Alarmbereitschaft – aber noch keine Kurskorrektur

+
Schaafs Anti-Reus-Rezept, den 22-Jährigen erst gar nicht an den Ball kommen zu lassen, wurde überhaupt nicht umgesetzt.

Bremen - von Malte Rehnert. Am Tag nach der Lehrstunde, der Demonstration, der Demütigung versuchte sich Klaus Allofs als Aufbauhelfer. Hinter den Bayern und Dortmund sei in der Bundesliga alles möglich, betonte Werders Sportchef gestern: „Es wäre ein falsches Zeichen, jetzt die Erwartungen zu reduzieren. Was sich da tummelt, können wir auch, das steckt in der Mannschaft drin.“

Eben diesen Beweis waren die Bremer allerdings beim 0:5 (0:3) in Gladbach in jeglicher Hinsicht schuldig geblieben.

„Gladbach hat uns gezeigt, wie man spielen muss, wenn man oben steht – und bleiben will“, gestand Allofs, den die peinliche Pleite im Spitzenspiel auch gestern noch gewaltig schmerzte: „Dritter gegen Vierter – es war so eine große Chance. Und das Schlimmste ist, dass bei uns der Glaube, diese Chance auch wahrzunehmen, nicht da war.“ Werder habe laut Allofs die Begeisterung gefehlt: „Läufst du oder laufe ich? Nein, beide müssen laufen. Das hat Gladbach sogar beim Stand von 4:0 noch gemacht, die haben uns nie in Ruhe gelassen.“

Das Debakel - Gladbach - Werder

0:5 - Werder gerät in Gladbach unter die Räder

Besonders Marco Reus und Patrick Herrmann profilierten sich als Bremer Quälgeister. Dem quirligen Herrmann gelang das 1:0 (16.), der deutsche Nationalspieler Reus erhöhte mit einem Dreierpack (23./38./51.) auf 4:0, ehe Juan Arango mit einem schönen Außenrist-Schlenzer den Endstand besorgte (53.). Erstaunlich war, dass besonders der dreifache Gladbacher Torschütze machen konnte, was er wollte. Schaafs Anti-Reus-Rezept, den 22-Jährigen erst gar nicht an den Ball kommen zu lassen, wurde überhaupt nicht umgesetzt. „Wenn man ihm immer wieder die Möglichkeit gibt, mit Schwung auf die Abwehr zu laufen, stoppt ihn kein Spieler der Welt. Das war ganz schlecht von uns“, schimpfte Allofs. Fand auch Schaaf: „Unsere Defensivleistung war fahrlässig. Wir waren nicht intensiv genug dran, haben nicht gestört. Da war überhaupt kein Zweikampfverhalten zu sehen – und dafür haben wir die Quittung bekommen.“

Die Mannschaft in der Einzelkritik

Die Einzelkritik: Eine Mannschaft als Totalausfall

Allofs war hinterher sogar noch ganz froh, dass Werder nicht knapp verloren, sondern eine ordentliche Abreibung bekommen hatte: „Vermutlich braucht unsere junge Mannschaft so ein klares Zeichen, so einen Weckruf. Da gibt es keine Ausreden, sondern nur einen Schuldigen – und das sind wir selbst.“ Kapitän Clemens Fritz sieht’s ähnlich: „Mir ist es lieber, ein Mal richtig auf den Sack zu bekommen statt drei Mal 0:1 zu verlieren. Jetzt wissen alle, worum es geht.“

Und zwar in den nächsten Wochen darum, „dass wir nicht leichtsinnig mit unserer guten Ausgangsposition umgehen. In Gladbach hat die gesamte Mannschaft versagt. Da ist hinterher keiner vom Platz gegangen, der mit irgendetwas zufrieden war“, sagt Innenverteidiger Sebastian Prödl und fordert: „Diesen Rückschlag müssen wir schnellstmöglich vergessen machen.“

Durch die Schmach von Gladbach ist Werder vom dritten auf den fünften Platz abgerutscht. Krisenstimmung herrscht noch nicht, aber die Bremer sind in Alarmbereitschaft – wie die Aussage von Keeper Tim Wiese verrät: „Wir gehören nach wie vor da oben hin. Aber wir müssen unsere Fehler abstellen, sonst geht’s nach unten.“ · mr

Dschungelcamp 2017: Tag sechs im Busch in Bildern

Dschungelcamp 2017: Tag sechs im Busch in Bildern

Deutschland besiegt Weißrussland - die Bilder

Deutschland besiegt Weißrussland - die Bilder

DHB-Auswahl wahrt weiße Weste - 31:25 gegen Weißrussland

DHB-Auswahl wahrt weiße Weste - 31:25 gegen Weißrussland

Werder-Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwoch

Meistgelesene Artikel

Niklas Moisander: „Es fühlt sich besser an“

Niklas Moisander: „Es fühlt sich besser an“

Nächste schlechte Nachricht von Grillitsch

Nächste schlechte Nachricht von Grillitsch

Ekici in Trabzon suspendiert

Ekici in Trabzon suspendiert

Wiedwald bleibt die Nummer zwei

Wiedwald bleibt die Nummer zwei

Kommentare