Werder versöhnt mit dem 3:0 über Inter die Fans und tankt Selbstvertrauen

Abschied mit Wehmut und Würde

Jubelnde Bremer in der Champions League – das gab’s schon lange nicht mehr.

Werder-Bremen  (flü) · Lauffaul, lustlos, leblos – was die B-Elf von Inter Mailand am Dienstagabend vor 30 400 Zuschauern im Weserstadion bot, war eines Champions-League-Siegers nicht würdig.

Und daher wollten Spieler und Verantwortliche von Werder Bremen den 3:0 (1:0)-Erfolg, den Sebastian Prödl (15.), Marko Arnautovic (49.) und Claudio Pizarro (88.) mit ihren Toren bei Werders Abschiedsvorstellung aus der Königsklasse sicherstellten, auch nicht überbewerten. „Man hat doch gesehen: Die wollten ja gar nicht. Das war ihnen wohl viel zu kalt“, scherzte Abwehrspieler Per Mertesacker. Und Trainer Thomas Schaaf ergänzte: „Es gibt keinen Grund, abzuheben oder übertrieben zu jubeln. Inter wird so nicht mehr häufig antreten.“

Werder Bremen besiegt Inter Mailand 3:0

Werder Bremen besiegt Inter Mailand mit 3:0

Nichtsdestotrotz machte die Leistung der Bremer vor allem in der zweiten Halbzeit Mut für die noch anstehenden Aufgaben in der Liga bei Borussia Dortmund und gegen den 1. FC Kaiserslautern. Zudem versöhnten die Hanseaten ihre Fans, die mit der „La Ola“ und Sprechchören ihre gute Laune wiedergefunden hatten. „Das Publikum hat toll hinter uns gestanden“, sagte Arnautovic.

Es lag wohl auch daran, dass Werder gegen Inter lange verschüttete Tugenden wie Kombinationsfluss, Spielfreude und Torgefahr wieder zu Tage gefördert hatte. „Wir haben nach der Pause richtig klasse Fußball gespielt“, strahlte Marko Marin, „gegen Dortmund müssen wir jetzt nachlegen, auch wenn’s für uns dort schwerer wird.“ Und Sportchef Klaus Allofs sprach davon, „dass wir am Samstag einen Zahn zulegen müssen. Nicht, dass jemand denkt, dass es so einfach geht wie gegen Inter.“

Die Noten der Werder-Spieler

Die Noten der Spieler - Werder Bremen vs Inter Mailand

Immerhin: Werder hat sich mit Anstand und Würde aus der Champions League verabschiedet. Und auch „mit Wehmut“, wie Allofs einräumte: „Es tut schon weh, im nächsten Jahr nicht mehr dabei zu sein.“ Wichtig sei aber gewesen, sich mit dem Sieg gegen Mailand weiteres Selbstvertrauen für die Liga zu holen. Denn nur über die kann sich Werder in der Rückrunde wieder für das internationale Geschäft qualifizieren. „Platz fünf und damit die Europa League ist noch möglich“, sagte Allofs, während Torschütze Arnautovic bereits von der Rückkehr in die Königsklasse sprach: „Ich bin überzeugt, dass wir nächstes Jahr wieder in der Champions League spielen werden. Und dann sehen wir nicht so schlecht aus wie in diesem Jahr.“ Mutig, mutig.

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