Ab ins Achtelfinale – aber der Mann des Tages jubelt nicht gegen „seinen“ 1. FC Köln

Ujah schießt Werder weiter – 1:0

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Und ab ins Glück! Anthony Ujah erzielt das 1:0 für Werder – und seine Kölner Ex-Kollegen können nur hilflos zuschauen.

Bremen - Es ist die perfekte Pokal-Geschichte: Ausgerechnet Anthony Ujah hat Werder Bremen gestern in der zweiten Runde des DFB-Pokals zum 1:0 (1:0)-Sieg über den 1. FC Köln geschossen – seinen Ex- und Immer-noch-Herzensclub.

Der Treffer des Torjägers reichte zum Einzug ins Achtelfinale, weil beide Teams speziell in der zweiten Halbzeit sehr nachlässig mit ihren Chancen umgingen. Die Paarungen des Achtelfinals (Spieltermin 15./16. Dezember) werden am Sonntag ausgelost.

Wie angekündigt hatte sich Ujah den Jubel nach seinem Tor in der 21. Minute verkniffen. Treffer gegen den 1. FC Köln, den er im Sommer nach drei Jahren Richtung Bremen verlassen hatte, sind für ihn durch den Wechsel zwar Teil des Jobs, aber kein Grund, Purzelbäume zu schlagen. Also stand der Nigerianer („Ich werde immer FC-Fan bleiben“) stocksteif vor den Kölner Fans, während die Bremer Kollegen vor Freude über ihn herfielen. Ujah, der vier Tage zuvor schon Mainz 05, seinen anderen Ex-Verein, mit zwei Toren abgeschossen hatte, ließ es geschehen. Eine Miene verzog er nicht.

Dabei war es wirklich schön gemacht gewesen dieses 1:0. Der Pass von Bartels hätte auch in dem gut in Position gelaufenen Florian Grillitsch einen Abnehmer gefunden. Aber Ujah war schneller, schnappte sich den Ball, drehte sich um Frederik Sörensen und schob den Ball ins lange Eck.

Die Noten: Starker Wiedwald, mutiger Grillitsch

Kurz vor der Pause besaß Ujah, der nur von wenigen Kölner Fans ausgepfiffen worden war, sogar die Chance, auf 2:0 zu stellen. Doch nach perfekter Grillitsch-Vorarbeit scheiterte der 25-Jährige an Kölns Keeper Timo Horn (44.).

Zwischen den beiden Ujah-Szenen hatte Werder allerdings brenzlige Strafraumszenen in Serie zu überstehen. Immer wieder kamen die Hereingaben über die linke Bremer Abwehrseite, wo Janek Sternberg als Vertreter des angeschlagenen Santiago Garcia (Wadenprobleme) oft überfordert war. Obwohl das Bremer Abwehrzentrum auch nicht alles ausbügeln konnte, kam Köln zu keiner klaren Chance. Man konnte es so werten, wie es Ehrenspielführer Frank Baumann in der Pause tat: „Totale Kontrolle.“ Man konnte aber auch sagen: Dusel war dabei.

Fortsetzung nach der Pause: Nationalspieler Jonas Hector lief Theodor Gebre Selassie und Clemens Fritz davon, steckte den Ball zu Anthony Modeste durch. Doch der Kölner Torjäger-Tony machte es wie zuvor Ujah und scheiterte aus beinahe identischer Position am gegnerischen Schlussmann (49.). Die Bremer Führung hielt.

Auch dann noch, als Theo Gebre Selassie und Alejandro Galvez Modeste zum Torschuss einluden. Einer verließ sich auf den anderen – Modeste ging dazwischen, sein Schuss touchierte aber nur den Außenpfosten (56.). Acht Minuten später verpasste auch Dusan Svento das mögliche 1:1. Das Glück – es stand Werder weiter tapfer zur Seite.

Aber um es richtig einzuordnen: Das Team von Trainer Viktor Skripnik wurde im ersten Pokal-Heimspiel seit 2045 Tagen (zuletzt im März 2010 gegen den FC Augsburg – 2:0) nicht an die Wand gespielt. Köln fand nur vereinzelt zur bekannten Konterstärke.

Werder selbst kam trotz einiger Tempo-Angriffe erst in der 70. Minute zum ersten Abschluss in Halbzeit zwei. Zlatko Junuzovic verzog aus 16 Metern. Grillitsch, der seinen zweiten Startelf-Einsatz in Folge mit gelungenen Szenen rechtfertigte, lieferte Torschuss Nummer zwei, scheiterte aber an Horn (73.).

So lief die Uhr im mit 40052 Zuschauern gefüllten Weserstadion Minute für Minute dem Achtelfinale entgegen – und dem 35. Bremer Pokal-Heimsieg in Folge. Seit dem 13. April 1988 – es war ein 0:1 gegen Eintracht Frankfurt – ist der sechsfache Pokalsieger daheim nicht mehr ausgeschieden.

Beinahe hätte die perfekte Pokalgeschichte um Anthony Ujah sogar noch eine Claudio-Pizarro-Note bekommen. Doch als der spät eingewechselte Alt-Star in der zügellosen Schlussphase alleine auf die Reise Richtung Kölner Tor geschickt wurde, war FC-Torwart Timo Horn einfach schneller. In der Nachspielzeit sorgte schließlich Felix Wiedwald mit einer Glanztat bei einem letzten Modeste-Versuch dafür, dass am Sonntag bei der Auslosung auf einem Los der Schriftzug SV Werder steht. Der Bremer Wunsch? Natürlich das nächste Heimspiel in der Pokal-Festung Weserstadion.

csa

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