Prödl: Kein erhöhtes „Rückfall-Risiko

Alles nur Kopfsache

Bis Sebastian Prödl wieder volles Vertrauen in die Belastbarkeit seiner Gesichtsknochen hat, wird es noch ein bisschen dauern. Beschleunigen lässt sich der Prozess nicht: „Mit Sicherheit stelle ich mich nicht hin und lasse mir freiwillig ins Gesicht treten.“ ·

Bremen - Das Problem ist der Kopf. Allerdings nicht die vor sechs Wochen gebrochenen Knochen, sondern das, was auf keinem Röntgenbild zu sehen ist. Die Angst vor einem erneuten Tritt ins Gesicht, vor einem Schlag mit dem Ellenbogen, vor zusammenkrachenden Schädeln bei einem Kopfballduell. Diese Furcht auszuschalten, ist die große Herausforderung für Sebastian Prödl.

45 Tage nach seinem doppelten Oberkiefer- und Nasenbeinbruch hat er zwar im Testspiel bei der SV Eintracht Lüneburg (7:1) am Dienstagabend einen Anfang gemacht, doch die Aussagekraft dieser Belastungsprobe ist gering – sagt selbst Prödl: „Es war ja nur ein Landesligist…“

Und der gemeine Sechstliga-Spieler kann sich nun mal in Sachen Zweikampf-Dynamik – speziell bei Luftduellen – nicht mit einem Bundesliga-Profi vergleichen. Prödls Mut, den gerade wieder verheilten Kopf hinzuhalten, war also nicht übermäßig gefordert. Lediglich drei Luftkämpfe bestritt er. Die richtigen Herausforderungen kommen erst noch – ab heute im Training. „Ich glaube, wir werden viele Standardsituationen üben. Da bin ich dann wohl in Abwehr und Angriff als Kopfballspieler gefordert“, sagt Prödl und hat sich für die anstehenden Einheiten zum Ziel gesetzt, „dort anzuschließen, womit ich in Lüneburg angefangen habe“. Soll heißen: Die Angst weiter besiegen. Bis sie weg ist. „Bis ich wieder ohne Rücksicht auf Verluste in die Zweikämpfe gehen kann“, meint der 24-Jährige.

Training am Mittwoch

Am Mittwoch stehen Standards auf dem Trainingsplan 

So wie er es am 21. Januar getan hatte, als er gegen den 1. FC Kaiserslautern per Kopf abstauben wollte, sich voll in den Ball warf. Tragisch für ihn, dass Dorge Kouemaha per Fallrückzieher klären wollte. Der Fuß des Lauterers traf ihn mit voller Kraft. Knochen brachen, Blut floss. Ein Trauma habe er aber nicht zurückbehalten, beteuert Sebastian Prödl: „Natürlich werde ich die Verletzung nie vergessen, sie bleibt für immer Teil meiner Karriere. Aber ich muss der Situation jetzt mit der Psyche eines Profis begegnen.“ Was er damit meint: Sich dem Unausweichlichen stellen, quasi Augen zu und durch. „Wer mal einen Kreuzbandriss hatte, muss auch wieder in Bodenkämpfe gehen“, sagt der 24-Jährige.

Der Vergleich hinkt allerdings ein wenig. Denn die tatsächliche Gefahr einer erneuten Verletzung ist nach Kreuzbandrissen größer als bei Prödls Frakturen im Gesicht. Sein Oberkiefer ist mit Titanplatten fixiert, „die Ärzte sagen, es kann nichts passieren“, berichtet der Österreicher und erläutert: „Es müsste schon ein Schlag oder ein Tritt mit der gleichen Wucht wie beim ersten Mal sein, um den Knochen kaputt zu kriegen.“

Das zu wissen, ist die eine Sache. Darauf auch zu vertrauen, jedoch eine andere. Was ihm dazu noch fehlt, ist das Erlebnis und die Erfahrung, dass er die normalen Schläge ohne neuen Schaden wegstecken kann. Das braucht Zeit. An einen Einsatz schon gegen Hannover 96 am Sonntag verschwendet Prödl deshalb noch keinen Gedanken. Denn der Prozess, an Sicherheit und Zutrauen zu gewinnen, ist durch nichts zu beschleunigen. Prödl: „Mit Sicherheit stelle ich mich nicht hin und lasse mir freiwillig ins Gesicht treten.“ · csa

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