Für den größten Wirbel im Sturm sorgt bisher der Trainer – mit seinen Wechseln

Akpala oder Petersen – wer heute spielt, muss treffen

Es kann nur einen geben – das aktuelle Werder-System sieht nur einen Mittelstürmer vor: Joseph Akpala und Nils Petersen kämpfen um diesen Platz in der Startelf. n Fotos: dpa/nph

Bremen - „Ich spüre seinen Atem im Nacken.“ Der das sagt, ist Nils Petersen. Und er spricht über Joseph Akpala. Was bildlich vorgestellt – man denke an Akpala, wie er huckepack an Petersen hängt und ihm an den Hals pustet – noch ganz lustig sein mag, ist für Werder Bremens vermeintliche Nummer 1 im Sturm eine ernsthafte Sache. Denn Petersen läuft Gefahr, seinen Status zu verlieren. Auch heute im Bundesliga-Auswärtsspiel beim FC Augsburg (20.30 Uhr) könnte Akpala in der Startelf stehen, und eben nicht Petersen.

Im Abschlusstraining gestern Nachmittag beorderte Trainer Thomas Schaaf den Nigerianer mit dem belgischen Pass jedenfalls schon wieder in die A-Elf. Das ist ein Indiz dafür, dass das Rennen im Bremer Sturm völlig offen ist. Beim 2:1-Erfolg in Freiburg hatte Akpala bereits den Vorzug bekommen und prompt zum ersten Mal für Werder getroffen. Am vergangenen Wochenende gegen Bayern München war dennoch Petersen wieder erste Wahl. Die Frage ist, ob der Personalwirbel im Sturmzentrum ein Dauerzustand wird oder ob sich einer der beiden Kandidaten richtig durchsetzen kann?

„Gut möglich“, sagt Bayern-Leihgabe Petersen, „dass es eine Rotation geben wird.“ Er selbst ist unsicher, weiß nicht, ob er heute von Anfang an spielen wird: „Beim Trainer ist es schwer, zu ahnen, wer erste Wahl ist.“

Werder-Abschlusstraining vor dem Augsburg Spiel

Das Einfachste ist, den Trainer selbst zu fragen. Aber – oh Wunder – Thomas Schaaf spricht nicht Klartext, sondern durch die Blume. Der erst spät verpflichtete Akpala sei in den vergangenen Partien „immer besser“ reingekommen. „Er begreift jetzt die Zusammenhänge unseres Spiels, versteht die Kombinationen“, sagt der Coach und formuliert so etwas wie ein Lob für den 26-jährigen Angreifer: „Er ist eine Bereicherung für unser Spiel.“ Und Petersen? Der ehemalige Torschützenkönig der zweiten Liga war mit Vorschusslorbeeren und großen Erwartungen in die Saison gegangen. „Nils steht für Tore“, führt Schaaf aus – wissend, dass die Tore bislang auf sich warten lassen. Erst einmal (gegen den HSV) hat der 23-Jährige getroffen. Normalerweise ist das bei 355 gespielten Minuten (zum Vergleich: Akapala kam erst 123 Minuten zum Einsatz) reichlich wenig für einen Mittelstürmer mit dem Ruf eines Torjägers. Schaaf kritisiert dennoch nicht, sondern preist Petersens Einsatzwillen: „Er ist sehr bereit, sich für die Mannschaft einzusetzen, unheimlich fleißig.“

Doch Nils Petersen ist clever genug, zu wissen, dass das nicht alles ist, weshalb Werder ihn für ein Jahr vom FC Bayern losgeeist hat. Und dass er sein Gehalt nicht allein für Laufarbeit gezahlt bekommt. Treffer müssen her. Und ähnlich wie die noch komplett torlosen Außenstürmer Marko Arnautovic („Bei mir zappelt’s im ganzen Körper“) und Eljero Elia („Wenn ich erst einmal getroffen habe, dann geht es richtig los“) wartet auch er auf seine persönliche Tor-Explosion: „Ein guter Stürmer ist, wer sich Chancen erarbeitet. Das mache ich. Ein sehr guter Stürmer ist, wer die Chancen auch nutzt. Der will ich werden.“

Dann mal rangeklotzt und fleißig Tore geschossen. Möglicherweise wird die SGL arena, Heimstatt des Tabellenletzten FC Augsburg, heute zur idealen Spielwiese für Petersen. Oder für Akpala, der von sich selbst sagt, mittlerweile voll drin zu sein bei Werder: „Es funktioniert immer besser mit den Mitspielern. Ich bin bereit für alle Aufgaben.“

Der Konkurrenzkampf ist entfacht, und gesucht wird der Gewinner. Petersen will es sein, Akapala auch. Aber bekriegen werden sie sich deshalb nicht, verspricht Nils Petersen: „Wir sind ganz sicher keine Stinker…“ · csa/kni

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