Werder spaziert in Bilbao zum Gruppensieg in der Europa League / Hinrunde für Fritz schon vorbei

3:0 – aber bitte nicht blenden lassen

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Werder spaziert in Bilbao zum Gruppensieg in der Europa League

BILBAO · In Europa ist auf Werder Bremen Verlass. Der zuletzt etwas schwächelnde Bundesligist setzte sich gestern Abend locker und leicht mit 3:0 (3:0) bei Athletic Bilbao durch und machte damit den Gruppensieg perfekt. Die Tore gegen einen allerdings ganz schwachen Gastgeber erzielten Claudio Pizarro (13.), Naldo (21.) und Markus Rosenberg (34.).

Für die Auslosung morgen in Nyon bedeutet das eine etwas bessere Ausgangslage, obwohl es auch gegen den FC Liverpool gehen könnte. Kleiner Vorteil: Das Rückspiel findet im Weserstadion statt.

Die Fotos vom Spiel

Werder Bremen - Athletic Bilbao

Werder-Coach Thomas Schaaf hatte tatsächlich rotiert, wenn auch nur in einer abgespeckten Version. Marko Marin und Aaron Hunt erhielten eine schöpferische Pause und saßen nur auf der Bank. Das Fehlen von Clemens Fritz war dagegen nicht geplant. Der 29-Jährige hat sich beim Training in Bilbao einen Muskelfaserriss zugezogen und wird auch beim letzten Spiel des Jahres am Sonntag in Hamburg ausfallen. Das ist richtig bitter, denn durch die Verletzung von Sebastian Boenisch hat Werder nun ein echtes Problem in der Außenverteidigung. Gestern musste dort Innenverteidiger Sebastian Prödl aushelfen.

Für große Verwunderung sorgte Bilbaos Coach. Joaquin Caparros ließ nach der bereits erfolgreichen Qualifikation nicht nur zahlreiche Stammkräfte draußen, sondern brachte den erst 17-jährigen Debütanten Jon Aurtenetxe, der noch keine (!) Trainingseinheit bei den Profis absolviert hat. Wollte Caparros etwa nicht mehr Gruppensieger werden?

Werder schon – die Bremer boten vor 35 000 Zuschauern von Beginn an eine äußerst konzentrierte und engagierte Leistung. Den verdienten Lohn dafür gab’s prompt: Flanke Markus Rosenberg, Kopfball Claudio Pizarro – 1:0 (13.). Der lange verletzte Peruaner ist für den Bundesligisten einfach Gold wert. Und in Hamburg dürften sie schon vor dem Torjäger zittern . . .

Vielleicht auch vor Naldo. Denn der Brasilianer legte schnell per Kopf nach einem Özil-Freistoß das 2:0 nach (21.). Kleines Schmankerl: In allen sechs Gruppenspielen führte Werder mit 2:0. Doch damit gaben sich die Gäste gegen die völlig überforderten Basken nicht zufrieden. Nach einer von Innenverteidiger Fernando Amorebieta unglücklich abgewehrten Pizarro-Hereingabe staubte Rosenberg eiskalt ab (34.).

Die Partie war damit natürlich schon entschieden, die Frage nach dem Gruppensieger beantwortet. Werder konnte das vor dem schweren Nordderby nur recht sein. Die 500 mitgereisten Fans skandierten jedenfalls schon: „Die Nummer eins im Norden sind wir!“ Doch die Bremer sollten sich von dem Spaziergang im Baskenland nicht blenden lassen. Der HSV ist gewiss ein ganz anderes Kaliber als die B-Elf von Bilbao.

Immerhin spielten die Gastgeber nach der Pause ein wenig besser und sorgten endlich auch mal bei Tim Wiese für Beschäftigung. Der Werder-Keeper bedankte sich dafür mit einer tollen Parade nach einem Schuss von Inigo Diaz de Cerio (48.). Viel mehr gab’s von den Basken aber nicht. Die Partie plätscherte so vor sich hin.

Werder sparte Kraft – und dürfte nach der Schalke-Pleite vom vergangenen Sonntag auch noch Selbstvertrauen mit in die Heimat nehmen. Nach dem Ende der Superserie von 23 Spielen ohne Niederlage macht das zum Hinrunden-Schluss noch einmal Mut. Mit einem Sieg beim Nachbarn könnten die Bremer eine gute Halbserie in eine sehr gute verwandeln – mit einem Spitzenplatz in der Bundesliga und dem Überwintern in beiden Pokalwettbewerben.

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