Tim Wiese kehrt ins Bremer Tor zurück, gibt sich kämpferisch und erneuert seinen Treueschwur

„Abstieg? Einfach unvorstellbar!“

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Kehrt nach dreiwöchiger Sperre ins Tor zurück und ist voller Tatendrang: Werder-Keeper Tim Wiese.

Von Arne Flügge · Drei Wochen hat Tim Wiese Werder Bremen wegen einer Rotsperre gefehlt. Am Sonntag (17.30 Uhr) im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen kehrt der Torhüter zwischen die Pfosten zurück. Im Interview verrät der 29-Jährige, wie heftig er mitgelitten hat und warum er weiter optimistisch ist.

Herr Wiese, wie sehr brennen Sie darauf, wieder auf dem Platz zu stehen?

Jeder weiß, dass ich immer heiß bin. Jetzt bin ich es natürlich besonders, ganz klar. Ich möchte der Mannschaft helfen, da unten rauszukommen. Und ich werde alles tun, damit wir das schaffen. Dafür werde ich schließlich auch bezahlt. Ein Sieg gegen Leverkusen wäre immens wichtig.

Wie schwer war es für Sie, zum Zuschauen verdammt gewesen zu sein?

Es war schlimm, keine Frage. Nicht eingreifen zu können, ist immer blöd. Doch so etwas passiert jedem einmal im Fußball. Als ich einen Kreuzbandriss hatte, habe ich ein Jahr gefehlt, das war richtig schlimm. Aber das ist natürlich nicht mit der Roten Karte zu vergleichen. Noch mal: Das Foul war keine Absicht. Ich war einen Schritt zu spät, das war wirklich dumm gelaufen.

Immerhin hatten Sie in Sebastian Mielitz einen sehr starken Vertreter.

Das ist richtig. „Miele“ hat seine Sache sehr gut gemacht.

Sie haben das Nordderby beim HSV vor dem Fernseher verfolgt. Waren Sie erschüttert?

Es war ein grausames Spiel mit unheimlich vielen Fehlern. Normalerweise verfolge ich die Spiele ja auf dem Platz von hinten heraus. Vor dem Fernseher hatte ich dann mal eine ganz andere Perspektive. Es war schon schlimm, doch wir müssen das jetzt abhaken und nach vorne schauen.

Geht das so einfach?

Wir dürfen nichts schönreden, die Leistung war miserabel. Aber es bringt doch nichts, jetzt noch zurückzuschauen. Wir müssen uns jetzt selbst am eigenen Kragen aus dem Sumpf herausziehen. Es sind nur noch elf Spiele, und da müssen wir positiv denken.

Jetzt kommt in Bayer Leverkusen der Tabellenzweite ins Weserstadion. Das macht die Aufgabe nicht einfacher.

Klar, aber wir müssen uns dieser Aufgabe stellen. Wir spielen zu Hause, und da haben wir zuletzt gar nicht so schlechte Leistungen abgeliefert. Wir haben gegen die Bayern eine Stunde lang sehr gut gespielt, und auch gegen Hannover hätten wir gewinnen können.

Wie groß ist Ihre Angst vor dem Abstieg in die Zweite Liga?

Man beschäftigt sich schon damit, keine Frage. Doch wir haben ja noch alles selbst in der Hand. Ich glaube nicht, dass man in diesem Jahr die 40 Punkte braucht, um drinzubleiben. Außerdem haben wir die direkten Mitkonkurrenten wie Gladbach, Stuttgart oder Wolfsburg noch zu Hause. Das sind Spiele, die wir natürlich gewinnen müssen. Und ich bin da auch sehr optimistisch, dass wir diese Mannschaften schlagen werden.

Würden Sie Werder auch im Falle eines Abstiegs die Treue halten?

Mit dem Szenario befasse ich mich nicht. Für mich ist es einfach unvorstellbar, dass eine Mannschaft, die sieben Mal in der Champions League gespielt hat, plötzlich absteigen könnte. Ich denke eben positiv. Klar ist aber auch: Mein Vertrag läuft bis 2012, und ich habe schon einmal gesagt, dass ich ein sinkendes Schiff nicht verlassen werde. Mein Herz und Werder sind in den letzten Jahren fest zusammengewachsen.

Nun wurde in den letzten Monaten fast alles versucht, um aus der Krise zu kommen. Was kann man noch tun?

Da bin ich – ehrlich gesagt – auch ratlos. Wir haben so viele Analysen gemacht. Vielleicht brauchen wir einfach diesen einen Sieg, der uns zuletzt gefehlt hat, der Kräfte freisetzt.

Zuletzt gab’s aber wieder Zweifel am Teamgeist. Stichwort: Maulwurf-Affäre.

Jeder muss Gas geben und für sich selbst wissen, was ihm am Verein liegt. Schließlich werden wir sehr gut bezahlt, und es ist an der Zeit, das auch endlich mal mit Leistung zurückzuzahlen. Wir müssen ein Feuer entzünden – für den Club, aber auch für unsere Fans, die fast das ganze Jahr gelitten haben. Wir müssen an uns glauben und ganz dicht zusammenstehen. Tun wir das nicht, wird das nichts. Das muss jedem bewusst sein.

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