Remis: Abseitstor rettet Werder ein 1:1 - Nürnberger sauer

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Werder Brem,en - FC Nürnberg 1:1

Bremen - Erst reichlich Glück, dann eine Fehlentscheidung - der 1. FC Nürnberg war nach dem 1:1 in Bremen sauer auf das Schiedsrichtergespann um Manuel Gräfe. Nach der späten „Club“-Führung rettete Werder noch einen Punkt - allerdings durch einen irregulären Treffer.

Nach dem Abpfiff konnten sich die Spieler des 1. FC Nürnberg kaum über das Abseitstor beruhigen, das sie um den ersten Bundesliga-Auswärtssieg seit drei Monaten gebracht hatte. Beim 1:1 (0:0) in Bremen fälschte Werder-Stürmer Nils Petersen am Sonntag in der 88. Minute aus Abseitsposition einen Schuss von Kevin de Bruyne ins Netz ab - das Schiedsrichtergespann um Manuel Gräfe ließ den Ausgleich trotzdem zählen.

Erst sechs Minuten zuvor waren die Franken zum Hinrunden-Abschluss durch Timo Gebhart in Führung gegangen. Bis dahin bewahrte die Gäste gleich dreimal das Torgestänge vor einem Gegentor. Immerhin: Mit 20 Punkten hat der Altmeister acht Zähler Vorsprung auf Relegationsplatz 16. „Wenn man durch ein Abseitstor zwei Punkte geklaut bekommt, dann ist das sehr ärgerlich. Das ist schon das zweite Mal in dieser Saison“, schimpfte Nürnbergs Mittelfeldspieler Hanno Balitsch. „Aber mit dem Ergebnis können wir leben“, fügte er hinzu.

Werder steht mit jetzt 22 Punkten auf Rang zwölf und konnte nicht näher an die Europapokalplätze heranrücken. „Wir können letztlich glücklich sein“, kommentierte Schlussmann Sebastian Mielitz den am Ende sogar glücklichen Punkt. Gerecht war er nach dem Spielverlauf allemal: „Das hatte etwas von einem Handballspiel. Wir spielen die ganze Zeit um den Strafraum herum, aber letztlich hat die Effektivität gefehlt“, erklärte Mielitz.

Die zuletzt unkonstanten Gastgeber übernahmen vom Anpfiff weg die Initiative und erarbeiteten sich genügend Chancen, um schon vor der Pause in Führung zu gehen. Die Nürnberger bewiesen ihrerseits unfreiwillig, warum sie aus den vorangegangenen sechs Auswärtsspielen nur einen Punkt mitgenommen hatten. Einzig Torhüter Raphael Schäfer präsentierte sich bei seinem 200. Bundesligaspiel für Nürnberg in guter Form und verhinderte die eigentlich fällige Führung für Werder.

Die Noten

De Bruynes tragische Liaison mit dem Pfosten

Vor allem der emsige de Bruyne stiftete Unruhe. Nach acht Minuten lenkte Schäfer einen Schuss des 21-jährigen Belgiers an den Pfosten des langen Ecks, wo zwei Bremer verpassten. Bei einem Kopfball von Per Nilsson auf das eigene Tor (19.) reagierte Schäfer stark, ebenso erneut gegen de Bruyne, der aus Nahdistanz noch bedrängt wurde (34.). Vorgelegt hatte Aaron Hunt - der Offensivmann war nach überstandenen Wadenproblemen für Clemens Fritz ins Team gerückt und übernahm von diesem auch gleich die Kapitänsbinde.

Obwohl Nürnbergs Trainer Dieter Hecking noch kurz vor dem Anpfiff die zuletzt daheim gezeigte Konsequenz angemahnt hatte, traten seine Schützlinge erst in der 37. Minute offensiv erstmals nennenswert in Aktion: Javier Pinola scheiterte mit einem abgefälschten Schuss an Torhüter Mielitz. Sekunden zuvor traf Marko Arnautovic nach Flanke von de Bruyne in bester Position den Ball nicht.

Die Bilder vom Spiel

Werder Bremen - 1. FC Nürnberg

Nach zuletzt zwei Erfolgen in Bremen hatten die Gäste nach dem Wechsel ihre bis dahin beste Chance zur Führung. Feulner scheiterte mit seinem Kopfball aus spitzem Winkel an Mielitz (53.). Danach haderte Werder gleich zweimal: Petersens Schuss touchierte die Latte (59.), de Bruynes Versuch aus der Distanz den Pfosten (61.). Auf der anderen Seite verhinderte Mielitz im Herauslaufen gegen Sebastian Polter sogar einen Rückstand (72.). Gegen Gebharts überlegten Schlenzer war Mielitz machtlos, doch am Ende hatten die Hausherren bei der Fehlentscheidung zum 1:1 das Glück auf ihrer Seite.

Michael Rossmann

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