Das All-inclusive-Trainer-Paket

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Auch für einen Spaß vor der Kamera zu haben: Marco Langner (li.) und Damir Buric. ·

Werder-Bremen - Robin Dutt, das war von Anfang an klar, gibt‘s nur im All-inclusive-Paket. Als Werder Bremen im Mai den neuen Cheftrainer verpflichtete, wurden auch dessen Co-Trainer Damir Buric und Marco Langner unter Vertrag genommen.

Ohne sie will Dutt nicht arbeiten. „Sie sind ein Teil von mir“, sagt er, „sind Teil meiner Gedankenwelt, kennen meine Philosophie.“ In vier gemeinsamen Jahren beim SC Freiburg und einer nicht ganz vollständigen Spielzeit bei Bayer Leverkusen hat sich das Trio zu einer Einheit verwoben – mit Dutt an der Spitze. Der 48-Jährige hat den Hut auf, aber seine Assistenten sind weit mehr als Hütchenaufsteller.

Beispiel Damir Buric: Es kommt schon mal vor, dass ihn Fans um ein Autogramm oder Foto bitten. „Herr Dutt, können Sie mal bitte?“ Buric lächelt dann und klärt auf, dass er zwar eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Chefcoach hat, aber eben nicht der Chefcoach ist. Das will er auch nicht sein – jedenfalls hat er noch nie nach dem Job seines – ja, das darf man sagen – Freundes getrachtet. „Ich weiß nicht, ob ich unter jedem anderen Cheftrainer so lange als Co-Trainer arbeiten würde. Unter ihm macht es mir Spaß“, sagt der Ex-Bundesliga-Profi. Während der täglichen Trainingsarbeit steht der gebürtige Kroate im Grunde auf einer Stufe mit Dutt. Einer leitet diese Gruppe/Übung, einer jene. „Wir teilen uns das“, sagt Dutt. Auch die Vor- und Nachbereitung einer Partie, die Bewertung eines Spielers – alles Gemeinschaftsarbeit. Wobei Buric offenbar mit besonderer Akribie zu Werke geht. „Detailversessen“ sei sein „Co“, sagt Dutt. Kein Widerspruch von Buric, der über sich selbst sagt: „Wenn ich eine Aufgabe habe, muss ich die erfüllen. Auch wenn da ein Tag mit 24 Stunden mal zu kurz ist. Jedes Spiel einzeln zu bewerten, ist die Kunst.“

In Freiburg waren sie auf diese Weise erfolgreich, bei Bayer Leverkusen ist das System Dutt dagegen gefloppt. Während der „Boss“ danach beim DFB als Sportdirektor anheuerte, unterstützte Buric die nationale U 21 bei der Vorbereitung auf die EM, Langner arbeitete für die U 16 als Torwart-Coach. Doch als Werder mit der Rückkehr in die Bundesliga lockte, war die Fortsetzung der Dreisamkeit schnell beschlossene Sache.

Angefangen hatte alles 2005 beim Fußballlehrer-Lehrgang. Dutt und Buric trafen aufeinander, „und wir haben gemerkt, dass unsere Philosophie über Fußball die gleiche ist“, so der Co-Trainer. Schon damals arbeitete er beim SC Freiburg – unter Volker Finke. Die Ära endete nach 16 Jahren, Robin Dutt übernahm den Club – und damit auch Co-Trainer Buric. Marco Langner wurde dazugeholt – ein ziemlich unspektakuläres Verfahren, wenn man den Worten des Torwart-Trainers folgt: „Robin war Trainer bei den Stuttgarter Kickers, ich spielte beim SSV Reutlingen. Als ich ihm zum Vertrag in Freiburg gratulieren wollte, sagte er: Komm doch mit!“ Das hat der heute 44-Jährige getan. Mittlerweile adelt ihn Robin Dutt als einen „der besten Torwart-Trainer der Liga“, sagt: „Er hat Oliver Baumann und Bernd Leno zu Bundesliga-Torhütern gemacht. Und er wird auch Sebastian Mielitz besser machen.“ Entwicklungspotenzial sei beim Bremer Schlussmann definitiv vorhanden, meint Langner: „Miele ist ein guter Torwart, aber es steckt noch viel drin.“

Wie in der gesamten Mannschaft – glaubt Damir Buric. Ihn haben in den ersten Tagen bei Werder vor allem die vielen jungen Spieler überrascht. „Das sind Jungs voller Freude.“ Sie zu entwickeln, sieht er als seine Hauptaufgabe. Özkan Yildirim sei großartig, Levent Aycicek „ein phantastischer Junge“, sagt der ehemalige Abwehrspieler: „Aber bei jungen Spielern müssen viele kleine Rädchen ineinander greifen, damit sich das große Rad dreht.“ · csa

Damir BuricJob: Co-Trainer

Alter: 48 Jahre

Nationalität: Kroate

Position als Profi: Abwehr

Bundesliga-Spiele: 121 – für den SC Freiburg (85) und Waldhof Mannheim (46) – acht Tore.

Zweitliga-Spiele: 70 – für Bor. M‘gladbach (13), den SC Freiburg (46) und Waldhof Mannheim (11) – drei Tore.

Letztes Spiel: 2000 in M’gladbach.

Co-Trainer-Stationen: Bayer Leverkusen (2011 - 2012/unter Robin Dutt), SC Freiburg (2005 - 2011/erst unter Volker Finke, dann unter Robin Dutt), SC Freiburg II (2004 - 2007/unter Karsten Neitzel).

Marco Langner

Job: Torwarttrainer

Alter: 44

Nationaltät: Deutscher

Position als Profi: Torwart

Zweitliga-Spiele: 47 – für SSV Reutlingen (9) und Waldhof Mannheim (38).

Regionalliga-Spiele: 140 – für SSV Reutlingen (122) und Stuttgarter Kickers (18).

Letztes Spiel: 2007 in Reutlingen.

Trainer-Station: SSV Reutlingen (Februar 2004 - Juni 2004/Oberliga).

Torwarttrainer-Stationen: Bayer Leverkusen (2011 - 2012/unter Robin Dutt), SC Freiburg (2007 - 2011/unter Robin Dutt), SSV Reutlingen (2001 - 2007/unter Frank Wormuth, Uwe Erkenbrecher, Armin Veh und Reiner Geyer.

Quelle: transfermarkt.de

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