Werder-Boss freut sich auf das Wiedersehen mit Rehhagel – aber auch auf einen Sieg

Allofs: „Jetzt bin ich Hertha-Fan“

Erfolge verbinden: 1993 feierten Klaus Allofs (damals noch mit Schnauzbart) und Otto Rehhagel mit Werder die Meisterschaft auf dem Bremer Rathausbalkon. ·

Bremen - Von Björn Knips. In Klaus Allofs‘ Handy ist die Nummer natürlich gespeichert, aber sie wird nicht gewählt. „Ich werde Otto Rehhagel nicht anrufen“, stellt der Werder-Boss vor dem Spiel am Samstag bei Hertha BSC klar: „Es ist auch total unüblich, den Trainer des Gegners vor einem Spiel anzurufen.“

Doch Rehhagel ist nun mal nicht irgendein Trainer eines Gegners, sondern er ist „König Otto“, der den SV Werder in den 80er und 90er Jahren geprägt hat.

„Natürlich ist da eine ganz besondere Beziehung, deshalb wird es für beide Seiten auch kein einfaches Spiel“, gesteht Allofs: „Ich mag Otto, deshalb bin ich jetzt auch Hertha-Fan und hoffe, dass der Verein nicht absteigt. Aber Siege gegen Otto sind auch sehr schön.“

Die Freundschaft muss ruhen – zumindest 90 Minuten lang. „Danach werden wir sicherlich ausführlich reden“, glaubt Allofs, der die Verpflichtung des 73-Jährigen absolut begrüßt: „Das ist für die Marke Bundesliga doch gut, es gibt wieder neue Geschichten. Otto hat dem Fußball eine Menge gegeben. Er ist kein Schaumschläger, sondern er versteht noch immer sein Handwerk.“

Allofs hat Rehhagel als Profi schätzen gelernt, mit ihm 1992 den Europapokal der Pokalsieger gewonnen. Das verbindet. Für Thomas Schaaf gilt das genauso. So war Rehhagel als Ratgeber immer herzlich willkommen, nachdem Allofs und Schaaf die sportliche Leitung bei Werder übernommen hatten. Bei Bremer Spielen im Westen entwickelte sich in den vergangenen Jahren sogar eine schöne Tradition – ein Besuch des Esseners Rehhagel beim Essen. Und Allofs erinnert sich: „Aus den Gesprächen mit Otto konnte man immer etwas mitnehmen.“ Zum Beispiel den einen oder anderen Tipp zu einem neuen Spieler. Vornehmlich natürlich Griechen, schließlich war Rehhagel jahrelang Coach der Helenen, hatte sie 2004 sogar zum EM-Titel geführt.

So landeten nicht ohne Grund Angelos Charisteas und Alexandros Tziolis in Bremen. Bei Werders aktuellem Griechen Sokratis habe Rehhagel seine Finger nicht im Spiel gehabt, erklärt Allofs: „Aber da waren schon einige Spieler, über die wir mit Otto gesprochen haben.“

Doch bei allem Respekt vor Rehhagel, Allofs legt auch Wert auf die Tatsache, dass „König Otto“ kein Vorbild ist. Auch nicht für Schaaf, dem viele nachsagen, er würde seinem einstigen Trainer immer ähnlicher werden, genauso mürrisch und süffisant mit den Medien umgehen. „Das sind doch alles Schubladen“, wiegelt Allofs ab: „Thomas ist komplett anders. Zwar haben ihn die Jahre mit Rehhagel als Trainer geprägt, doch Thomas zeichnet sich dadurch aus, dass er das nur als Erfahrung mitnimmt und seinen ganz eigenen Weg geht.“ Außerdem wundert er sich darüber, wer da alles diesen Vergleich Rehhagel-Schaaf anstellt: „Es gibt doch kaum jemanden, der beide als Trainer wirklich erleben konnte.“ Allofs hat es – und er ist von beiden begeistert. Nur am Samstag kann und will er nur für Werder jubeln: „Wir brauchen die Punkte, Otto kann danach eine Serie starten.“

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