Sportchef Eichin: „Wir brauchen ihn“

Alles geklärt: Fritz spielt noch eine Saison für Werder

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Clemens Fritz hat noch große Lust auf Bundesliga-Fußball.

Bremen - Im Januar hatte er es schon einmal angedeutet – nun wurden Fakten geschaffen: Clemens Fritz nimmt seine vertragliche Option wahr und verlängert seinen im Sommer auslaufenden Vertrag um ein Jahr.

„Das ist fix. Wir haben uns unterhalten, und ich habe gesagt, dass ich noch Lust habe“, berichtet der 33-Jährige.

Auch Werder hat Lust auf Fritz, wie Sportchef Thomas Eichin betont. „Ich bin sehr froh, dass Clemens bleibt.“ Spekulationen, dass der Club in seiner finanziellen Konsolidierungsphase gerne einen Großverdiener wie Fritz von der Gehaltsliste bekommen hätte, erklärt Eichin für Unsinn: „Daran haben wir nicht gedacht. Clemens ist ein sehr wertvoller Spieler – und das nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben. Wie er die Kollegen pusht, das ist klasse.“

Wie zum Beispiel nach dem Hoffenheim-Spiel. Profis und Trainer trafen sich nach dem 3:1-Sieg, der quasi den Klassenerhalt bedeutete, wie immer am Mittelkreis. Und dann erteilte Trainer Robin Dutt dem Kapitän das Wort. „Das war eine spontane Aktion von ihm“, erinnert sich Fritz. Die Kollegen hatten einen Kreis gebildet – und der Kapitän hielt eine flammende Rede. Inhalt? „Das geht eigentlich nur die Mannschaft etwas an“, weicht Fritz aus. Typisch Fritz. Denn er will sich nicht zu sehr in der Öffentlichkeit in den Mittelpunkt stellen. Doch er weiß auch um das Informationsbedürfnis der Journalisten und der Fans. Und sein Appell war im noch gut gefüllten Weserstadion nicht zu übersehen. „Ich habe mich bedankt“, verrät er dann doch noch – und nicht nur das. Denn in seinen Dank mischte sich sogleich ein klarer Auftrag: „Ich habe gesagt, dass wir das nur gemeinsam geschafft haben – und, dass wir diesen gemeinsamen Weg jetzt weitergehen müssen.“

Dabei geht es um zwei Dinge: Erstens soll der Klassenerhalt am Wochenende endgültig klar gemacht werden, am besten mit einem eigenen Punktgewinn in München. Zweitens muss in den noch ausstehenden drei Partien ordentlich gepunktet werden, um dem Verein finanziell zu helfen. Denn jeder Tabellenplatz ist für Werder bares Geld wert. „Mir war ganz ehrlich gesagt gar nicht bewusst, dass es dabei um so viel Geld geht“, gesteht Fritz: „Natürlich sind wir in der Pflicht, das Bestmögliche für den Verein herauszuholen.“

In der TV-Geldrangliste bedeutet der Unterschied zwischen den einzelnen Plätzen eine knappe Million Euro. Von Platz neun bis 13 ist für Werder in dieser Fünfjahres-Wertung, wobei die älteren Spielzeiten weniger stark gewertet werden als die jüngeren, noch alles möglich. Aktuell ist Werder Zehnter – dank Platz elf in der laufenden Bundesliga-Saison. „Den Platz müssen wir mindestens verteidigen, vielleicht ist ja auch noch mehr drin“, hofft Fritz. Nicht zu Unrecht. Hertha BSC (zwei Punkte) und 1899 Hoffenheim (vier) sind noch in Reichweite, gleichzeitig sitzt den Bremern aber auch ein Trio (Freiburg, Frankfurt, Hannover) mit

Bargfrede-Foul

schon abgehakt

nur einem Zähler Rückstand im Nacken. „Das wird noch richtig spannend“, glaubt Fritz und freut sich auf die nächsten Aufgaben – auch auf die bei den in dieser Saison so überragenden Bayern: „Es macht doch Spaß gegen so eine Mannschaft zu spielen. Wir müssen mutig sein und einfach nur an unsere guten Leistungen der letzten Wochen anknüpfen.“

Die 0:3-Pleite in Mainz klammert er da aus. Das Desaster ist abgehakt. Ebenso wie seine Verletzung aus dem Hoffenheim-Spiel. Etwas überraschend. Nach dem Foul von Mitspieler Philipp Bargfrede, der ihn im Eifer des Gefechts in einem Zweikampf gleich mitabgeräumt hatte, war eigentlich mit einer längeren Pause von Fritz gerechnet worden. Doch schon gestern meldete sich der Außenverteidiger im Mannschaftstraining zurück.

Der 33-Jährige ist einfach heiß auf weitere Spiele. Obwohl er die nötige Anzahl zur automatischen Verlängerung seines Vertrags schon längst erreicht hat. Doch das ist für Fritz nebensächlich. Er hätte Schluss gemacht, wenn Körper oder Geist nicht mehr bereit gewesen wären. Doch Fritz fühlt sich noch absolut fit, seinen 254 Bundesliga-Spielen noch einige folgen zu lassen: „Es macht mir einfach noch richtig viel Spaß.“ · kni

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