Österreicher ist im Nordderby beim HSV der große Bremer Hoffnungsträger / Pizarro fällt aus

Alle Augen auf Arnautovic

Bisher hatte Marko Arnautovic noch nicht so viel zu lachen – seit 1 018 Minuten wartet er auf ein Bundesliga-Tor. Dennoch ist er morgen Werders Nummer eins im Sturm.

Von Malte Rehnert und Björn Knips · Claudio Pizarro fällt definitiv aus. „Er kann nicht spielen“, sagte Trainer Thomas Schaaf gestern. Das Problem an sich ist nicht neu, wohl aber der Plan B. Hugo Almeida ist nicht mehr da, verkauft an Besiktas Istanbul.

„Das war die absolut richtige Entscheidung“, findet der Trainer und macht – was bleibt ihm auch übrig? – Marko Arnautovic zur Nummer eins im Angriff von Werder Bremen. Der Österreicher steht morgen (15.30 Uhr) im Nordderby beim Hamburger SV voll im Fokus – das weiß er. Der 21-Jährige kündigt an, sich nicht nur auf Laufen und Kämpfen beschränken zu wollen. „Das ist doch normal und eine Grundvoraussetzung. Ich muss zusehen, dass ich Tore mache. Für Tore und Vorlagen werde ich bezahlt.“

Bislang haben sich die 6,5 Millionen Euro, die Werder im vergangenen Sommer in den Reservisten von Inter Mailand investiert hatte, noch nicht gelohnt. Seine Saisonstatistik: 37 Torschüsse, vier Tore (zwei in der Bundesliga, zwei in der Champions League) und drei Vorlagen (zwei in der Bundesliga, eine im DFB-Pokal) in insgesamt 26 Einsätzen. „Bei mir läuft es noch nicht so perfekt, wie es eigentlich sein müsste“, gestand Arnautovic gestern.

Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

In der Bundesliga wartet er schon seit 1 018 Minuten auf ein Tor, seine einzigen beiden Treffer gelangen ihm beim 4:2-Heimerfolg gegen Köln am 28. August. Er macht sich wegen der extrem langen Durststrecke aber nicht verrückt. „Nee, nee, nee – über so etwas denke ich nicht nach“, versicherte Arnautovic mit einem Schmunzeln: „Und vor dem Tor ist es sowieso nicht gut nachzudenken.“

Werders Sportchef Klaus Allofs schmeckt die Flaute zwar nicht, trotzdem stärkt er dem Österreicher den Rücken: „Mit so einer Bilanz steht er nicht alleine da. Andere Stürmer hatten auch solche Serien, mussten teilweise sogar noch länger leiden. Ich finde, 1 000 Minuten sind da noch nicht so viel. Außerdem mache ich es bei ihm nicht nur an Toren fest. Wenn er am Samstag zwei oder drei Vorlagen gibt, wäre das absolut in Ordnung.“ Dennoch: Tore sind extrem wichtig für einen Stürmer. Das weiß auch Allofs, der früher selbst einer war: „Um sich Selbstvertrauen zu holen und um zu zeigen, dass man auf dem richtigen Weg ist“, betonte der Sportchef und fügte an: „Wir müssen Marko unterstützen – und das tun wir: im Training, in Gesprächen. Wir geben ihm an die Hand, wie er sich verbessern und effektiver werden kann.“

Dafür ist vor allem Thomas Schaaf verantwortlich. Der Coach hat auch schon Fortschritte erkannt, findet in seinem Urteil über Arnautovic neben lobenden aber auch kritische Worte: „Wir haben schon gesehen, was er kann. Doch manchmal wünscht man sich in der Entwicklung schnellere und größere Schritte. In den Spielen hat er einiges gut gemacht, dann aber Pausen gehabt. Und wir wollen seine hohe Qualität nonstop sehen.“

Morgen unternimmt Arnautovic, der seine Mätzchen aus der Hinrunde abgelegt hat und viel konzentrierter wirkt, den nächsten Anlauf – wahrscheinlich als einzige Spitze, was ihm nicht so sehr behagt. „Ich habe lieber noch einen Stürmer an meiner Seite, aber das entscheidet natürlich der Trainer.“

Angriffs-Alternativen drängen sich für Schaaf derzeit jedoch nicht gerade auf. Winter-Zugang Denni Avdic mache „körperlich einen besseren Eindruck“ und habe „gute Fähigkeiten. Er muss sich aber immer wieder zurechtfinden“, meinte Schaaf. Das heißt: Die Bindung zu den Teamkollegen auf dem Platz fehlt noch. Und der zuletzt arg in die Kritik geratene Sandro Wagner „wurde durch seine Erkältung ein paar Tage rausgerissen. Wir müssen schauen, wie er sich in den nächsten beiden Tagen zeigt. Ob er zur Verfügung steht oder noch ein bisschen Zeit braucht.“

Ganz sicher verzichten muss Werder morgen auf Pizarro (Oberschenkelzerrung). „Die Verletzung ist nicht so schlimm. Deshalb war die Hoffnung, dass es noch reicht, in den letzten Tagen da. Jetzt haben wir aber erfahren, dass das Risiko, dass er sich schlimmer verletzt und dann länger ausfällt, zu groß ist“, sagte Schaaf, der weiterhin von sieben bis zehn Tagen Pause ausgeht. „Dass Claudio nicht spielen kann, ist natürlich ein großer Verlust. Aber das kennen wir ja schon“, stöhnte Arnautovic, der nun selbst in die Rolle des Offensiv-Hoffnungsträgers schlüpft.

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