Das Ringen um Mesut Özil: Doch kein Treffen in Dubai? / Werder-Chef fordert „klare Verhältnisse“

Allofs drängelt, Fazeli bremst

Werder-Bremen - DUBAI · Junge, wie die Zeit vergeht… Etwa ein halbes Jahr ist es nun schon her, dass Werder Bremen in Sachen Vertragsverlängerung Mesut Özil letztmals einen Vorstoß wagen durfte. Damals wurde konkret verhandelt, Zahlen auf den Tisch gelegt. Doch mehr als ein freundliches Danke bekamen die Bremer von der Gegenseite nicht dafür.

Seither ist aus dem Talent Mesut der Branchenriese Özil geworden. Und wenn der Werder nicht von der Fahne gehen soll, müssen sich die Räder alsbald wieder in Bewegung setzen. Das sieht auch Club-Chef Klaus Allofs so und fordert von der Özil-Fraktion, für „klare Verhältnisse“ zu sorgen.

Derzeit ist aber nicht mal klar, wann denn mal wieder über die Zukunftsplanung geredet wird. Ein zunächst als fixer Termin deklariertes Treffen in Dubai zwischen Allofs und Özils Manager Reza Fazeli degradierte der Werder-Sportdirektor vorsichtshalber schon mal zu einer „losen Verabredung“. Und Fazeli sagt, er wisse noch nicht, „ob ich es schaffe, ins Trainingslager zu kommen“.

Sein Besuch muss auch nicht zwingend sein, denn in Dubai würden sowieso keine Nägel mit Köpfen gemacht. „Verhandeln können wir auch in Bremen“, sagt Allofs, tippt ansonsten aber schon mit dem Finger auf die Uhr: Die Zeit läuft. Und sie läuft gegen Werder.

In eineinhalb Jahren endet Özils Vertrag in Bremen. Die Entscheidung, ob er verlängert oder geht, kann jedoch nicht erst auf den letzten Drücker fallen. Denn nur in diesem Sommer gäbe es für Werder noch das große Geld, 2011 dagegen gar nichts mehr. Klaus Allofs steckt den Zeitrahmen deshalb wie folgt ab: „Im Verlauf des nächsten Vierteljahres müssen wir Gespräche führen. Wir können nicht einfach so ins letzte Vertragsjahr gehen.“ Fazeli sieht die Lage naturgemäß deutlich entspannter. Er will sich in Ruhe die „nächsten 17, 18 Wochen angucken – und dann kommt ja auch schon die WM.“

Dort kann Mesut Özil sich richtig in den Vordergrund spielen, kann vom Star zum Super-Star aufsteigen. Schon jetzt nimmt die Schwärmerei über sein Talent ungeahnte Ausmaße an und taucht der 21-Jährige in wichtigen Statistiken ganz weit vorne auf (siehe Text oben rechts). Reza Fazeli kann sich an zwei Fingern abzählen, welche Wirkung das nüchterne Zahlenwerk gepaart mit kunstvollem Fußball-Werk auf die Clubs hat. „Logisch“, sagt er, „dass ein Spieler, der das bietet, begehrt ist.“

Logisch auch, dass der Verdacht aufkommt, die Spieler-Fraktion wolle Werder hinhalten und pokern. Zumal seit besagter Verhandlungsrunde vor sechs Monaten alle weiteren Versuche Werders abgeblockt wurden. Doch Fazeli widerspricht: „Wir haben noch mit keinem anderen Verein gesprochen. Wir sind auch nicht undankbar und wissen, dass Werder einen ganz großen Beitrag zu Mesuts Entwicklung geleistet hat.“

Genau das ist der Punkt, an dem die Verhandlungsstrategie der Bremer ansetzt. Wenn Özil gehalten werden kann, dann nicht allein mit Geld, sondern mit Perspektiven. „Mesut braucht Zeit, um noch besser zu werden. Die bekommt er am besten bei uns“, erklärt Trainer Thomas Schaaf: „Ich bin überzeugt, dass es die beste Wahl für Mesut wäre, bei uns zu bleiben.“

Es wird niemanden verwundern, dass Klaus Allofs fast identische Argumente findet. Mit persönlichen Karriere-Erinnerungen als Erweiterung. „Auf Mesut“, sagt der 53-Jährige, „werden immer mehr Dinge einwirken – die WM, das Interesse anderer Clubs. Das ist eine Belastung, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Deshalb brauchen wir klare Verhältnisse.“ Die da wären? „Ob er bleibt oder nicht – das wären klare Aussagen“, so Allofs.

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