Werder-Profi trifft doppelt – und Österreich jubelt, doch Allofs mahnt: „Das war nur Aserbaidschan“

Achtung, Arnautovic!

Die pure Freude: Marko Arnautovic genoss seine Tore für Österreich in vollen Zügen.

Werder-Bremen - Von Björn Knips · Auf diesen Tag hatten sie in Österreich sehnsüchtig gewartet: Endlich war Marko Arnautovic das „Jahrhundert-Talent“, als das ihn Andreas Herzog mal bezeichnet hatte.

Doppelpack beim 3:0-Sieg in der EM-Quali gegen Aserbaidschan – dazu noch jede Menge Fersler und Schupfer, wie es so schön im Nachbarland für Hackentricks und Lupfer heißt. Die Fans im Ernst-Happel-Stadion und vor den Fernsehern, aber vor allem die Medien waren vom Profi des SV Werder begeistert. Einen Dämpfer gab’s ausgerechnet aus Bremen – von Clubchef Klaus Allofs: „Natürlich freue ich mich für Marko. Aber bitteschön, das war Aserbaidschan. Und Aserbaidschan ist nicht Mainz oder irgendein anderer Bundesligist.“

Also: Achtung, Arnautovic! Der 21-Jährige hat zwar eine Duftmarke gesetzt, international auf sich aufmerksam gemacht, aber der Durchbruch war das längst noch nicht, zumal nach der Partie wieder bekannte Verhaltensmuster auftraten. Sein Auslaufen mit den Teamkollegen am Tag danach soll mit „Entengang“ noch wohlwollend beschrieben sein. Angeblich habe er sich dann auch über zu viele Runden beschwert. Und zur Pressekonferenz kam er nicht nur verspätet, sondern auch im privaten Outfit. In Superzeitlupe zog sich Arnautovic die rot-weiß-rote Teamjacke über.

„Jetzt werden wir ihn bis Dienstag wohl festbinden müssen, damit er nicht abhebt“, soll laut der „Kleinen Zeitung“ ein Teamkollege gescherzt und ein weiterer mit Blick auf die Reise zum Spiel in Brüssel nachgelegt haben: „Hoffentlich kollidiert unser Flugzeug in der Luft nicht mit Marko.“

Arnautovic ist einer, der genießt solche Momente ganz besonders, er zelebriert sie sogar. „So ein Nationalteam-Comeback zu haben, ist fantastisch“, schwärmte er mit megabreiter Brust nach seinen ersten Treffern im sechsten Länderspiel. Auf das hatte er eineinhalb Jahre warten müssen. Dem von Herzog so hochgelobten und deshalb in der U 21 des Ex-Bremers so gerne eingesetzten Angreifer traute Nationalcoach Didi Constantini nicht über den Weg. Da ging es ihm wie vielen seiner Landsleute. Schließlich hatte Arnautovic im Sommer verkündet, dass er lieber für Serbien, dem Land seines Vaters, spielen würde.

Das Thema ist abgehakt. Und Constantini stellte nun klar: „Marko ist vielleicht nicht so wie jeder andere, aber menschlich in Ordnung. Ich will ihn nicht bändigen und ihm seine Fersler überhaupt nicht austreiben.“

Allofs sieht’s ähnlich. „Es geht nicht darum, Marko klein zu machen“, betonte der Werder-Sportchef: „Und wir können nicht erwarten, dass er nun denkt: Alles was er vorher gemacht hat, war falsch. Diese Form der Selbstaufgabe wollen wir nicht.“ Aber Allofs will Arnautovic reifen sehen: „Er muss selbstkritisch sein und sich in die Gemeinschaft einführen. Er hat riesiges Potenzial, aber es ist noch ein weiter Weg für ihn, das ständig zu zeigen.“ Immerhin stimme die Richtung, so Allofs über den 6,5-Millionen-Euro-Einkauf aus Enschede: „Marko hat verstanden, was wir mit ihm vorhaben und sieht das als erfolgversprechendes Rezept an.“

Dazu passt, dass Arnautovic bei aller Selbstdarstellung zumindest ein bisschen Demut zeigte und zu seinen Tricks meinte: „Ich mache das nicht, damit die Leute ‘was zum Klatschen haben. Ich versuche immer, einen Mitspieler zu bedienen. In meinem Hinterkopf existiert nicht der Gedanke, mich zu inszenieren. Ich mache das nicht um zu zeigen, dass ich mit dem Gegner machen kann, was ich will.“

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