Werder zerfällt in Stuttgart in seine Einzelteile / Allofs: „Traurig anzusehen“ / Wiese: „Beschämend“

0:6 – der absolute Tiefpunkt

+
Beim bisherigen Tabellen-Vorletzten VfB Stuttgart gingen die Bremer sang- und klanglos mit 0:6 (0:3) unter.

Aus Stuttgart berichtet Malte Rehnert · Desaster, Debakel, Demütigung: Es ist mit Worten kaum zu beschreiben, wie schlecht Werder Bremen gestern Abend spielte. Beim bisherigen Tabellen-Vorletzten VfB Stuttgart gingen die Bremer sang- und klanglos mit 0:6 (0:3) unter.

Es war nicht nur die vierte Pflichtspiel-Pleite in Folge, nicht nur ein weiterer, empfindlicher Rückschlag – es war der absolute Tiefpunkt der Saison und die höchste Bundesliga-Klatsche seit dem 1:7 gegen Mönchengladbach vor 23 Jahren.

„Wir haben katastrophal gespielt und müssen uns bei den Fans entschuldigen. So eine Leistung ist nicht zu erklären“, meinte Kapitän Torsten Frings. „Es ist beschämend, wir haben versagt“, erklärte Keeper Tim Wiese erschrocken: „Wir laufen nur vorne rum und kriegen hinten die Dinger. So habe ich gefühlt schon 200 Tore kassiert.“

Das Spiel in Bildern

Werders Debakel in Bildern

Schon die erste Halbzeit in der Mercedes-Benz-Arena war vor 39 500 Zuschauern die reinste Horror-Show. Der VfB machte Druck, doch anscheinend nahm Werder die ersten gefährlichen Aktionen von Ciprian Marica nicht ernst. Die Bestrafung folgte in der zehnten Minute: Timo Gebhart spazierte im Mittelfeld mühelos an drei Bremern vorbei, legte raus auf Marica – und der Rumäne traf zum 1:0 genau ins lange Eck. Auch der frühe Rückstand rüttelte die pomadigen Gäste in keinster Weise auf. Werder gelang in der Offensive fast nichts. Die Riesenchance zum Ausgleich bekamen die Bremer dann „geschenkt“. Cristian Molinaros klares Zupfen gegen Claudio Pizarro hatte Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) nicht geahndet (21.), dafür zeigte er eine Minute später auf den Punkt – und da war’s bei weitem nicht so klar. Aaron Hunt sprintete in den Strafraum, legte sich den Ball zu weit vor und kollidierte mit VfB-Keeper Sven Ulreich. Trotzdem gab es den Strafstoß. Eigentlich eine sichere Sache für Torsten Frings, der seine letzten 19 Pflichtspiel-Elfer versenkt hatte. Doch diesmal schoss der Kapitän weder hart noch platziert. Ulreich hielt den nassen Ball sogar fest (22.) – Höchststrafe für den Schützen!

Die Noten der Werder-Spieler

Die Noten der Werder-Spieler

Mehr hatten die Gäste allerdings nicht zu bieten. Kein Wunder, weil viele Bälle im Mittelfeld schlampig verloren gingen. Christian Gentner hätte das fast ausgenutzt, doch Wiese lenkte den Ball mit einem Superreflex über die Latte (28.). Und wieder überhörte Werder die Alarmsignale. Mit verheerenden Folgen: Nach Doppelpass mit Gebhart ließ Marica auf der rechten Angriffsseite, über die bei den Stuttgartern fast alles lief, mühelos Silvestre stehen. Ein Pass in die Mitte – und dort besorgte Cacau das 2:0 (31.). Schlimmer geht’s nicht? Oh, doch! Der starke Marica „vernaschte“ Silvestre und Prödl, steckte durch auf Gebhart. Und der wiederum passte uneigennützig zu Cacau, der den Ball ins leere Tor schob (45.). Es war eine gewaltige Tracht Prügel für die Bremer, die mit dem schnellen Umschalten der Gastgeber bei Ballgewinnen überhaupt nicht zurechtkamen.

Auch nach dem Seitenwechsel setzten die Stuttgarter auf Tempogegenstöße und bekamen gegen weiterhin lethargische Bremer ihre Chancen. Die erste riesige hatte Cacau, der jedoch mit einem Elfmeter (der eingewechselte Leon Balogun hatte Gebhart gelegt) an Wiese scheiterte (61.). Gentner machte es besser und besorgte mit einem Flachschuss in die lange Ecke das 4:0 (68.). Bei Stuttgart durfte nun fast jeder mal – sogar Innenverteidiger Georg Niedermeier, der per Kopf auf 5:0 erhöhte (73.). Und Arthur Boka, der den Schlusspunkt zum 6:0 setzte (86.).

„Wir waren heute ein guter Sparringspartner, mehr nicht“, stöhnte Werder-Coach Thomas Schaaf. Und Sportchef Klaus Allofs ergänzte: „Das war traurig anzusehen, eine Ohrfeige für die Verantwortlichen und die Fans.“

Wolfsburger Kraftakt: VW-Club bleibt in der Bundesliga

Wolfsburger Kraftakt: VW-Club bleibt in der Bundesliga

Chemiewaffeneinsatz in Syrien: Macron droht mit Vergeltung

Chemiewaffeneinsatz in Syrien: Macron droht mit Vergeltung

Meisterschaft im Bierkistenquerstapeln in Rotenburg

Meisterschaft im Bierkistenquerstapeln in Rotenburg

Amerikas Vermächtnis: John F. Kennedys 100. Geburtstag

Amerikas Vermächtnis: John F. Kennedys 100. Geburtstag

Meistgelesene Artikel

„Ich bin nicht der Typ, der im Urlaub Party machen muss“

„Ich bin nicht der Typ, der im Urlaub Party machen muss“

Pizarro nach Mexiko?

Pizarro nach Mexiko?

Noch keine konkrete Anfrage für Kleinheisler

Noch keine konkrete Anfrage für Kleinheisler

Baumann bestätigt Gnabry-Angebot

Baumann bestätigt Gnabry-Angebot

Kommentare