„Mir liegt kein Angebot vor“

Allofs dementiert Wechsel-Gerüchte

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Verlässt er Werder Richtung Wolfsburg? Klaus Allofs sagt, er führe keine Gespräche mit dem VfL oder dessen Sponsor VW.

Bremen -  Es war schon nach 17 Uhr, als Klaus Allofs der spektakulären und sensationsträchtigen Meldung die Grundlage entzog. Ab der Mittagszeit waren gestern Berichte im Internet hin- und hergeflitzt, die besagten:

Der Vorsitzende der Werder-Geschäftsführung steht vor einem Wechsel auf den Manager-Posten des VfL Wolfsburg. Spätestens in der Winterpause sei es so weit. Alles falsch, erklärte Allofs jedoch und formulierte ein deutliches Dementi: „Mir liegt kein Angebot des VfL Wolfsburg vor. Es hat auch keine Gespräche gegeben.“

Das Gegenteil war auf den Online-Portalen der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“, des „kicker“ und der „Welt“ zu lesen gewesen. Demnach seien die Gespräche zwischen Allofs und VfL-Hauptsponsor VW intensiv, der Wechsel zur Winterpause quasi schon beschlossen, aber nicht schriftlich fixiert. Quellen wurden nicht genannt. Und VW, auch bei Werder einer der Top-Sponsoren, blieb in der Deckung. Der Autobauer bestätigte nichts, widersprach den Berichten aber auch nicht.

Fans, Medien und auch Allofs’ Kollegen in der Werder-Geschäftsführung waren in heller Aufregung. Nicht aber Allofs selbst. Der 55-Jährige saß im Weserstadion in Sitzungen, war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen und abgeschottet vom medialen Trubel. „Ich habe gar nichts mitbekommen“, behauptete er.

Das mag erklären, wieso er den Berichten nicht sofort widersprochen hat. Es erklärt aber nicht, warum sich vor dem Dementi erst noch die Geschäftsführer zu einer extra einberufenen Runde zusammenfanden. Allofs sah es als notwendig an, die Kollegen Klaus Filbry und Klaus-Dieter Fischer aus erster Hand zu informieren, wie die Situation wirklich ist. Die Notwendigkeit einer solchen Sitzung erschließt sich allerdings nur dann, wenn es mehr zu berichten gab, als das, was die Öffentlichkeit erfahren sollte. Allofs sagte: „Wir haben uns zusammengesetzt, mussten uns doch beraten.“

Fischer hatte schon vor dem Sechsaugengespräch nicht den Meldungen in den Medien, sondern Allofs vertraut. „Wir wissen in der Geschäftsführung nichts von Gesprächen mit Wolfsburg. Und bei dem Verhältnis, das wir unter-

einander pflegen, wüssten wir so etwas“, hatte er erklärt.

Dass Allofs mit dem VfL Wolfsburg, der nach der Entlassung von Felix Magath sowohl den Manager- als auch den Trainerposten neu besetzen muss, in Kontakt gebracht wird, ist freilich nicht neu. Zuletzt hatte der VfL – oder vielmehr dessen Geldgeber VW – vor eineinhalb Jahren bei ihm und auch bei Werder-Coach Thomas Schaaf vorgefühlt. Doch das Bremer Duo lehnte ab. Im Dezember 2011 verlängerten beide ihre Verträge bei Werder – Allofs bis 2015, Schaaf bis 2014. Dass das Thema nun wieder hochkocht, nimmt Allofs hin, ist sogar leicht geschmeichelt: „Es ist doch keine schlechte Situation, wenn man irgendwo im Gespräch ist.“ Genervt sei er davon nicht. „Genervt ist man nur, wenn man 1 000 Erklärungen abgeben muss.“ So wie gestern ab 17.00 Uhr.

Anschub bekamen die Spekulationen auch durch Stephan Grühsem, VfL-Aufsichtsrat und Leiter der Konzern-Kommunikation bei VW. In der „Welt“ hatte er Allofs als einen Manager mit „Profil“ bezeichnet, „der sicher jedem Club gut zu Gesicht stehen würde“.

Aussagen wie diese lassen immerhin auf ein grundsätzliches Interesse des VfL und seines Mutterkonzerns VW schließen. Sie machen es Allofs auch schwer, die Spekulationen komplett einzudämmen. Bis zum Bundesliga-Duell der beiden Clubs in 15 Tagen wird das Thema gewiss weitergären – vielleicht auch noch länger. „Das hört wohl erst auf, wenn Wolfsburg einen neuen Manager gefunden hat“, meinte Allofs, der gestern auch seinen Aufsichtsratsvorsitzenden Willi Lemke über den Stand der Dinge in Kenntnis setzte und damit beruhigte. „Klaus hat mich angerufen. Was er gesagt hat, ist ganz klar eine Entwarnung. Wir sind froh darüber, weil wir uns auf das schwere Spiel auf Schalke konzentrieren müssen“, sagte Lemke.

Dem FC Schalke, nicht dem VfL Wolfsburg gehörten gestern auch die Gedanken von Thomas Schaaf. Im Sog des entstandenen Allofs-Wirbels sollte sich auch der 51-Jährige erklären, was denn wäre, wenn. Und hat es möglicherweise eine Wolfsburger Kontaktaufnahme auch mit ihm gegeben? „Von mir“, sagte Schaaf kurzab, „gibt es dazu keine Aussage – generell nicht. Alles, was ich sagen würde, würde nur Spielraum für Interpretationen bieten.“ n csa/mr/kni

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