Ailtons Lieblinge: Vor dem Abschiedsspiel heute schaut der Brasilianer zurück auf seine Karriere

„Schaaf hat mir alles verziehen“

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Lieblingstrophäe – wenn auch noch nicht die echte: Ailton feiert in München spontan mit einer Meisterschale aus Pappe.

Bremen - Es ist soweit! Heute Nachmittag sagt Ailton „Adeus“ und verabschiedet sich von seinem geliebten Bremer Publikum. Das letzte Spiel des Brasilianers, der Werder 2004 zum Double geschossen hat und seither ein absoluter Publikumsliebling ist, wird um 16 Uhr (NDR live) im Weserstadion angepfiffen.

Und es wird ein großes Fest mit Samba, vielen Stars und vielen Tränen beim emotionalen „Kugelblitz“. Vorher blickt der 41-Jährige mit dieser Zeitung auf seine schillernde Karriere zurück und sagt, was ihm am besten gefallen hat. Ailtons Lieblinge:

Lieblingsgast

Thomas Schaaf und Julio Cesar. Cesar ist mein großer Bruder. Weil er nicht mehr spielen kann, ist er bei meinem Abschied Trainer der Südamerika-Auswahl. Und Schaaf ist mein deutscher Papa. Er war mit der wichtigste Mann in meiner Karriere und hatte immer Verständnis für Ailton, für meine Mentalität.

Lieblingstrainer

Lieblingstrainer: Thomas Schaaf „ist mein deutscher Papa“, sagt Ailton: „Und er ist der beste Trainer, ganz klar.“

Noch mal Thomas Schaaf. Er war auch mal sauer auf mich, aber dann hat er mich in den Arm genommen und gesagt: ,Bleib ruhig.‘ Wie ein Vater mit seinem Sohn eben umgeht. Ich habe in meiner Karriere viele Fehler gemacht, war immer zu spät. Das wissen alle. Aber er hat mir alles verziehen. Eine Woche hat er mich hart trainieren lassen, aber dann durfte ich auch wieder Torschüsse machen. Thomas Schaaf ist der beste Trainer, das ist klar.

Lieblingstor

Das 3:0 bei Bayern München im Mai 2004, keine Frage. Rein in die Ecke, Tor, Deutscher Meister.

Lieblingsjubel

Ich hatte bei Schalke ein paar Turbulenzen. Gleich am Anfang habe ich eine Rote Karte bekommen – und die Leute haben geschimpft: ,Der ist mit seinem Kopf noch in Bremen.‘ Nach der Sperre hat der Trainer gesagt: ,Du spielst jetzt. Und mach’ dein erstes Tor im Schalke-Trikot‘. Ich habe gesagt: ,O.k. – kann ich machen.‘ Und dann habe ich es gegen Mainz gemacht. Der Jubel war ziemlich verrückt, ich habe vor Freude das Maskottchen Erwin angesprungen. Und das hat plötzlich seinen Kopf verloren, da habe ich mich ziemlich erschrocken. Erwin aber auch, glaube ich.

Lieblingsmoment

Als wir aus München zurückgekommen und in Bremen gelandet sind, warteten die ganzen Fans im Flughafen und auf dem Rollfeld. Dann sind wir ausgestiegen und haben die ganzen Massen jubeln sehen. Unvergesslich, genial.

Lieblingsspieler

Ronaldo – aber nicht Cristiano, sondern der dicke. Ein brillanter Fußballer und so ein bisschen mein Spiegel. Er war schnell und dick, genau wie ich.

Lieblingsmitspieler

Ich hatte eine Superzeit mit Paul Stalteri. Wir waren vor den Spielen im Hotel zusammen auf einem Zimmer. Er hat mich immer motiviert, war immer positiv, stand immer hinter mir. Egal, in welcher Situation. Von den Fußballern ist er mein bester Freund.

Lieblingsgegenspieler

Da gibt es viele (lacht), ich nenne lieber keine Namen. Aber gegen eine Mannschaft habe ich immer gespielt und getroffen: Bochum. Ich habe häufiger gedacht: Nächste Woche spielen wir gegen Bochum – Gott sei Dank, da treffe ich wieder. Und wir gewinnen. Gegen Leverkusen war es dagegen immer schwer, weil da Lucio gespielt hat. Er war auf dem Platz wie ein bissiger Rottweiler, sehr unangenehm.

Lieblingsland

Erst mal kommen Brasilien und Mexiko, wo ich lebe. Aber dann natürlich Deutschland als Land und Bremen als Stadt. In China habe ich mich dagegen gar nicht wohl gefühlt. Es ist eine völlig andere Kultur, sehr schwer für einen Brasilianer. Eine Woche Urlaub dort und jeden Tag Essen bei McDonald’s – das reicht mir.

Lieblingsplatz in Bremen

Die Schlachte finde ich super. Viel los, viele Leute, gute Stimmung. Da war ich immer gerne. Aber Bremen ist insgesamt toll.

Lieblingsspitzname

Kugelblitz. Die Leute in Bremen sagen immer: ,Ah, der Kugelblitz ist wieder da.‘ Das mag ich.

Lieblings TV-Auftritt

Puh, schwierig. Dschungelcamp? Na ja, das Thema mag meine Frau (Rosalie ist in Hörweite, Anm. d. Red.) nicht so gerne... Und die Leute haben sich gefragt: Warum tut er sich das an? Aber ich hatte dort sehr viel Spaß und habe neue Erfahrungen gemacht. Für mich war es insgesamt positiv, nicht negativ.

Lieblingstrophäe

Natürlich die Meisterschale und der DFB-Pokal. Und für mich persönlich der Pokal für den besten Spieler des Jahres 2004. Das war schon etwas ganz Besonderes, weil ich der erste Ausländer war, der diese Auszeichnung bekommen hat. Das ist noch besser als die Kanone für den Torschützenkönig, die bei Werder im Museum bleibt. Auch ein super Pokal, aber nicht ganz so wichtig.

Lieblingsspruch

„Das Ailton“ – würde ich sagen. So war es immer, das trifft es am besten. Und deshalb trägt mein Abschiedsspiel auch diesen Namen. Das passt perfekt.

mr

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