Allofs: Abrechnung mit geknicktem Wagner 

Sandro Wagner

Werder-Bremen · Wer Sandro Wagner in diesen Tagen beobachtet, der sieht einen geknickten Werder-Profi. Nachvollziehbar, denn der Stürmer durfte am vergangenen Wochenende nicht mit zum Bundesliga-Spiel nach Mainz reisen, sondern musste mit der zweiten Mannschaft in der Dritten Liga gegen Erfurt ran.

Ein Denkzettel für den 23-Jährigen. Zumal Chefcoach Thomas Schaaf nur 16 statt der 18 erlaubten Spieler nominiert hatte.

Damit nicht genug: Gestern folgten deutliche Worte von Klaus Allofs. „Ich sehe Sandro nicht als Opfer“, meinte der Clubchef und erklärte: „Es ist doch ganz einfach: Wenn man gut trainiert und gut spielt, dann muss man nicht geknickt sein. Jeder bekommt seine Chance. Die Gelegenheit könnte gerade nicht günstiger sein, denn wir haben nicht vier Stürmer, die aus jeder Chance ein Tor machen.“ Zur Tatsache, dass im Kader noch zwei Plätze frei waren, stellte der Sportchef ganz nüchtern fest: „Wir brauchen keinen 18er-Kader, um den Flieger voll zu bekommen.“

Die Fakten sprechen klar gegen Wagner: In 18 Pflichtspieleinsätzen gelang ihm weder ein Tor noch eine Vorarbeit. Bundesliga-Tauglichkeit? Bislang Fehlanzeige! Kaum zu glauben, dass der Stürmer die deutsche U 21 vor knapp zwei Jahren mit einem Doppelpack im Finale gegen England zum EM-Titel geschossen hat. Kurz darauf zog er sich einen Kreuzbandriss zu. Trotzdem griff Werder wenige Monate später zu, verpflichtete Wagner vor einem Jahr für 350 000 Euro vom MSV Duisburg und stattete ihn mit einem Kontrakt bis 2014 aus. Das würde Allofs sicher nicht noch einmal machen.

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Kommentare

Hattrick
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1. Wagners Durchschnittsnote ist im Kicker 5,3. Damit steht er auf dem letzten Platz der ganzen Liga. Vielleicht paßt Werder nicht zu ihm oder er nicht zu Werder. Jedenfalls ist er einfach zu schlecht. Chancen gab es genug.
2. Trotzdem ist es von Allofs schäbig, dass er Wagner so an die Wand nagelt. Sündenbocke suchen ? Von eigenen Fehlern ablenken ? Ist das noch Werder( alles bleibt intern, wir sind eine Familie, etc)?

moinAntwort
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Ein Stück weit untergräbt die Geschichte TS Autorität schon, ohne Frage. Ich würde das ganze aber nicht zu hoch hängen. Im modernen Fussball werden doch mittlerweile für jeden Bereich irgendwelche Experten eingesetzt. Es gibt Fitnesstrainer, es gibt Techniktrainer u.s.w.
Ich finde es lobenswert, dass in den derzeitigen Situation nichts unversucht bleibt. Allerdings hätte meiner Meinung nach der Motivationscoach vom Verein eingesetzt werden müssen, nicht auf Eigeninitiative der Spieler...

moinAntwort
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Ich finde die Verpflichtung Wagners war absolut nachvollziehbar! 350.000 für ein Talent das mit etwas Glück seinen Marktwert schnell verzehnfachen könnte... So in etwa sah Werders Transferpolitik eigentlich schon immer aus. Das Risiko war absolut überschaubar. Deutlich überschaubarer als z.B. jetzt bei Avdic!
Dass Wagner jetzt so kritisch bewertet wird hat er sich durch seine großen Töne vor der Saison größtenteils selbst zuzuschreiben!