Alarm in der Abwehr

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Hier passiert es: Der Lauterer Dorge Kouemaha tritt Sebastian Prödl ins Gesicht, bricht dem Bremer den Oberkiefer und das Nasenbein. Stark blutend wird Prödl vom Platz getragen

Werder-Bremen - von Carsten Sander · Zum ersten Mal seit dem 4. Dezember 2010 (0:0 in Wolfsburg) hat Werder Bremen ein Auswärtsspiel ohne Gegentor über die Runden gebracht. Doch nach dem 0:0 beim 1. FC Kaiserslautern herrscht trotzdem Abwehralarm an der Weser. Denn den Bremern gehen die Innenverteidiger gleich im Doppelpack verloren.

Sebastian Prödl zog sich am Samstag zum Rückrundenauftakt schwere Gesichtsverletzungen zu, fällt vermutlich zwei Monate oder länger aus. Und Andreas Wolf verkündete gestern quasi schon seinen Wechsel zum AS Monaco.

Zwei weg – damit wird aus dem gerade noch üppigen Angebot von fünf Innenverteidigern plötzlich ein neuer Notstand. Inklusive des derzeit verletzten Naldo bleiben nur noch drei übrig. Was tun? Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs deutet an, dass auf dem Transfermarkt noch etwas passieren wird: „Wir werden auf diese Situation reagieren. Wir haben einige Spieler auf der Liste, das werden wir in den kommenden Tagen prüfen.“ Trainer Thomas Schaaf hatte bereits vor Prödls großem Pech angedeutet, dass der bevorstehende Verlust von Wolf mit einem Neuzugang aufgefangen werden könnte: „Auch das ist eine Möglichkeit.“

Nullnummer in Kaiserslautern

Werder Bremen spielt 0:0 in Kaiserslautern

Auf dem nationalen Markt, auch das lässt Allofs durchblicken, hat die Suche wenig Sinn: „Das ist leider nicht so einfach.“ Werder guckt ins Ausland – auch nach Schweden. Dort steht der schwedische U 21-Nationalspieler Alexander Sjöström Milosevic schon länger unter Bremer Beobachtung. Der Vertrag des 19-Jährigen bei AIK Stockholm läuft aber noch bis 2014.

Die Ablösesumme des Shootingstars der ersten schwedischen Liga wird bei transfermarkt.de auf eine Million Euro geschätzt – das ist in etwa die Summe, die Werder für Andreas Wolf erlösen wird. Es sei denn, die Bremer legen den 29-Jährigen noch an die Kette und untersagen den Wechsel nach Monaco. Wolf rechnet jedoch nicht damit, glaubt fest an die Freigabe. Allofs schweigt dazu, will sich erst heute zum Thema äußern.

In Kaiserslautern war er noch vornehmlich damit beschäftigt, zu begreifen, was Sebastian Prödl passiert war. Nasenbein gebrochen, Fraktur des Oberkiefers, Gehirnerschütterung und „das Jochbein ist auch betroffen“, postete der Österreicher gestern auf seiner Homepage und schrieb aus der Klinik in Kaiserslautern, was wohl jeder nachvollziehen kann: „Es geht mir – ehrlich gesagt – dreckig.“ Zur Veranschaulichung veröffentlichte er auch noch ein Foto von sich im Krankenbett – mit geschwollenem Gesicht, aber auch mit hochgerecktem Daumen.

Die Noten der Spieler

Die Noten: Kaiserslautern - Werder Bremen

Passiert war das Unglück in der 23. Minute. Prödl wollte nach einem Pfostentreffer von Markus Rosenberg per Kopf abstauben, Dorge Kouemaha per Fallrückzieher retten. Der rechte Fuß des Kameruners traf Prödl mitten im Gesicht. Schwer blutend blieb er liegen, wurde sofort in die Klinik gefahren, wo er auch die Nacht verbringen musste. Erst gestern Abend kehrte er nach Bremen zurück.

Der Knockout für ihn ist für Werder schon schlimm genug. Doch dass die Aktion von Schiedsrichter Robert Hartmann aus Wangen nicht mit einem Elfmeter bestraft wurde, erzeugte zusätzlichen Zorn. „Das ist unfassbar. Der Schiedsrichter hat mir in der Halbzeit gesagt, dass er es nicht gesehen hat. Die Aufnahmen widerlegen es – er hat es gesehen, und dafür habe ich kein Verständnis“, schimpfte Schaaf bei Liga total!. Auch Allofs zürnte: „Ich bin traurig über Bastis schwere Verletzung. Ich bin aber auch traurig, dass der Tritt nicht geahndet wurde.“

Am traurigsten ist aber Sebastian Prödl. Gerade hatte er sich in der Hierarchie der Innenverteidiger auf die Pole Position gearbeitet, nun fällt er lange aus. Und er weiß: „Der Weg zurück wird nicht einfach.“ · csa

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