16-Jähriger erlitt Schädelbrüche

Tragischer Tod eines Werder-Fans: Vor 30 Jahren starb Adrian Maleika

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Fans des SV Werder Bremen zeigen mit Transparenten und Armbinden während des UEFA-Cup-Spiels ihrer Mannschaft gegen IK Brage-Borlänge am 20.10.1982 in Bremen ihre Anteilnahme am Tod von Werder-Fan Adrian Maleika. Vor 30 Jahren starb Maleika der am Tag zuvor auf dem Weg ins Hamburger Volksparkstadion von Hamburger Hooligans überfallen worden war.

Hamburg/Bremen - Von Michael Rossmann. Der 17. Oktober 1982 ist einer der traurigsten Tage in der Geschichte des deutschen Fußballs. Heute vor 30 Jahren starb der Bremer Fan Adrian Maleika, der am Tag zuvor von Hamburger Hooligans überfallen worden war.

Das Entsetzen damals war groß - doch der Fußball kämpft auch im 50. Jahr seit Bestehen der Bundesliga weiter gegen die Gewalt.

Der 16 Jahre alte Maleika war auf dem Weg zum Pokalspiel seines Clubs Werder Bremen beim Hamburger SV. Dass sein Verein durch Thomas Schaaf und Johnny Otten zu Toren kam, aber durch Gegentreffer von Horst Hrubesch und Lars Bastrup (2) ausschied, erlebte der Lehrling nicht mehr. Als die Partie lief, kämpfte er um sein Leben - vergeblich.

Maleika und eine Gruppe von Werder-Fans waren im Volkspark mit Hamburger Anhängern aneinandergeraten. Am Ende der brutalen Auseinandersetzung mit Gaspistolen und Leuchtmunition waren die Bremer - wie ein Gericht ein Jahr später befand - von den HSV-Fans in ein Wäldchen gedrängt worden, in dem Maleika von einem Steinbrocken am Kopf getroffen wurde. Dabei erlitt er mehrere Schädelbrüche und starb am Tag darauf an den Folgen einer Hirnlähmung im Krankenhaus in Hamburg Altona.

Als „schwärzesten Tag“ seiner Zeit bei Werder bezeichnete der damalige Manager und heutige Aufsichtsrats-Chef Willi Lemke im NDR die Ereignisse von vor 30 Jahren. „Eine der größten Tragödien, die wir erlebt haben“, meinte der damalige HSV-Manager Günter Netzer, der gemeinsam mit Lemke bei Maleikas Beerdigung auf dem Friedhof in Bremen-Huckelriede war.

„Das Schuldgefühl wird man nicht los“, sagte Roland Maleika, der den kleineren Bruder mit zum Fußball genommen hatte. Der wahre Täter konnte nicht ermittelt werden. Im Prozess vor der Jugendkammer des Hamburger Landgerichts wurden später drei der acht Angeklagten wegen aktiver Beteiligung an den Auseinandersetzungen zu Strafen zwischen zweieinhalb Jahren Haft und zehn Arbeitsmaßnahmen verurteilt. Fünf Hamburger aus dem Umfeld des Fan-Clubs „Die Löwen“ wurden freigesprochen.

Maleika blieb nicht das einzige Opfer. Nach ihm starben weitere Fans im Umfeld von Fußballspielen, unter anderen nur sechs Jahre später ein Anhänger von Schalke 04: Nach dem Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken war dem Mann mit einer langen Holzstange auf dem Kopf geschlagen worden. Auch wenn es länger keinen Toten gab, kämpft der Fußball weiter mit einem Gewaltproblem. Körperliche Auseinandersetzungen gehören zum Alltag der Bundesliga, Schlägereien gibt es fast jedes Wochenende.

Auch zwischen den Fans des SV Werder Bremen und des HSV gibt es weiter eine bisweilen gefährliche Rivalität. Ohne extra große Polizeiaufgebote ist kein Nord-Derby möglich. Die Vereine selber bemühen sich um freundschaftlichen Umgang und erinnern in diesen Tagen an den Tod Maleikas.

„Damals wie heute ist dieses Ereignis Anlass für alle Verantwortlichen und Mitarbeiter sowie alle Mitglieder und Fans des Hamburger Sport-Vereins, immer alles Mögliche dafür zu tun, damit sich ein derartiges Ereignis nie wiederholt“, schreibt der HSV auf seiner Internet-Seite. Im Museum des Clubs erinnert eine Tafel an den gewaltsamen Tod Maleikas. Werder will am kommenden Samstag vor der Bundesliga-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach in der Osttribüne des Weser-Stadions eine Gedenktafel enthüllen.

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