Abstiegskampf offenbar kein Thema / Tim Wiese guckt nicht auf die Tabelle

„A-Wort“ gehört nicht zum Werder-Vokabular

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Bisher gab’s nicht allzu viel zu beklatschen: Mittelfeldspieler Marko Marin (links) und Torwart Tim Wiese sind unzufrieden mit Werders Abschneiden in der Hinrunde.

Bremen - Von Malte Rehnert· Der Weg nach unten ist mittlerweile kürzer als der nach oben. Nur noch vier Punkte trennen Werder (19) vom 1. FC Köln (15) auf Relegationsplatz 16 – schon acht allerdings vom SC Freiburg (27), der als Fünfter den letzten Europa-League-Rang belegt.

Und trotzdem: Die Bremer sind überzeugt davon, in der Rückrunde und dann wieder mit vollerem Kader besser spielen und noch mal angreifen zu können. Von Angst ist am Osterdeich jedenfalls fast nichts zu spüren. Das „A-Wort“, das für Abstiegskampf steht, ist bislang nicht gefallen. Kapitän Torsten Frings war bislang der einzige, der deutlich von einer gefährlichen Situation geredet hat („Natürlich müssen wir auch nach unten gucken“). Der 34-Jährige weiß, wovon er spricht. Er gehört zu den wenigen im Bremer Kader, die den knallharten Abstiegskampf am eigenen Leib erlebt haben. Das war 1999 – damals mit gutem Ende für Werder.

Viele andere scheinen sich ihrer Sache (und Stärke) dagegen ziemlich sicher zu sein. Der Glaube: Werder wird auf Dauer nicht in bedrohlichen Tabellenregionen herumkraxeln. „Ich denke, wir müssen uns da keine Sorgen machen“, sagt Tim Wiese. Den ehrgeizigen Bremer Keeper nervt es allerdings gewaltig, dass sein Team bislang nicht recht in Tritt gekommen ist und den Anschluss nach oben – angesichts nur eines Bundesliga-Sieges in den letzten sieben Partien (3:0 gegen St. Pauli) – schon ein bisschen verloren hat. „Klar hat man da Frust. Ich gucke nicht nach oben und nicht nach unten, ich gucke überhaupt nicht auf die Tabelle. Das bringt auch nichts. Wir müssen erst mal wieder unsere Spiele gewinnen.“ Offenbar hat Wiese zwischendurch aber doch mal aufs Tableau gelugt, denn er urteilt: „Was haben wir da unten oder da im Mittelfeld verloren? Wir müssten viel weiter oben stehen.“

Findet auch Marko Marin: „Was wir bisher geholt haben, ist für unsere Ansprüche viel zu wenig. Das ist nicht das, was wir erreichen wollen. Es lief bislang nicht so rund, damit können wir nicht zufrieden sein.“

Statt Werder mischen derzeit andere Mannschaften wie Mainz 05, Hannover 96 oder der SC Freiburg oben mit, von denen dies vor der Saison nicht zu erwarten war. „Das zeigt, dass die Liga in diesem Jahr sehr ausgeglichen ist“, meint Marin und ergänzt: „Die Teams, die da oben stehen, stehen da zu Recht – zum Beispiel Hannover.“ Der Nordrivale ist überraschend Dritter und hat satte zwölf Punkte mehr als Werder.

Dennoch bleibt Klaus Allofs optimistisch. Der Werder-Boss hat zwar auch schon zur Vorsicht gemahnt – zum Beispiel nach dem 0:4 auf Schalke am 20. November, als es ebenfalls nur vier Punkte Vorsprung auf Platz 16 waren („Da unten wird es eng, wir sind dicht dran“). Er hat die internationalen Plätze aber trotz des Rückstands weiter fest im Visier. Gerade nach dem 0:2 in Dortmund betonte Allofs, weiter am Ziel Europa League festhalten zu wollen („Daran hat sich nichts geändert“).

Natürlich wollen auch die Spieler möglichst schnell zurück auf die europäische Bühne, doch Marin empfiehlt erst mal ein wenig Zurückhaltung bei diesem Thema: „Wir müssen jetzt von Spiel zu Spiel schauen und erst mal Punkte sammeln. Und wenn uns das gelingt, können wir über Europa reden.“

Die letzte Gelegenheit, in diesem Jahr ein bisschen Boden gutzumachen, bietet sich am Samstag im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Und Marin fordert schon mal: „Da müssen wir drei Punkte holen. Wir wollen die Hinrunde, die bisher nicht gut war, zumindest gut abschließen.“

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