rennt sich vorne fest und vernachlässigt die Defensive. Deshalb hat er in der vergangenen Saison zeitweise sogar seinen Stammplatz an Aushilfskraft Petri Pasanen verloren – einem Rechtsfuß und gelernten Innenverteidiger.

Grundsätzlich zeigt sich Boenisch einsichtig: „Klaus Allofs hat Recht, ich muss ruhiger auf dem Platz werden – vielleicht mal auf den Ball treten und hintenrum spielen. In erster Linie bin ich Abwehrspieler.“ Doch der 23-Jährige ist eben auch jemand, der sich weder auf dem Platz noch bei Gesprächen über Fußball wirklich zügeln kann. Irgendwann geht der Gaul mit ihm durch. Gefragt nach dem besten Linksverteidiger der WM, nennt er Portugals überragenden Fabio Coentrao – und scheut eben nicht einen ziemlich selbstbewussten Vergleich: „Wir sind leistungsmäßig nicht weit voneinander entfernt, uns trennen nur Kleinigkeiten. Ich muss nur konstanter werden. Bei der nächsten WM will ich dabei sein – und vielleicht redet dann der Coentrao so über mich, wie ich jetzt über ihn.“

An Selbstvertrauen mangelt es Boenisch wahrlich nicht. Das macht ihn keineswegs unsympathisch, das ist auch nicht verkehrt, genausowenig wie seine erfrischend offene Art. Aber selbst Allofs hat schon vor Boenischs Vergleich mit Coentrao festgestellt, dass der U 21-Europameister zu sehr auf andere schaut: „Vielleicht belastet es ihn, dass er gemerkt hat, wie sein Kumpel Mesut Özil an ihm vorbeigezogen ist.“ Philipp Bargfrede hat den Abwehrmann in der öffentlichen Wertschätzung ebenfalls überholt. Boenisch möchte aber auch ein Star sein, dafür arbeitet er hart. „Ich gönne Mesut den Erfolg“, sagt er – und es klingt ehrlich. Allein mag er diese Aussage allerdings nicht stehen lassen und merkt schnell noch an: „Ich weiß, dass meine Zeit auch kommen wird.“

Werder denkt genauso. Die Gespräche über eine vorzeitige Verlängerung des nach dieser Saison auslaufenden Vertrags sind bereits gestartet – „und gut gewesen“, wie Boenisch verrät. Er will gerne bleiben. Er fühlt sich wohl, auch wenn er gerade etwas Probleme mit der rechten Wade hat. „Aber das ist keine große Sache“, versichert er. Schließlich soll ihn jetzt nichts und niemand stoppen, denn Boenisch – wohl erzogen, wie er nun einmal ist – weiß, bei wem er sich bedanken muss: „Es ehrt mich, dass der Verein so hinter mir steht. Dieses Vertrauen will ich unbedingt rechtfertigen.“

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