Erst jetzt entdeckt: Haarriss im Fußwurzelknochen / „Wurde nie fitgespritzt“

Alles viel schlimmer: Hinrunden-K.o. für Junuzovic

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Auf Krücken humpelt Zlatko Junuzovic derzeit durch die Gegend. Sein rechtes Sprunggelenk darf er in den kommenden Wochen nicht belasten. ·

Bremen - So sieht niemand aus, der in zwei Wochen wieder Fußball spielen kann! Auf Krücken kam Zlatko Junuzovic gestern Mittag aus der Kabine gehumpelt, der rechte Fuß schwebte dabei stets in der Luft.

Supervorsichtig tastete sich der Österreicher bis zum Parkplatz vor. Grund: Seine Sprunggelenksverletzung ist schlimmer als zunächst angenommen. Ein Haarriss im Fußwurzelknochen zwingt den Mittelfeldspieler zu einer langen Pause. Die Hinrunde ist für ihn definitiv gelaufen.

Diese Nachricht verbreitete Werder Bremen gestern am späten Nachmittag. Bis dahin galt der Stand vom Vortag – und der besagte nach gleichlautenden Diagnosen von Werder-Teamarzt Dr. Götz Dimanski und FC-Bayern-Mediziner Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, dass eine Entzündung für die Schmerzen in Junuzovics Sprunggelenk verantwortlich ist. Pause: Vielleicht zwei Wochen. Doch schon gestern Mittag sagte Junuzovic geknickt: „Es ist akuter geworden. Ich darf den Fuß drei bis vier Wochen nicht belasten.“

Akuter war aber nicht ganz richtig, eher anders. Die Diagnose lautet nicht mehr allein auf Entzündung, sondern auf Haarriss im Fußwurzelknochen. „Das ist keine gute Nachricht“, ließ sich der 26-Jährige in der Club-Mitteilung zitieren. Die Pause, die ihn erwartet, wird darin von Werder ganz vorsichtig mit „mehreren Wochen“ und „längere Zeit“ eingegrenzt. Genaue Prognosen verkneifen sich der Club und Dr. Dimanski, der aber die Ursache des Haarrisses erklärt: „Er ist neu entstanden durch einen Schlag auf den Fuß beim Spiel auf Schalke und konnte jetzt durch umfangreiche Diagnostik hier in Bremen festgestellt werden.“ Zwei Wochen nach dem Spiel. Zuvor hatte Junuzovic einen Arzt in Graz und Dr. Müller-Wohlfahrt konsultiert. Der Haarriss blieb dabei, der Bremer Darstellung folgend, unentdeckt.

Junuzovics Probleme mit dem Sprunggelenk reichen sogar bis in den September zurück. Damals hatte er wegen einer Überlastungsreaktion drei Wochen pausiert. Doch einen Zusammenhang zwischen der alten und der neuen Verletzung gibt es nach den jüngsten Erkenntnissen nicht. Dazu passt, dass Junuzovic laut eigenen Angaben schmerzfrei nach Schalke fuhr, im Spiel plötzlich aber wieder Probleme bekam. Trotzdem hielt er 90 Minuten durch: „Weil ich auf dem Platz immer voller Adrenalin bin.“

Nach der Partie auf Schalke reiste er zum österreichischen Nationalteam, und die Schmerzen reisten mit. ÖFB-Coach Marcel Koller äußerte deshalb den Verdacht, dass Junuzovics ursprüngliches Problem aus dem September in Bremen nicht behoben wurde und polterte deshalb gegen Werder. „Es kann nicht sein, dass er (Junuzovic) nur mit Spritzen und Tabletten spielen kann. Die Schmerzen müssen weg“, sagte Koller und bezichtigte den Club damit indirekt, die Gesundheit des Spielers zu gefährden. Doch Zlatko Junuzovic stellte gestern klar: „Ich habe noch nie Spritzen oder Tabletten bekommen, um spielen zu können. Eine Tablette nehme ich schon mal, aber nur gegen Kopfweh, nicht gegen etwas anderes. Damit würde ich mir doch nur selbst schaden.“ · csa

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