Der Stürmer wartet geduldig auf seine Chance und lobt Konkurrent Petersen

Akpala seltsam genügsam

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Joseph Akpala kann noch lächeln – obwohl seine sportliche Situation bei Werder unbefriedigend ist. ·

Belek - Das Bemühen um eine schnelle Integration kann man Joseph Akpala wahrlich nicht absprechen. Werders Nigerianer büffelt zum Beispiel fleißig Deutsch. „Zwei bis drei Mal in a week, jedes Mal 90 minutes.

Mit dem Trainer und meinen Kollegen versuche ich, Deutsch zu sprechen“, sagt der 26-Jährige, schwenkt dann aber doch lieber noch komplett um ins Englische und urteilt: „Es wird Schritt für Schritt besser.“ Anders als bei der Sprache, sind im sportlichen Bereich jedoch noch keine großen Fortschritte bei dem Stürmer zu sehen.

Dass er auch nach einem halben Jahr in Bremen den Erwartungen deutlich hinterherhinkt und nur wenig gespielt hat, muss Akpala mächtig wurmen. Komischerweise wirkt er aber überhaupt nicht unzufrieden – oder er kann seinen Frust einfach nur gut verbergen. „Es ist nicht einfach, geduldig zu sein. Aber ich muss es sein“, sagt er und fügt an: „Ich bleibe ruhig, arbeite weiter hart und warte auf meine Zeit. Wenn sie kommt, will ich bereit sein – und sie wird kommen.“ Nur wann? Akpala zuckt mit den Schultern: „Ich weiß nicht, wie lange es dauert. In Brügge war es damals auch so, dass es plötzlich lief.“

Bei Werder ging für ihn in den ersten Monaten noch nicht viel. Nach seinem Wechsel im Sommer vom belgischen Club FC Brügge (für 1,5 Millionen Euro) brachte es Akpala auf 14 Einsätze in der Bundesliga-Hinrunde. Eigentlich eine gute Zahl – doch wenn man genauer hinschaut, sieht man: Er ist bislang nicht mehr als ein Joker, der nur zwei Mal von Anfang an ran durfte, oft erst ganz spät eingewechselt wurde und es lediglich auf ein Tor sowie eine Vorlage brachte. „Ich habe mehr erwartet, auch von mir selbst“, gesteht der 26-Jährige, der in der vergangenen Saison in 48 Pflichtspielen für Brügge 22 Mal getroffen hatte.

Natürlich musste er sich dann erst mal umstellen – von der Jupiler League auf die Bundesliga, in der „viel schneller und körperlicher gespielt wird. Da hast du nicht viele Chancen“, weiß Akpala inzwischen. Der Eingewöhnungsprozess scheint aber längst noch nicht abgeschlossen zu sein.

Nils Petersen macht da einen deutlich besseren Eindruck, hat sich mit sieben Toren und vier Assists den Stammplatz als einzige Spitze gekrallt. „Nils spielt eine Super-Saison. Er hat das bisher sehr gut gemacht“, lobt Akpala seinen Konkurrrenten. Auch Trainer Thomas Schaaf sieht Petersen „einen Tick vorne. Er trifft gut.“ Akpala müsse nun eben „dranbleiben. Und das schafft er“, urteilt der Coach: „Joseph ist sehr bemüht und aktiv.“

Testspiel: Werder Bremen gegen PEC Zwolle

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Im Trainingslager in Belek war allerdings überhaupt nicht zu erkennen, dass Akpala den Druck auf Petersen erhöht. Der Nigerianer, der auch die belgische Staatsbürgerschaft besitzt, bekam gegen Wolfsburg 70 und gegen Zwolle 45 Minuten Einsatzzeit. Eigenwerbung betrieb er dabei aber nicht. Er wirkte als einzige Spitze ziemlich isoliert, war kaum ins Spiel einbezogen – und wenn doch, setzte er sich nur ganz selten durch. Gegen Zwolle vergab er zudem eine Riesenchance und damit die Gelegenheit, sich das nötige Selbstvertrauen zu verschaffen.

Werder ist zurück in Bremen

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So muss er weiter darauf warten, dass der Knoten irgendwann platzt und er an Petersen vorbeikommt. Andere Möglichkeiten sieht Akpala nicht, ein Ausweichen auf eine der offensiven Außenpositionen kann er sich nicht vorstellen: „Ich habe noch nie auf dem Flügel gespielt, das ist nicht meine Position – und das weiß der Trainer. Ich war immer vorne drin.“ · mr

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