Offene Fragen

Alles wie erwartet

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Robin Dutt glaubt nicht an einen großen Entwicklungssprung seiner Mannschaft in der neuen Saison: „Es werden nicht drei Schritte auf einmal ins internationale Geschäft sein. Es gibt keinen Anlass, das zu glauben.“ ·

Bremen - Die erste Saison als Trainer von Werder Bremen liegt hinter Robin Dutt. Er beendet sie als Nicht-Absteiger, das lässt sich seit Sonntag definitiv sagen. Aber es gibt auch unklare Faktenlagen – sowohl die zu Ende gehende als auch die kommende Saison betreffend. Die offenen Fragen und die Antworten des Werder-Coaches:

Ist der Klassenerhalt ein Erfolg oder nur die Erfüllung der Pflicht?

Werder hat als Verein einen großen Namen, formulierte aber vor Saisonbeginn nur kleine Erwartungen. Irgendwie durchkommen, dabei das Fundament für den Neuaufbau legen – das war die Marschroute im Sommer 2013. Dutt nannte die Spielzeit schlicht eine „Übergangssaison“. Sie sei „nicht gravierend anders gelaufen als geplant“, sagt der 49-Jährige nun: „Nach der Vorsaison mussten wir damit rechnen, dass wir in den abstiegsgefährdeten Bereich rutschen. Aber wir haben immer ein Polster von fünf, sechs Punkten auf die Abstiegsplätze gehabt, waren nie richtig unten drin. Wir sind froh, dass die Saison so gelaufen ist, wie wir sie uns im positiven Sinn vorgestellt haben.“

Was ist aus dem Versprechen geworden, nicht wieder 66 Gegentore zu kassieren?

66 Mal hatte es in der Vorsaison unter Thomas Schaaf bei Werder eingeschlagen. Dutt trat an, diese Bilanz zu verbessern. Doch zwei Spieltage vor Schluss hat Werder schon wieder 64 Treffer kassiert. „Damit sind wir natürlich überhaupt nicht zufrieden. Hinter diesen Punkt können wir keinen Haken machen“, meint der Coach und mahnt einmal mehr an, „das Zweikampfverhalten und das taktische Verständnis in der Defensive“ zu verbessern. Bekannte Worte. Aber eines habe sich dann doch zum Guten gewandelt, so Dutt: Die Zu-Null-Statistik. Neunmal blieb Werder ohne Gegentreffer, viel häufiger als in der Vorsaison (3). Dutt: „Dafür haben wir aber höhere Niederlagen kassiert. Wir haben also weiter viel Arbeit vor uns.“

Wie soll der Verlust von Aaron Hunt aufgefangen werden?

Bei diesem Thema rattern bei Robin Dutt die Jalousien runter. Statt Antworten formuliert er Ausflüchte. „Ich hoffe, dass wir die entsprechenden Lösungen haben, wenn es wieder los geht. Noch ist es aber zu früh, darüber zu philosophieren“, sagt er und fügt mit größtmöglicher Pauschalität an: „Es können interne oder externe Lösungen sein. Wir tun alles, um Aarons Weggang zu kompensieren. Ich hoffe, dass uns das gelingt.“

Vielleicht mit Zlatko Junuzovic auf der „10“. Vielleicht ganz ohne „10“, dafür aber mit einer anderen Taktik. Noch denkt Dutt in alle Richtungen, nur nicht in die eine: „Wir sind nicht in der Lage zu sagen, wir wollen eine bestimmte Taktik spielen. Und dafür holen wir uns den Spieler X von extern. Das können die Bayern machen, wir aber nicht.“ Es fehlt schlicht das nötige Geld. Dennoch besteht die Hoffnung, irgendwann auf dem Transfermarkt einen Spieler zu finden, der genau richtig ist: „Vielleicht merkst du im Juli: Da ist ja doch ein Spielmachertyp – und dann musst du entscheiden, ob du zupackst.“ Die wirtschaftlichen Grenzen setzt dabei Sportchef Thomas Eichin, die sportliche Beurteilung fällen beide zusammen. Dutt: „Thomas Eichin verpflichtet keinen Spieler, wenn wir uns nicht einig sind.“

Neue Saison, altes Problem? Gerät Werder auch 2014/15 in den Abstiegskampf?

Keine Prognose von Dutt, er traut sich nicht aus schon thematisierten Gründen: „Ich muss erstmal wissen, mit welchen Spielern ich arbeiten kann. Wen geben wir noch ab, wen holen wir noch dazu?“ Elementare Fragen für einen Trainer.

Nur extrem vorsichtig äußert der ehemalige DFB-Sportdirektor die Erwartung, dass es weiter aufwärts geht mit Werder: „Ich hoffe, dass wir, nachdem wir uns zuletzt stabilisiert haben, in der nächsten Saison wieder einen kleinen Schritt nach vorne machen.“ Träume, dass Werder plötzlich wieder richtig durchstartet, erlaubt sich Dutt allerdings nicht: „Es werden nicht drei Schritte auf einmal ins internationale Geschäft sein. Es gibt keinen Anlass, das zu glauben. Wir werden die Europa League sicher nicht als Ziel ausgeben.“

Was wird aus Eljero Elia?

Aus wirtschaftlichen Gründen ist ein Verkauf des Großverdieners absolut vorstellbar. Sofern sich tatsächlich ein zahlungswilliger Interessent bei Werder melden sollte. Aus sportlichen Gründen spricht laut Robin Dutt einiges gegen Elias Demission. „Ich möchte nach Aaron Hunt nicht noch einen Leistungsträger verlieren. Und Eljero Elia ist einer meiner Leistungsträger“, urteilt er über den Niederländer. Eine Einschätzung, die hart Richtung Übertreibung tendiert. Aber Dutt meint es ernst, macht sich für Elia (31 Einsätze, vier Tore, vier Assists) stark: „Bei ihm weiß ich, was ich an ihm habe – und bin sehr zufrieden mit ihm.“ · csa

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