Naldo fordert jetzt Einkäufe

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Naldo hat keine Hoffnung mehr – nicht auf die Europa League, nicht auf einen Pizarro-Verbleib.

Bremen - Die Abwanderungswelle rauscht weiter die Weser runter. Im vergangenen Sommer Per Mertesacker, kürzlich Wesley, dann Tim Wiese, nun Marko Marin. Ein Star nach dem anderen verlässt Werder Bremen.

Das böse Wort vom Ausverkauf macht die Runde. Und bekommt weitere Nahrung, weil auch der Verbleib von Claudio Pizarro nicht sicher ist. Weil Naldo nach verpasster Europa-League-Qualifikation als nächster Verkaufskandidat gilt. Weil bisher nur der Vertrag mit Kapitän Clemens Fritz verlängert wurde. Weil noch kein Neuzugang bekannt ist. Reichlich Gründe, um nervös zu werden. Spart sich Werder in Grund und Boden?

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Klaus Allofs kommt die undankbare Rolle zu, den eingeschlagenen Kurs rechtfertigen und erklären zu müssen. „Unsere Situation ist überhaupt nicht dramatisch. Wir haben aber für uns beschlossen, uns ohne europäisches Geschäft nicht so einen teuren Kader erlauben zu wollen. Wirtschaftlich sind wir sehr gut aufgestellt. Niemand muss sich Sorgen machen.“

Tatsächlich kamen in dieser Saison geschätzte 25 Millionen Euro an Ablösesummen (elf für Mertesacker, sechs für Wesley, acht für Marin) zusammen. Dem stehen nur die 3,5 Millionen Euro für Sokratis gegenüber. Ein Missverhältnis, meint Naldo und trägt ganz offen seine Bedenken vor. „Wir haben schon viele gute Spieler verkauft, aber keine wichtigen dazugeholt. Wir brauchen noch ein paar erfahrene Spieler, wenn wir wieder nach oben wollen.“

Oben war in der zu Ende gehenden Saison unerreichbar. Mit der 1:3-Pleite beim VfL Wolfsburg hat Werder die letzte Chance auf die Europa League verspielt. Zwar bleibt am letzten Spieltag noch eine theoretische Chance, doch für Naldo ist die Sache klar: „Es ist vorbei. Hannover (drei Punkte vor Werder, d. Red.) lässt sich das nicht mehr nehmen.“

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Allofs muss also ohne das Lockmittel Europa League Spieler ködern, damit aus dem, was derzeit wie ein Ausverkauf aussieht, doch ein Umbruch wird. Noch hat der Vorsitzende der Geschäftsführung aber keinen Neuzugang unter Dach und Fach. Noch ist aber auch nicht entschieden, wer überhaupt bleibt, wer geht. Markus Rosenberg („Ich habe noch nichts gehört“) und Sebastian Boenisch warten auf Angebote. Dass sie noch keine bekommen haben, zeigt, dass Werder eigentlich nicht mehr mit ihnen plant. Sebastian Prödl steht dagegen kurz vor der Vertragsverlängerung. Heute oder morgen wird sie vermutlich verkündet. Und auf Claudio Pizarro hoffen alle Bremer, aber längst nicht alle glauben auch, dass er nochmal bei Werder unterschreiben wird. „Meine Meinung ist, dass er nicht bleibt“, verrät Naldo und begründet: „Es dauert schon zu lange.“

Der Brasilianer gibt selbst auch kein Treuebekenntnis für die kommende Saison ab – trotz eines noch bis 2013 laufenden Vertrags: „Es ist total offen, ob ich hierbleibe. Ich muss mit Klaus Allofs über die nächste Saison reden. Ich muss für mich einen Plan sehen.“ Er will wissen, wie es wirklich weitergeht bei Werder. Nicht nur er. n csa

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