„Wir haben gute Spieler dazubekommen“ – und die betreiben gleich Eigenwerbung

Allofs froh über die neuen Perlen in der Abwehrkette

In der Innenverteidigung zu Hause: Andreas Wolf.

Bremen - Vor gar nicht allzu langer Zeit sah Werders Abwehr noch so aus: Clemens Fritz rechts, in der Mitte Per Mertesacker und Sebastian Prödl, links Mikael Silvestre. Doch es ist viel passiert – von dieser Formation ist aktuell nur noch der Österreicher Prödl übrig.

In fünf von sechs Pflichtspielen liefen in der Bremer Viererkette drei Neuzugänge auf – und machten ihre Sache schon erstaunlich gut.

Sokratis

„Wir haben gute Spieler dazubekommen, die unsere Qualität steigern“, sagt Werder-Sportchef Klaus Allofs und meint damit auch Sokratis, Andreas Wolf, Lukas Schmitz und Aleksandar Ignjovski. Wolf ist seit Jahren in der Innenverteidigung zu Hause, die anderen Drei sind ziemlich flexibel. Sokratis kann’s hinten rechts, in der Mitte oder im defensiven Mittelfeld, Schmitz hinten links oder etwas vorgezogen – und Ignjovski auf beiden Außenpositionen oder auf der „Sechs“. Viele Variationsmöglichkeiten, aber eben auch viele neue Gesichter – und die müssen sich erst mal in Bremen und bei Werder einleben. Doch da gibt es offensichtlich keine Probleme. „Uns ist es gelungen, die Neuen schnell zu integrieren“, findet Kapitän Clemens Fritz. Zur Freude von Trainer Thomas Schaaf, der urteilt: „Die Neuen sind gleich voll da, die Mannschaft macht’s ihnen aber auch leicht.“

Sebastian Prödl

Das Paradebeispiel für eine Eingewöhnung im Eiltempo ist Sokratis. Der Grieche ist der einzige Abwehrmann, der alle sechs Pflichtspiele von Anfang an bestritten hat – und in fünf davon als Rechtsverteidiger überzeugte. Auf der anderen Seite hat im Nordderby gegen den HSV Bundesliga-Debütant Ignjovski beeindruckt. Der Serbe hat gute Chancen, sich dort weiter empfehlen zu dürfen. „Das war richtig gut für sein erstes Spiel, das haben doch alle gesehen“, lobt Wolf und fügt mit Blick auf die Konkurrenzsituation mit der bisherigen, zuletzt aber verletzten Stammkraft Lukas Schmitz an: „Für Lukas ist das gut – wie für jeden anderen auch. Wenn man richtig um seinen Platz kämpfen muss, steigert das die Leistung.“

Aleksandar Ignjovski

Doch ob nun Sokratis, Ignjovski oder Schmitz: Allofs freut sich insgesamt über den größeren Offensivdrang der Außenverteidiger: „Sie schalten sich jetzt stärker mit nach vorne ein, bringen viele Flanken. Das muss man im modernen Fußball aber auch machen.“ Sehr zufrieden war der Bremer Boss im Nordderby auch mit den Innenverteidigern Wolf und Prödl: „Sie haben es sehr gut gemacht.“ Da wurde selbst ein gewisser Per Mertesacker nicht großartig vermisst. Allofs: „Wir haben nicht gemerkt, dass hinten seine Qualität gefehlt hat.“ Auch Fritz wähnt Werder nach dem Abgang seines zum FC Arsenal gewechselten Kapitäns-Vorgängers auf einem guten Weg: „Wir wollten den Verlust als Team wettmachen – und haben eindrucksvoll bewiesen, dass es funktionieren kann.“

Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwoch

Dem neuen Innenverteidiger-Paar Wolf und Prödl wär’s nur recht, wenn künftig nicht mehr so viel über „Merte“ geredet würde. „Das Thema ist vorbei. Es geht nicht mehr darum, wer die Lücke schließt oder der Ersatzmann ist“, meint Prödl. Und Wolf ergänzt: „Es ist genug darüber gesprochen worden, wir sollten ihm jetzt nicht mehr nachweinen.“ · mr

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