Aktobes Plan: Heldentaten weit nach Mitternacht

Wladimir Muchanow

Bremen (kni/csa) - Seine Augen wanderten unruhig hin und her, seine Stimme war kaum zu vernehmen, weil er beim Reden die Lippen nur wenig öffnete: Lange Zeit wirkte Aktobe-Coach Wladimir Muchanow gestern bei der Pressekonferenz vor dem heutigen Gastspiel in Bremen nervös und eingeschüchtert ob der großen Aufgabe.

„Uns ist allen bewusst, dass Werder im Vergleich zu uns ein ganz hohes Niveau hat. Das ist der größte und stärkste Gegner, den wir je hatten“, ließ er übersetzen. Und jeder im Multimediasaal des Weserstadions dachte: Der kasachische Meister hat die Hosen voll.

Muchanow muss es gespürt haben. Als mutlos wollte er seine Mannschaft dann doch nicht dargestellt wissen. „Wir möchten schon offensiv spielen“, verkündete der russische Coach und machte seinen Spielern Mut: „Die Mannschaft hat keinen Druck, sie muss nicht gewinnen. Aber wenn wir gewinnen, dann sind wir in Kasachstan Helden. Und im Fußball kann alles passieren.“

Diese Aussicht soll den Gästen aus Zentralasien , die gestern Mittag in Bremen eingetroffen waren, Beine machen – und das zu einer ungewöhnlichen Anstoßzeit. Denn wenn die Partie um 21.00 Uhr angepfiffen wird, ist in Kasachstan Mitternacht. Doch die Zeitumstellung sei für sein Team kein Problem, behauptete Muchanow: „Das kennen wir schon.“ Nur eines möchten die Kasachen nicht wieder erleben: Die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit (80 Prozent) von Haifa. In der israelischen Hafenstadt brach Aktobe in der Champions-League-Qualifikation gegen Maccabi nach einer 3:0-Führung ein, verlor 3:4 und schied nach dem 0:0 im Hinspiel aus.

Deshalb geht’s jetzt in Bremen nur um den Einzug in die Europa League. Aber der wäre für den FK Aktobe trotzdem das Größte. In Kasachstan , das erst 2004 vom asiatischen zum europäischen Fußball-Verband wechselte, herrscht eine riesige Vorfreude – nicht nur auf das Hinspiel. „Die ganze Stadt freut sich darauf, die Bremer zu Gast zu haben“, berichtete Samat Smakov. Beim Kapitän war die Angriffslust des Trainers offenbar noch nicht angekommen. Denn Smakov präsentierte sich mehr als Fan und weniger als Gegner der Bremer: „Es ist eine große Ehre für mich, gegen solche bekannten Fußballer zu spielen.“

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