AZ Alkmaar lehnt erstes Werder-Angebot ab

Der Johannsson-Poker läuft

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Kraftvoller Abschluss von Aron Johannsson. Der US-Nationalspieler mit den isländischen Wurzeln soll bei Werder die Nachfolge von Franco Di Santo antreten.

Bremen/Alkmaar - Geographisch und optisch könnten die Unterschiede kaum größer sein – und dennoch sieht Werder Bremen in Aron Johannsson (24) den idealen Nachfolger für den zu Schalke 04 gewechselten Torjäger Franco Di Santo.

Die Bremer haben bereits ein erstes Angebot für den in Island aufgewachsenen und bei AZ Alkmaar unter Vertrag stehenden US-Nationalspieler abgegeben. Es wurde abgelehnt. Aber der Poker läuft.

Der eine aus Südamerika, der andere aus dem hohen Norden Europas. Der eine schwarzhaarig, der andere blond. Es ist ein bisschen so, als hätte Werder in Johannsson das Gegenteil von Di Santo ausfindig gemacht. Doch eines haben die beiden gemeinsam: Sie können Tore schießen.

Johannsson, in Mobile/Alabama geboren, aber ab dem dritten Lebensjahr in Reykjavik groß geworden, hat das bislang in den Ligen Dänemarks (bei Aarhus GF) und der Niederlande bewiesen. 24 Treffer waren es in 70 Pflichtspielen für Aarhus, 38 Tore in 84 Partien für Alkmaar. Über diese Quoten lässt sich nicht meckern – als Empfehlung für die Bundesliga reichen sie definitiv aus. Aber die Anforderung, sich schon einmal auf einem Niveau wie dem der Bundesliga bewiesen zu haben, erfüllt Johannsson nicht.

Dennoch hat Werder bereits ein erstes Angebot für den 1,84 Meter großen Angreifer abgegeben. Vier Millionen haben die Bremer laut „Bild“-Zeitung als Ablöseofferte bei AZ Alkmaar hinterlegt. Die Niederländer lehnten ab. Ernie Stewart (46), Technischer Direktor bei AZ und wie Johannsson einst für die USA am Ball, erklärte gegenüber „MLSsoccer.com“: „Das erste Angebot war nicht ausreichend.“ Angeblich fordert der Club aus der Ehrendivision, Dritter der vergangenen Saison, fünf Millionen Euro für seinen besten Stürmer. Werder, sagte Stewart, könne gerne noch einmal an ihn herantreten und das Angebot erhöhen. Die Bremer Vertreter hätten auf ihn sehr entschlossen gewirkt. „Sie meinen es ernst, sind sehr scharf auf Johannsson“, plauderte Stewart aus. Weil Johannsson noch bis 2018 unter Vertrag steht, ist seine Verhandlungsposition hervorragend. Stewart kann Kasse machen, und Stewart will Kasse machen. Alkmaar erteilte dem Spieler die Erlaubnis, mit Werder zu sprechen.

Offenbar ist das aber längst geschehen. Laut „Bild“-Zeitung sind sich die Bremer mit Aron Johannsson bereits über einen Vierjahresvertrag einig, am Wochenende soll er schon in Bremen gewesen sein. Dazu passt, dass Werder sich laut Stewart am Samstag das erste Mal bei AZ Alkmaar gemeldet hat. Kurz darauf sei das erste Angebot eingegangen. Stewart wartet nun auf das zweite, das nachgebesserte. Unverkäuflich ist Johannsson jedenfalls nicht. „Jeder hat seinen Preis – das ist so im Profi-Fußball“, sagte der AZ-Manager, der keine weiteren Anfragen für Johannsson vorliegen hat. csa

„Lody“ Roembiak Zaungast beim Werder-Training

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