Sportchef wirft nicht hin / „Es besteht keine Feindschaft zwischen Willi und mir“

Allofs kämpft weiter für eine starke Mannschaft

Haben klare Vorstellungen, wie die sportliche Qualität der Mannschaft erhöht werden muss: Sportdirektor Klaus Allofs (li.) und Trainer Thomas Schaaf.

Bremen - Bei Werder Bremen tobt ein Machtkampf. Auf der einen Seite steht die Allianz aus Sportlicher Leitung um Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf sowie einigen Profis, die angesichts der dramatischen personellen Situation in der Abwehr dringend Verstärkungen fordern.

Auf der anderen Seite der Aufsichtsrat mit Willi Lemke an der Spitze, der aus wirtschaftlichen Gründen kein weiteres Geld für Spieler freigeben will. Die Fronten sind verhärtet. Und erste Spekulationen werden laut, dass sowohl Sportchef Allofs als auch Coach Schaaf als Konsequenz aus der scheinbar ergebnislosen Grundsatzdiskussion ihre 2012 auslaufenden Verträge nicht verlängern werden. Es wäre das Ende der dann 13-jährigen erfolgreichen Ära Allofs/Schaaf an der Weser.

Dass es so weit kommen könnte, schloss Allofs gestern nicht kategorisch aus. Zwar sei „die Tendenz momentan nicht gegeben“, doch „wenn es nicht mehr passen sollte, wir unsere Arbeit nicht mehr machen können, wie wir sie uns vorstellen, wenn die Chemie nicht mehr stimmt – ist es durchaus möglich, dass man dann getrennte Wege geht“, erklärte der 54-Jährige. Allofs will das aber nur als eine grundsätzliche Einschätzung verstanden wissen, nicht als das, wonach es klingt: ein Druckmittel in der momentanen Situation, mit dem er dem Aufsichtsrat die Pistole auf die Brust drückt.

Doch stimmt die Chemie zwischen dem Werder-Boss und Aufsichtsratschef Lemke noch? „Es besteht keine Feindschaft zwischen Willi und mir“, beteuerte der Sportdirektor. Gleichwohl will er weiter dafür kämpfen, zu Saisonbeginn eine starke Mannschaft auf den Platz zu bringen. Und das geht nur, wenn die Abwehr, in der gleich vier Spieler ausfallen, mit weiteren Akteuren verstärkt wird.

Als Vorsitzender der Geschäftsführung schlagen in Allofs’ Brust zwei Herzen. Das finanzielle und das sportliche. „Ich würde am liebsten auch kein Geld mehr ausgeben“, sagte der Ex-Nationalspieler, „doch wir haben eine außergewöhnliche Situation, und der Trainer sowie ich sind in großem Maße für die sportliche Entwicklung der Mannschaft verantwortlich. Ich stelle mich also nicht hin und sage: ,So, hier ist der Klaus, der nur Geld ausgeben will und sich um die Finanzen des Vereins keine Gedanken macht.’ Natürlich kann ich auch die Meinung des Aufsichtsrates verstehen, doch wir haben einfach momentan die sportliche Notwendigkeit, noch Spieler zu holen“, erklärte Allofs. Und das, so der Werder-Boss, dürfe nicht ausgeblendet werden.

Von daher sei es jetzt wichtig, dass sich Geschäftsführung und Aufsichtsrat an einen Tisch setzen, „um eine Lösung zu finden, mit der beide Seiten Leben können“, betonte Allofs: „Wir müssen zu einer Einvernehmlichkeit kommen.“

Und die Zeit drängt. Am 5. August ist Ligastart. Es wäre fatal, wenn die Bremer in der Abwehr dann nur aus ihrem momentanen Potenzial schöpfen könnten. Außerdem haben die betroffenen Spieler, an denen Werder interessiert ist, nicht ewig Lust darauf zu warten, ob sie nun zu Werder wechseln dürfen oder nicht. „Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem sich ein Spieler entscheiden wird, das ist doch klar“, weiß Allofs: „Und wenn man Pech hat, verliert man diesen Spieler dann.“ Sokratis Papastathopoulos (23/FC Genua), erster Kandidat der Bremer, steht weiter in der Warteschleife. Noch setzt der Grieche laut Allofs auf die Karte Werder. Noch. · flü

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