Werder-Boss erinnert an die positiven Erfahrungen mit den Ex-Bremern Klose und Diego

Allofs bastelt an der Özil-Lösung

+
Verzwickte Lage: Mesut Özil soll in Bremen verlängern, damit er nächstes Jahr nicht ablösefrei ist – doch bislang ziert sich der Nationalspieler.

Bremen - Von Björn Knips · Bleibt er oder bleibt er nicht, bleibt er oder bleibt er nicht – die Gänseblümchen-Zeit naht. Da darf im Fall Mesut Özil kräftig gezupft werden.

Denn es ist immer noch offen, ob der Nationalspieler auch in der nächsten Saison für Werder Bremen aufläuft. Doch in die Geschichte kommt offenbar Bewegung. „Wir arbeiten an einer Lösung, die für beide Seiten interessant ist“, verriet Klaus Allofs gestern – und der Werder-Boss machte dabei einen durchaus optimistischen Eindruck. Der Kontakt zu Özil und vor allem zu dessen Berater Reza Fazeli sei „sehr gut“, versicherte Allofs.

Das Werder-Training am Dienstag

Werder-Training nach der Osterpause

Dabei ist die Lage etwas kompliziert. Özils Vertrag läuft zwar noch bis Sommer 2011, doch das setzt vor allem den Club unter Druck. Denn sollte der Nationalspieler seinen Kontrakt nicht vorzeitig verlängern, könnte er in einem Jahr ablösefrei wechseln. „Aus wirtschaftlicher Sicht wäre das eine Katastrophe für uns“, hatte Allofs schon vor Wochen klargemacht. Mehrfach waren davor seine Bemühungen, Özil mit einem neuen Vertrag auszustatten, gescheitert. Der Werder-Profi sah keine Veranlassung, seine Zukunft frühzeitig zu klären. „Ich habe doch einen Vertrag bis 2011, das ist noch lange genug“, wiederholte der 21-Jährige immer wieder. Sein Berater Fazeli äußerte sich ähnlich. Ihm winkt eine Mega-Prämie, sollte sein Klient in einem Jahr ablösefrei zu haben sein. Dabei schwebt ihm richtig Großes vor, Özil soll nicht irgendwohin, sondern zu einem europäischen Topclub wechseln.

Doch die Zeiten haben sich geändert – Özil hat sich geändert. Aus dem besten Spieler der Hinrunde, gewählt von den Bundesliga-Kollegen, ist ein Mitläufer geworden. Özil zeigt nur noch selten sein Können. Zum einen könnte es daran liegen, dass er im Sommer durch die U 21-EM kaum eine Pause hatte und nun den hohen Belastungen Tribut zollen muss. Zum anderen könnte es auch seiner ungewissen Zukunft geschuldet sein. In der derzeitigen Verfassung dürfte Özil jedenfalls für die ganz großen Vereine in Europa kein Thema sein. In deren Fokus ist er zwar längst, aber wirkliches Interesse hat noch keiner geäußert.

Das könnte sich natürlich während der WM schlagartig ändern. Spielt Özil in Südafrika groß auf, sind die Interessenten sofort da. Ähnliche Sorgen musste sich Werder vor vier Jahren auch bei Miroslav Klose machen. Doch mit dem Torjäger gab’s damals eine klare Absprache: Klose bleibt noch mindestens ein Jahr, dafür ist der Club dann bei etwaigen Angeboten gesprächsbereit. Der Nationalspieler besaß damals allerdings noch einen Zweijahres-Vertrag. Auch mit Diego schloss Werder mündlich eine ähnliche Vereinbarung. Letztlich kam es wie besprochen, wenn auch Klose nicht wie abgemacht ins Ausland, sondern zum FC Bayern wechselte. „Trotzdem muss man festhalten, dass das damals gut funktioniert hat“, erinnert sich Allofs und stellt fest: „Wir haben damit gezeigt, was bei uns möglich ist und wie es laufen kann.“

Erfahrungen, die nun auch Özil und dessen Berater beeinflussen könnten – mit dem Kompromiss: Der Spielmacher verlängert jetzt zu verbesserten Konditionen für zwei bis drei Jahre, bekommt aber zugleich die Zusage, dass der Verein sich in einem Jahr ernsthaft mit einem Wechsel auseinandersetzt. Zu Details seiner „Bastelaktion“ schweigt Allofs allerdings genauso wie zu den zeitlichen Abläufen. Der Ex-Profi sagte lediglich: „Wir haben einen Fahrplan, den wir verfolgen.“

Räikkönen düpiert Vettel mit Fahrt auf die Pole

Räikkönen düpiert Vettel mit Fahrt auf die Pole

G7-Gipfel endet im Streit mit USA beim Klimaschutz

G7-Gipfel endet im Streit mit USA beim Klimaschutz

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Meistgelesene Artikel

Schierenbeck sucht nach neuem Bruns

Schierenbeck sucht nach neuem Bruns

Platzt der Selke-Deal?

Platzt der Selke-Deal?

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Kommentare