Die Gefährdeten

Abstiegskampf auf der Zielgeraden

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Abgestiegen: Thomas Schaaf

Bremen - Noch mindestens acht Clubs müssen um den Verbleib in der 1. Fußball Bundesliga zittern. Hannover 96 gilt als abgestiegen. Aber was ist mit den weiteren sechs Konkurrenten, die kurz vor der Zielgeraden in der Tabelle um den SV Werder Bremen liegen?

Darmstadt 98: Nicht kaputt zu kriegen?

Wann bricht der SV Darmstadt 98 ein? Bricht er überhaupt noch ein? Bislang wehrt sich der als sicherer Absteiger in die Saison gestartete Club tapfer gegen das ihm zugedachte Schicksal. Und hätte es in den letzten beiden Partien gegen Wolfsburg (1:1) und Augsburg (2:2) nicht jeweils ein Last-Minute-Gegentor gegeben, wären die Lilien schon ziemlich nahe am rettenden Ufer. „Wir sind unglaublich enttäuscht, aber wir werden weiterkämpfen“, twitterte Verteidiger Luca Caldirola gestern.

In der Tat macht der Aufsteiger den Eindruck, dass er nicht so schnell kaputt zu kriegen ist. Und Teams wie Stuttgart und der HSV, die auf einen Sieg über Darmstadt setzen, könnten eine böse Überraschung erleben.

Das Restprogramm:

28. Spieltag: Stuttgart (H)

29. Spieltag: Hamburg (A)

30. Spieltag: Ingolstadt (H)

31. Spieltag: Köln (A)

32. Spieltag: Frankfurt (H)

33. Spieltag: Hertha (A)

34. Spieltag: M’gladbach (H)

FC Augsburg: Erst sammeln, dann Vollgas

Auch nach dem Aus in der Europa-League kommt der FC Augsburg nicht in Gang. Drei Punkte aus den fünf Spielen seit dem knappen K.o. gegen Liverpool sind zu wenig, um dem Abstiegskampf zu entkommen. Der FCA, immerhin Fünfter der Vorsaison, hat in der Rückrunde bislang nur ein Spiel gewonnen – und das war ein 1:0 bei Hannover 96. Trainer Markus Weinzierl setzt nun voll auf die Länderspielpause über Ostern – für sein Team ist es die Chance, „sich zu sammeln und durchzuschnaufen“, so Weinzierl: „Und dann geben wir in den restlichen sieben Spielen richtig Vollgas.“ Die Augsburger hatten am 16. Spieltag die Abstiegsränge verlassen, stehen nun aber nur ob des um drei Treffer besseren Torverhältnisses über dem Strich.

Das Restprogramm:

28. Spieltag: Mainz (A)

29. Spieltag: Werder (A)

30. Spieltag: Stuttgart (H)

31. Spieltag: Wolfsburg (A)

32. Spieltag: Köln (H)

33. Spieltag: Schalke (A)

34. Spieltag: Hamburg (H)

1899 Hoffenheim: Auferstehung dank Nagelsmann

Vier Siege in sieben Spielen – mit dieser Bilanz hat Neu-Trainer Julian Nagelsmann aus dem sicheren Abstiegskandidaten 1899 Hoffenheim die Mannschaft gemacht, vor der im Keller alle zittern. Bis auf den Relegationsplatz hat sich das Team schon vorgearbeitet, der Sprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. Denn Hoffeheim ist aufgeblüht, hat sogar zwei Siege in Folge geschafft – erstmals seit fast zwei Jahren. „Ein geiles Gefühl“, jubelt Stürmer Kevin Volland. Nagelsmann jubelt im Übrigen nicht. Noch nicht. Es gehört zu seinem Credo, weiter an den Schwächen zu arbeiten, statt die Fortschritte zu beklatschen. „Er gibt uns eine klare Linie vor – und jeder zieht mit“, sagt Torhüter Oliver Baumann.

Das Restprogramm:

28. Spieltag: Köln (H)

29. Spieltag: Frankfurt (A)

30. Spieltag: Hertha (H)

31. Spieltag: M’gladbach (A)

32. Spieltag: Ingolstadt (H)

33. Spieltag: Hannover (A)

34. Spieltag: Schalke (H)

Eintracht Frankfurt: Ohne Meier wird es extrem schwer

Was ist der erste Sieg unter Niko Kovac wert? Auf jeden Fall sei er „gut für die Seele“, sagte der neue Trainer von Eintracht Frankfurt nach dem 1:0 über Schlusslicht Hannover 96. Doch die Leistung war so wenig überzeugend, dass die drei Punkte nicht wirklich als Mutmacher durchgehen. Als Aufschwung schon gar nicht. Und da der nächste Gegner Bayern München heißt, ist auch klar, dass die Eintracht noch ein Weilchen auf dem vorletzten Tabellenplatz verbleibt. Besonders schwer wiegt im Abstiegskampf, dass die Hessen nun schon seit Wochen auf Torjäger Alexander Meier (erzielte zwölf der 29 Frankfurter Tore) verzichten müssen. Sollte der Eintracht-Hüne noch länger fehlen, wäre das möglicherweise eine zu hohe Hypothek.

Das Restprogramm:

28. Spieltag: Bayern (A)

29. Spieltag: Hoffenheim (H)

30. Spieltag: Leverkusen (A)

31. Spieltag: Mainz (H)

32. Spieltag: Darmstadt (A)

33. Spieltag: Dortmund (H)

34. Spieltag: Werder (A)

Hannover 96: Jetzt muss Schaaf sich entscheiden

Der erste Absteiger steht schon fest. Bei zehn Punkten Rückstand und nur noch sieben verbleibenden Spielen ist Schlusslicht Hannover 96 nicht mehr zu retten. Schon längst wird bei den Niedersachsen auch nicht mehr über den Klassenerhalt diskutiert, nein, die Trainerfrage ist das beherrschende Thema. Macht Thomas Schaaf den Gang in die zweite Liga mit oder nicht? Solange er eine Antwort auf diese Frage verweigert, kann 96 nicht mit den Planungen für die zweite Liga beginnen. Geschäftsführer Martin Bader verlangt folglich eine Entscheidung von Schaaf. Der hat als Feuerwehrmann nicht funktioniert und in zehn Spielen nur drei Punkte eingefahren.

Das Restprogramm:

28. Spieltag: Hamburg (H)

29. Spieltag: Hertha (A)

30. Spieltag: M’gladbach (H)

31. Spieltag: Ingolstadt (A)

32. Spieltag: Schalke (H)

33. Spieltag: Hoffenheim (H)

34. Spieltag: Bayern (A)

Hamburger SV: Panik? „Nicht nötig“

Er ist wieder da! Der HSV, der sich zwischenzeitlich schon auf einem guten Weg gewähnt hatte, hat sich mit der 1:3-Heimpleite gegen Hoffenheim wieder in den Abstiegskampf eingeschaltet. Sehr zum Ärger von Clubchef Dietmar Beiersdorfer. „Wir hatten viele Vorlagen, die wir nicht angenommen haben. Wir dürfen uns nicht wundern, dass es eng ist“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Während Beiersdorfer langsam nervös wird, setzt Trainer Bruno Labbadia auf Gelassenheit. „Es ist nicht nötig, in Panik zu verfallen“, erklärte er auf der HSV-Homepage. Er habe gesehen, „dass diese Mannschaft will, und deswegen ist es nicht nötig, den Druck zu erhöhen.“ In den Partien gegen Hannover und Darmstadt können die Weichen Richtung Klassenerhalt gestellt werden. „Da fordere ich vor allem wieder mannschaftliche Geschlossenheit“, erklärte Labbadia.

Das Restprogramm:

28. Spieltag: Hannover (A)

29. Spieltag: Darmstadt (H)

30. Spieltag: Dortmund (A)

31. Spieltag: Werder (H)

32. Spieltag: Mainz (A)

33. Spieltag: Wolfsburg (H)

34. Spieltag: Augsburg (A)

VfB Stuttgart: „Höllisch aufpassen“

Der VfB bewegt sich mit 32 Punkten an der Peripherie der Gefahrenzone. Aber sicher fühlen darf sich der Tabellenelfte bei fünf Zählern Vorsprung auf den Relegationsrang eben auch noch nicht. „Wir sind in einer gefährlichen Situation, müssen

höllisch aufpassen. Es ist alles wieder etwas enger geworden“, sagt Trainer Jürgen Kramny. Allerdings ist der Weg ins gesicherte Mittelfeld für die Schwaben am kürzesten. Nach der Osterpause könnte mit einem Sieg gegen Darmstadt 98 der vielleicht schon entscheidende Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht werden. Sportvorstand Robin Dutt: „Das sind die direkten Duelle, die wir gewinnen müssen, um nicht unten reingezogen zu werden.“

Das Restprogramm:

28. Spieltag: Darmstadt (A)

29. Spieltag: FC Bayern (H)

30. Spieltag: Augsburg (A)

31. Spieltag: Dortmund (H)

32. Spieltag: Werder (A)

33. Spieltag: Mainz 05 (H)

34. Spieltag: Wolfsburg (A)

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