Stürmer zurück im Teamtraining / Hoffen auf Hoffenheim, Plädoyer für Raute

Abschied vom Logenplatz für Petersen „wunderbar“

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Voll drauf: Das Duell mit Linksverteidiger Santiago Garcia (l.) gewann Nils Petersen gestern ebenso wie einige weitere. Petersen scheute keinen Zweikampf – ein gutes Signal für ein Comeback.

Bremen - Auf Logenplätze hat Nils Petersen keine Lust mehr. Die Bremer Niederlagen in Wolfsburg und auf Schalke sowie das 3:2 über Hannover und das 2:3 gegen Mainz hatte der Werder-Stürmer von der Tribüne aus verfolgen müssen.

„Da kann man sich mal in die Lage des Trainers versetzen – draußen zu stehen und nicht eingreifen zu können“, nannte der 24-Jährige das Schlimmste an diesen vermeintlich guten Perspektiven. Doch jetzt nähert sich Petersens Leidenszeit dem Ende. Gestern trainierte er nach ausgeheiltem Innenbandanriss im linken Knie erstmals wieder komplett mit, und am Samstag will er im Kader für das Spiel bei 1899 Hoffenheim stehen.

Natürlich schlauchten die Rückkehr ins Team und die eineinhalb Stunden Vollgas auf dem Rasen: „Ich bin ziemlich platt“, gab Petersen hinterher zu. „Aber es war „ein wunderbares Gefühl, wieder mit der Mannschaft zu trainieren. Wenn man wie ich mehr als ein Jahr jedes Training auf dem Platz stand, ist das schon eine ungewohnte Situation“, sagte er mit Blick auf seine mehr als fünfwöchige Zwangspause. Umso größer die Erleichterung: „Ich hatte keine Probleme.“ Wenn die Ärzte ihr Okay für ein Comeback am Samstag geben, „stehe ich bereit. Ich hätte auch schon früher wieder angefangen, musste aber gebremst werden – und das war auch gut so.“

Jetzt endlich darf Petersen die Aufholjagd starten. Denn nur Therapie, Reha und erste Laufeinheiten seit seiner Verletzung im Heimspiel gegen Freiburg konnten zwangsläufig Kraft und Kondition nicht voll konservieren. „Mannschaftstraining lässt sich nicht simulieren – das ist eine ganz andere Belastung“, verdeutlichte der Angreifer.

Immerhin: Die Zweikampfhärte hat während Petersens Zwangspause nicht gelitten. Bestes Beispiel: Sein Durchmarsch zu einem seiner drei Tore im Trainingsspiel, als er zunächst Linksverteidiger Santiago Garcia verdrängte und dann rustikal Keeper Sebastian Mielitz überwand, der daraufhin noch eine Weile humpelte.

Petersen hat die Verletzung ganz offensichtlich also auch mental abgehakt: „Da kann anscheinend nichts mehr passieren. Ich brauche keine Behandlung mehr.“ Ohnehin habe „die medizinische Abteilung eine Super-Arbeit gemacht“, lobt der Offensivmann: „Wir lagen mehr als gut im Zeitplan.“ Allerdings ist er Profi genug, um zu wissen, dass die Zeit bis Samstag davoneilt: „Jetzt sind es noch maximal drei Trainingseinheiten bis zum Hoffenheim-Spiel, um mich zu zeigen.“ Bis dahin „will ich versuchen, mich hundertprozentig fit zu machen“.

Schließlich will der 24-Jährige nicht auch noch die Loge in der Sinsheimer Arena kennenlernen, denn zuletzt „wurde man schon ein bisschen neidisch, wenn man von da oben aufs Spielfeld runtergesehen hat.“ Damit meint er vor allem die Rückkehr zur Mittelfeld-Raute samt Doppelspitze: „Auf einmal standen da zwei Stürmer“, erinnerte er sich an die jüngsten beiden Heimspiele gegen Hannover und Mainz: „Ich als Stürmer bevorzuge natürlich immer eine offensive Aufstellung. Gegen Hannover hat das super geklappt, und gegen Mainz hatten wir einen Haufen Chancen. Also warum sollte man daran nicht festhalten?“

Erst recht, wenn es am Samstag zu 1899 Hoffenheim geht, das zusammen mit dem HSV die schlechteste Abwehr der Liga (30 Gegentore) stellt. Das nötige Personal im Sturm wäre vorhanden: Petersen hatte vor seiner Verletzung schon drei Mal getroffen, Franco Di Santo gelangen bei seinem Comeback am Sonntag gegen Mainz ein Tor und eine Vorlage, und Davie Selke „hat seine Qualitäten auch schon gezeigt“, lobt Petersen den erst 18-Jährigen.

Petersen trainiert wieder mit dem Team

„Im letzten Jahr waren wir nicht in einer solchen Luxus-Situation.“ Für sich selbst erhofft er den Abschied aus der Komfortzone: nie wieder Loge. · ck

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