Der Grieche beweist als Innenverteidiger seine enormen Qualitäten

Allofs adelt Sokratis: „Er ist schon ein Leader“

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Jubelpose bei Sokratis nach dem Sieg im Derby. Der Grieche ist aufgrund seiner Qualität und des Personalengpasses aus der Bremer Innenverteidigung nicht mehr wegzudenken.

Bremen - Die Kontraste hätten stärker nicht sein können. Hier Heiko Westermann und Slobodan Rajkovic, die Innenverteidiger des Hamburger SV, die sich mit ihrer Nimm-du-ihn-Ich-hab’-ihn-sicher-Nummer zu den Deppen des Nordderbys gemacht hatten.

Und dort Sokratis Papastathopoulos, der strahlende Sieger. Beim 3:1-Triumph in Hamburg hatte der Grieche erneut bewiesen, wie wertvoll er als Innenverteidiger für Werder Bremen ist. „Sokratis ist schon jetzt ein Leader“, adelt Geschäftsführer Klaus Allofs den Griechen.

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Nun ist es nicht so, dass überrascht Ah und Oh geschrien werden muss, weil Sokratis sich in der Innenverteidigung gut zurecht findet. Dort, in der Mitte einer Viererkette, ist er seit jeher zu Hause. Und seit Rückrundenbeginn zeigt der 23-Jährige, dass er in Bremen auf dieser Position die Zukunft verkörpert. „Alles läuft gut, und mit jedem Spiel wird es besser“, meint der Mann mit dem ständigen Drei-Tage-Bart.

Das Glück, nach einer Halbserie als Rechtsverteidiger endlich im Abwehrzentrum angekommen zu sein, strahlt ihm dabei aus dem Gesicht. Klaus Allofs strahlt auch. Denn Sokratis ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Weil in Naldo und Sebastian Prödl zwei Innenverteidiger fehlen, braucht es einen neuen Anführer. Praktisch ohne Probleme füllt „Papas“ diese Rolle aus. Sokratis, sagt der Werder-Boss „hat die Einstellung, die man braucht, um erfolgreich zu sein“. Soll heißen: Ehrgeiz über das normale Maß hinaus, eine beständige Unzufriedenheit – auch nach Siegen – und „den Willen, sich immer zu verbessern“. Kurz: „Eine echte Siegermentalität“, so Allofs.

Mit dem Griechen als Abwehrorganisator haben die Bremer von fünf Partien nicht eine verloren. Das liegt zwar gewiss nicht allein an ihm, aber sein Anteil ist beträchtlich. Er sei „unleidlich im positiven Sinn“, meint Allofs, weil er ständig auf Fehler hinweist, schimpft und zetert, wenn sich die Kollegen vor ihm nicht so verhalten wie sie sollen. „Führungsqualität“, nennt Allofs wiederum diese Eigenschaften.

Dabei hat die Leihgabe des FC Genua nach knapp einem halben Jahr in Bremen noch ein großes Problem: die Sprache. Deutsch spricht er kaum, Englisch ein bisschen, Italienisch ein wenig mehr. Aber er kommt klar. Bei der Verständigung mit Nebenmann Francois Affolter – einem Schweizer – kommen gleich alle drei Sprachen zum Einsatz. Offenbar funktioniert das multilinguale System, denn aus dem Spiel heraus hat Werder seit der Winterpause nur einen Gegentreffer kassiert. Viermal klingelte es dagegen nach Standardsituationen (drei Ecken, ein abgefälschter Freistoß). Diese einfachen Treffer sind für Sokratis das große Ärgernis: „Das können wir bestimmt noch besser.“

Die Gegentore liefern das zählbare Maß, mit dem Leistung beurteilt werden kann. Bei Sokratis zählt aber auch die Ausstrahlung und die Präsenz. Obwohl er mit 23 Jahren selber noch zu den Jungen zählt, dient der griechische Nationalspieler den noch Jüngeren im Team als Orientierungspunkt. „In der Defensive brauchst du gerade bei einer so jungen Mannschaft einen Verteidiger, der sich nicht gleich aufs Glatteis führen lässt. Sokratis ist so eine Stütze. Er ist clever, ein echtes Schlitzohr“, urteilt Klaus Allofs, der bereits deutlich signalisiert hat, dass aus dem Leihgeschäft eine feste Verpflichtung wird. Irgendwann im Frühjahr muss Werder die Option für Sokratis ziehen, 3,5 Millionen Euro Ablöse werden dann fällig. Das Geld ist im Etat bereits fest eingeplant, denn niemand hat vor, Sokratis wieder ziehen zu lassen. Und dass er sich seinen Lieblingsplatz in der Mitte der Viererkette auf Dauer gesichert hat, steht auch fest. Allofs bestätigt: „Er spielt diese Rolle sehr gut – und wir haben nicht vor, ihn da wieder wegzunehmen.“ · csa/mr

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