20-jähriger Schweizer ist der neue Mann für die Bremer Innenverteidigung

Affolter wird’s – Werder kriegt seinen „Young Boy“

Willkommen in Bremen! Francois Affolter traf gestern Abend in Begleitung von Werder-Boss Klaus Allofs auf dem Flughafen der Hansestadt ein. ·

Bremen - von Björn Knips. Ganz findige Strategen hätten darauf eigentlich kommen müssen: Werder-Boss Klaus Allofs hatte die Verpflichtung eines jungen Innenverteidigers angekündigt – und ist wo fündig geworden? Natürlich bei den Young Boys Bern!

Allofs traf sich gestern in Zürich mit Francois Affolter, um den 20-jährigen Schweizer Nationalspieler von einem Wechsel an die Weser zu überzeugen. Mit Erfolg, denn um 22.15 Uhr kamen die beiden mit dem Flieger in Bremen an. Heute folgt der medizinische Check, danach soll der Neuzugang vorgestellt werden. Mit dessen Club hat sich Allofs auf eine Ausleihe bis Sommer mit Kaufoption geeinigt.

Wer ist dieser Francois Affolter? Der 20-Jährige gilt als große Abwehrhoffnung der Schweiz, hat sogar schon vier Mal für die Nationalmannschaft gespielt. Doch in Bern ist er in dieser Saison auf der Ersatzbank gelandet. Trainer Christian Gross, der auch mal den VfB Stuttgart betreute, vertraute zumeist den erfahreneren Alain Nef (29 Jahre) und Duson Veskovac (25). So langte es für Affolter in der Liga nur zu fünf Einsätzen, nur drei Mal spielte er dabei durch. Dafür ist er in der Schweizer U 21 eine feste Größe. Die Medien vor Ort beschreiben den 1,86 Meter großen Eidgenossen als beidfüßig, sehr schnell, beweglich und robust. Viele trauen ihm durchaus zu, sich in der Bundesliga durchzusetzen.

Zuletzt war Affolter bereits mit den Ligakonkurrenten Grashopper Club Zürich und dem FC Luzern in Verbindung gebracht worden. Doch ein Transfer scheiterte. „Schade, dort hätte ich bestimmt mehr Spielpraxis gesammelt“, bedauerte Affolter diese Entwicklung. Nun stimmen die Voraussetzungen offenbar. Am Morgen hatte sich Affolter im Trainingslager der Young Boys in Cala de Mijas (Südspanien) auf den Weg nach Malaga gemacht, um von dort nach Zürich zu fliegen. Die Verantwortlichen seines Clubs bestätigten schon am Nachmittag Gespräche zwischen dem Spieler und seinem vermeintlich neuem Club Werder Bremen.

Kurios: In einem TV-Interview im Trainingslager hatte Affolter einen Wechsel ins Ausland noch ausgeschlossen: „Dazu fühle ich mich nicht bereit, ich würde lieber noch in der Schweiz bleiben.“ Zumal er gerade seinen Militärdienst absolviert. „Bis zum 16. März muss ich da noch ein paar Mal hin“, berichtete der 20-Jährige. Und es sei nicht einfach, das mit dem Leben eines Fußball-Profis zu vereinbaren. Es bleibt abzuwarten, welchen Einfluss das auf sein Engagement in Bremen haben wird.

Werder sieht darin offenbar kein Problem. Der Bundesligist hat sich schnell für den Schweizer entschieden. Erst am Samstagabend hatte Allofs nach der schweren Verletzung von Sebastian Prödl beim Rückrunden-Auftakt in Kaiserslautern mit der Suche begonnen und sich gestern Vormittag noch diebisch gefreut, „dass alle mit ihren Spekulationen daneben liegen“. Der angebliche Topkandidat Aleksandar Milosevic von AIK Stockholm war kein Thema, weil er sich gerade erst von einem Fußbruch erholt. Jetzt soll es Affolter richten. · kni

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