Aaron Hunt trifft morgen zum ersten Mal auf Werder: „Das wird komisch“

„Meine Zeit wird kommen“

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Ein noch etwas gewöhnungsbedürftiges Bild: Aaron Hunt jubelt jetzt für den VfL Wolfsburg und nicht mehr für Werder – zumindest auf dem Platz.

Bremen - Nur mal ein paar Zahlen: Für den SV Werder stand er in der Bundesliga 15004 Minuten auf dem Platz, für den VfL Wolfsburg erst 120. Für die Bremer traf er dabei 46mal, für die Niedersachsen einmal. Was für ein Unterschied! Und da wirkt es absolut glaubhaft, wenn Aaron Hunt vor dem ersten Duell mit seinem Ex-Club sagt: „Das ist ein ganz besonderes Spiel für mich, das wird komisch, aber ich freue mich riesig drauf.“

Aber wird er auch spielen? „Wenn ich Trainer wäre, würde ich mich aufstellen. Ich bin gut drauf“, sagt Hunt und lacht. Der 28-Jährige weiß natürlich, warum er sich diese Frage anhören muss: Er ist eben noch kein Stammspieler beim VfL. Nur im DFB-Pokal und beim Bundesliga-Auftakt gegen die Bayern stand Hunt in der Startelf. „Natürlich habe ich mir das anders erhofft“, gesteht der Mittelfeldspieler: „Aber davon geht für mich die Welt nicht unter. Ich wusste, dass es vielleicht nicht sofort perfekt läuft. Wir haben einen sehr starken Kader. Und ich musste mich auch erst zurechtfinden, die Abläufe kennenlernen. Jetzt bin ich bereit.“ Und der Ex-Bremer ist voller Selbstvertrauen: „Ich weiß, was ich kann. Ich werde meinen Stempel aufdrücken. Meine Zeit wird kommen.“

Ausgerechnet gegen Bremen? „Vielleicht“, sagt Hunt: „Darauf kann ich leider keine Rücksicht nehmen. Natürlich ist Werder noch in meinem Herzen, aber ich bin nun einmal Profi und jetzt beim VfL.“

14 Jahre hat er die Raute getragen, es vom Talent zum Nationalspieler gebracht. Dann wollte Hunt etwas Neues – und fand es in Wolfsburg. Obwohl dort auch einiges Altbekanntes ist. Klaus Allofs war auch in Bremen sein Sportchef, mit Naldo und Kevin De Bruyne hat er an der Weser zusammengespielt. „Klar kennen wir uns gut, aber wir sitzen hier nicht jeden Tag zusammen und machen unser eigenes Ding“, sagt Hunt: „Wir haben einen sehr guten Teamgeist. Ich fühle mich sehr wohl.“ Und gegen das Heimweh helfen regelmäßige Abstecher nach Bremen. „Wenn wir frei haben, fahre ich hoch, das dauert ja nur gut anderthalb Stunden mit dem Auto.“ Auch via TV ist er dem Ex-Club noch eng verbunden. „Ich gucke jedes Werder-Spiel, das ich sehen kann und drücke dann die Daumen.“ Sein Eindruck nach den ersten fünf Spielen: „Werder ist schwer einzuschätzen. Sie sind eigentlich ordentlich in die Liga gestartet, haben aber einen Sieg verpasst. Deshalb stehen sie jetzt gegen uns unter Druck.“

Ein Gefühl, das Hunt allerdings auch aus Wolfsburg kennt. Der VW-Club hat nur zwei Zähler mehr als Werder gesammelt und steht mit fünf Punkten auf Rang zwölf. Eine Enttäuschung für den hoch gehandelten VfL. „Wir sind wirklich nicht gut gestartet“, gesteht Hunt und wundert sich: „Ich weiß auch nicht, woran es liegt. Gegen Hertha waren wir klar besser und verlieren trotzdem. Wir sind einfach noch nicht richtig drin in der Liga.“

Das soll sich morgen ändern. Hunt verspricht angriffslustige „Wölfe“: „Wir werden wie immer sofort vorne drauf gehen.“ Ohne Rücksicht auf die Freunde aus Bremen, um die sich Hunt im Vorfeld allerdings rührend gekümmert hat: „Ich habe bei Nils Petersen angerufen und ihm gesagt: Werd’ bloß gesund, ich will dich am Samstag in Wolfsburg treffen.“

kni

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