Clemens Fritz überzeugt im defensiven Mittelfeld / Bald aber wieder hinten rechts / Lob für Schmidt

Die „Acht“ mit 30 auf der „Sechs“

Clemens Fritz musste sich ein bisschen umstellen, aber mittlerweile macht er als „Sechser“ eine gute Figur.

Bremen - Von Malte Rehnert· Seit einigen Wochen geht Clemens Fritz fremd. Werders Rechtsverteidiger tauchte gegen St. Pauli, in Wolfsburg und zuletzt gegen Inter Mailand im defensiven Mittelfeld auf. Der seit Dienstag 30-Jährige, der in Bremen die „Acht“ trägt, als „Sechser“ – ein gelungenes Experiment, aber keine Dauerlösung.

„Der Trainer macht sich sehr viele Gedanken und weiß, wie vielseitig ich bin. Es freut mich, dass er mir die Rolle im Mittelfeld zutraut“, sagt Fritz, der die Verletzungssorgen in den vergangenen Wochen als Hauptgrund für seine Versetzung anführt. Coach Thomas Schaaf hat „teilweise doch gar nicht gewusst, wen er am Wochenende aufstellen kann. Viele Möglichkeiten hatte er nicht mehr.“

Schaaf erinnerte sich bei seinem Aufstellungs-Puzzle an Fritz’ offensive Vergangenheit („Er ist gelernter Stürmer“) und zog ihn weiter nach vorne. Allerdings nicht in den Angriff oder ins rechte Mittelfeld, sondern auf die „Sechs“ neben Kapitän Torsten Frings. Für Fritz ziemlich ungewohnt: „Da habe ich erst ein oder zwei Mal gespielt – damals in Karlsruhe. Und das ist bestimmt schon acht Jahre her.“ Trotzdem klappte es. „Er hat die Position sehr gut angenommen. Gerade, was seine Bewegungen nach vorne anbetrifft. Es kommt ihm zugute, dass er das schnelle Umschalten beherrscht“, urteilte Schaaf gestern.

Zunächst musste sich Fritz allerdings ein bisschen umstellen: „Die Laufwege sind ganz anders, man muss mehr für die Spieleröffnung tun.“ In Wolfsburg und gegen Inter sei er deshalb „schwer ins Spiel gekommen. Aber dann ging’s immer besser. Ich denke, im Großen und Ganzen hat’s ganz gut geklappt.“ Das gilt auch für die Abstimmung mit Nebenmann Frings. „Wenn ich nach vorne gegangen bin, hat Torsten abgesichert und umgekehrt. Wir sind beide erfahren genug, um diese Position auszufüllen“, meint Fritz.

Vermutlich bis zur Winterpause werden die Routiniers, ein System mit zwei „Sechsern“ vorausgesetzt, noch Seite an Seite spielen. Die Personalnot ist zwar nicht mehr so groß, Fritz könnte sofort wieder nach rechts und zurück rücken – aber dort hinterlässt Dominik Schmidt (23) momentan einen starken Eindruck. „Er macht seine Sache hervorragend. Es ist schön zu sehen, dass da Spieler sind, auf die man sich gleich zu 100 Prozent verlassen kann“, lobt Fritz seinen Vertreter.

Sehr gut möglich, dass Schaaf auch morgen in Dortmund und dann zum Hinrundenabschluss gegen Kaiserslautern auf Schmidt vertraut. Ab Januar dürfte dann der derzeit verletzte Wesley ins defensive Mittelfeld zurückkehren – und Fritz auf seinen angestammten Posten in der Abwehr. Schaaf kündigte schon mal an: „Ich sehe ihn als Rechtsverteidiger.“ Fritz sich selbst auch. „Wenn ich im Mittelfeld aushelfen soll und der Mannschaft helfen kann, mache ich das gerne“, sagt er zwar – ergänzt aber: „Ich fühle mich hinten sehr, sehr wohl.“

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