Darf der Tunesier bei Werder bleiben? Heute Gespräch mit Berater Khammar und Sportchef Allofs

Abdennour hofft auf Vertrag

Wird Aymen Abdennour verpflichtet? „Ich wünsche es mir“, sagt der Linksverteidiger.

Von Arne Flügge und Carsten Sander · Die Uhr tickt für Aymen Abdennour. In knapp fünf Wochen endet für Werder Bremen mit dem DFB-Pokalfinale gegen Bayern München die Saison – und für den ausgeliehenen Tunesier damit auch sein Deutschland-Abenteuer?

Heute kann bereits die Entscheidung fallen, ob der 20-Jährige zurück muss zu seinem Club Etoile Sportive du Sahel. Nach dem Vormittagstraining wollen sich Abdennour, sein Berater Mohamed Khammar sowie Werder-Sportchef Klaus Allofs treffen, um über die sportliche Zukunft des Linksverteidigers zu sprechen – so er denn an der Weser eine hat. „Ich hoffe, dass der Verein mir das Vertrauen schenkt. Ich werde es bestimmt zurückzahlen“, sagte Abdennour gestern.

Daran mag der eine oder andere Fan – möglicherweise sogar die meisten – nicht so recht glauben. Denn bei der Mehrzahl der Werder-Beobachter gilt Abdennour schon längst als durchgefallen. „Ja, ich habe Fehler gemacht“, sagt er, „aber ich habe auch gute Spiele bestritten. Ich bin gekommen, als Werder in einer schwierigen Situation war. Das darf man nicht vergessen.“ Daher verlangt Abdennour jetzt einfach noch die Zeit, die jeder Spieler braucht, um sich endgültig zu akklimatisieren und sein Können unter Beweis zu stellen. „Ich hoffe, dass man mir die Chance gibt, mich zu beweisen“, meint Abdennour.

Und diese Chance auf eine Weiterverpflichtung ist keinesfalls so schlecht wie sein Kreiszeitungs-Notendurchschnitt von 4,75 (bei acht Einsätzen). „Es gibt auch viele Dinge, die er gut macht“, sagt Werder-Boss Allofs und zählt auf: „Sehr gute Dynamik, gutes Zweikampfverhalten – aber zwischendurch zeigt sich seine mangelnde Erfahrung.“

Nett gesagt. Abdennour hat jedoch in vielen, vielen Momenten die Bundesligareife gefehlt. Eine Konsequenz daraus: Am Wochenende saß er gegen den SC Freiburg erstmals nur auf der Tribüne. „Natürlich war ich traurig, und ich hätte sicherlich lieber gespielt. Doch wir haben einen starken Kader. Da kann es jeden mal erwischen“, meinte Abdennour.

Vornehmlich aber nur die, die im Training nicht überzeugt haben. Und dennoch denkt Werder darüber nach, aus dem Leihgeschäft eine feste Verpflichtung zu machen. Allofs erklärt: „Wir lassen uns von der Meinung der Öffentlichkeit nicht beeinflussen. Der Trainer sieht den Spieler jeden Tag und muss entscheiden, ob die Aussichten da sind, dass die Defizite in absehbarer Zeit aufgearbeitet werden können.“ Abdennour glaubt fest daran: „Ich fühle mich gut und habe mich seit ich hier bin schon enorm weiterentwickelt. Ich weiß, dass ich noch besser werden kann.“

Natürlich geht es für Werder in der Frage, ob Abdennour bleibt, auch darum, ob der Markt für die Position des Linksverteidigers andere, bessere Alternativen bietet. Einen gestandenen Spieler etwa – den wünschen sich die Fans schon lange. Abdennour war/ist dagegen ein Experiment, das Werder ohnehin mit gedämpften Erwartungen gestartet hatte. „Dass ein 20-Jähriger aus Tunesien nicht sofort funktioniert, war doch klar“, meint Allofs. So werden Schaaf und er bei der Entscheidungsfindung auch nicht den Ist-Zustand, sondern Abdennours Entwicklungsmöglichkeiten analysieren und bewerten. Und das könnte heute den Auschlag dafür geben, dass der Tunesier fest verpflichtet wird. „Ich wünsche es mir“, sagt Abdennour.

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