„Wir wollen die Fans begeistern“

Alles klar: Mielitz ist die Nummer eins

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Sebastian Mielitz wurde offiziell als Nummer eins vorgestellt.

Bremen - Es hätte das Sommerthema Nummer eins werden können, doch der Kampf ums Werder-Tor ging still und leise über die Bühne. Dabei wurde der Nachfolger von keinem Geringeren als Tim Wiese gesucht. Seit 2006 hatte der das Bremer Tor gehütet, niemand konnte ihm seinen Status wirklich streitig machen. Auch nicht Sebastian Mielitz.

Doch der 23-Jährige profitiert nun davon:

– dass sich Werder Wiese (jetzt Hoffenheim) nicht mehr leisten konnte und auch nicht wollte,

– dass er selbst ein Riesentalent ist und das schon bei mehreren Wiese-Vertretungen bewiesen hat,

– und dass Neuzugang Raphael Wolf nicht wirklich auftrumpfen konnte und deshalb auf die Bank muss.

„Sebastian ist einen Tick vorne“, stellte Thomas Schaaf gestern auf Nachfrage fest und Mielitz damit schon einmal für den Pflichtspielauftakt im DFB- Pokal bei Preußen Münster (Sonntag, 16 Uhr) ins Tor. Schon vor der Saison hatte er mit der Vergabe der Rückennummer eins an Mielitz ein erstes Zeichen gesetzt. Der Klassiker „Er ist unsere Nummer eins“ kam dem Werder-Coach aber nicht über die Lippen. Der 51-Jährige will die Spannung hoch halten und den unterlegenen Konkurrenten nicht zu sehr degradieren. „Wir haben auch auf der Torhüterposition eine gute Auswahl“, lautete Schaafs indirektes Lob für Wolf, der vom österreichischen Erstligisten SV Kapfenberg an die Weser gewechselt ist – als Stammtorwart.

Bilder vom Training am Donnerstag

Alle Nationalspieler wieder beim Werder-Training

Doch der 24-Jährige konnte sich in den Tests – abgesehen von seinen beiden gehaltenen Elfmetern im Liga-total-Cup gegen Dortmund – kaum in Szene setzen. Und bei der einzigen Pleite in der Vorbereitung (1:2 in Paderborn) hatte eben Wolf im Tor gestanden und keinen sicheren Eindruck hinterlassen. „Natürlich ahnt man was“, hatte Wolf Anfang der Woche durchblicken lassen, dass ihm wohl die Rolle des Ersatzmanns blüht. Aber aufgeben will er natürlich nicht: „Man muss sich über längere Zeit beweisen, und das werde ich.“

Genau das ist auch ganz im Sinne von Schaaf. Der Coach gab seinem neuen Stammkeeper gestern schon einmal mit auf den Weg: „Die anderen werden ihn nicht in Ruhe lassen.“

Für Mielitz ist das kein Problem: „Ich werde mich nicht ausruhen, sondern mich immer wieder überprüfen. Ich weiß doch: Die Konkurrenz schläft nicht.“ Von Konkurrenzkampf mochte der Brandenburger aber nicht so gerne sprechen. „Das hört sich zu hart an. Wir kommen gut miteinander aus und gehen fair miteinander um.“ Auch deshalb verzichtete Mielitz gestern darauf, sich zu sehr im Erfolg zu sonnen, seine neue Rolle öffentlich zu feiern. Riesige Freude ist bei ihm aber dennoch da: „Ich freue mich wahnsinnig, dass es am Sonntag endlich richtig losgeht.“

Die Partie in Münster ist nicht nur für Mielitz der Beginn einer neuen Zeitrechnung – möglicherweise auch für den Club. Geht‘s nach dem jungen Keeper (15 Bundesliga-Einätze), ist die Werder-Zukunft rosig. „Wir haben eine völlig neue Mannschaft, viele neue Gesichter. Die Stimmung ist super. Wir wollen die Fans begeistern, wir wollen uns begeistern. Wir gehen jetzt auf die Reise und wollen jeden mitnehmen“, sprudelte es aus Mielitz nur so heraus. Ein Novum. Denn normalerweise überlegt der intelligente Schlussmann immer ganz genau, was er sagt. Aber auch ihn hat die Aufbruchstimmung an der Weser mitgerissen. · kni

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