Ein 2:2, über das sich alle ärgern

BOMBENSICHER verwandelt Torsten Frings (rechts) den Elfmeter, den Markus Marin herausgeholt hatte, zum 2:2-Endstand.

Werder-Bremen - Von Björn KnipsBREMEN (Eig. Ber.) · Für Torsten Frings war die Sache klar. „Wir sind heute beschissen worden“, schimpfte der Kapitän von Werder Bremen gestern nach dem 2:2 (0:2) gegen den VfB Stuttgart.

Die erfolgreiche Aufholjagd nach 0:2-Rückstand hatte Frings nur etwas milde gestimmt, der Ex-Nationalspieler wütete in Richtung Dr. Felix Brych: „So einen schlechten Schiedsrichter hatten wir schon ewig nicht mehr.“ Kurios: Auch die Stuttgarter hatten allen Grund, sauer zu sein, denn es war ein umstrittener Strafstoß, der neun Minuten vor dem Ende zum Ausgleich geführt hatte. So traten sowohl Schwaben als auch Hanseaten verärgert den Heimweg an – beide hatten im Rennen um einen Europa-League-Platz mehr als diesen einen Punkt gewollt.

Werder war mit großen personellen Problemen in die Partie gestartet. Die erkrankten Petri Pasanen und Philipp Bargfrede standen genauso wenig zur Verfügung wie die verletzten Clemens Fritz und Sebastian Boenisch. So mussten Aymen Abdennour und Sebastian Prödl auf den Außenpositionen verteidigen, und um es vorwegzunehmen: Beide waren mit ihrer Aufgabe überfordert und leisteten sich einige Aussetzer. Den ersten großen Bock schoss allerdings ein anderer, ein erfahrener Werder-Profi ab: Torsten Frings. Nach einem langen Freistoß von VfB-Keeper Jens Lehmann rangelte er mit Stuttgarts Aliaksandr Hleb um den Ball und ging plötzlich zu Boden. „Der will mich nur umhauen, stellt mir ein Bein und drückt mich um, das war ein klares Foul“, wütete Frings nach der Partie. Schiri Brych sah’s anders und ließ weiterspielen. Die TV-Bilder bestätigen den Referee in seiner Einschätzung. Hleb bediente Pavel Pogrebnyak, der dann gegen Abdennour leichtes Spiel hatte und auch Werder-Keeper Tim Wiese keine Chance gab – 1:0 (15.).

Eine überraschende Führung, denn bis dahin hatten beide Teams viel zu respektvoll agiert und fast jegliches Angriffsbemühen vermissen lassen. Werder wurde nun etwas munterer, traf auch, doch die Tore von Tim Borowski (26.) und Claudio Pizarro (42.) kamen wegen Abseitsstellung nicht in die Wertung. Im Gegensatz zum Kopfball von Sami Khedira (43.): Bei seinem 2:0 nach feiner Vorarbeit von Timo Gebhart war alles sauber, weil sich Abdennour einen schlimmen Stellungsfehler geleistet und vor der Flanke das Abseits aufgehoben hatte.

Das Pfeifkonzert im mit 36 664 Zuschauer fast ausverkauften Weserstadion war nicht zu überhören, genauso wenig wie die immer wiederkehrenden Unmutsäußerungen der Fans nach Fehlern von Abdennour, Prödl, aber auch Mesut Özil, der nur selten auftrumpfen konnte. Coach Thomas Schaaf reagierte und brachte nach der Pause in Hugo Almeida für Mittelfeld-Mann Borowski einen zweiten Angreifer. Doch der Schuss ging erst mal nach hinten los. Der starke Frings konnte nun als alleiniger Sechser die Gäste kaum noch aufhalten. Doch zum Glück präsentierte sich Wiese in Bestform und rettete sowohl gegen Hleb (53.) als auch gegen Cacau (57.).

Nun griff Schaaf ganz tief in die Trickkiste: Prödl raus, Markus Rosenberg rein – und der Stürmer sollte die Gäste tatsächlich als Rechtsverteidiger unter Druck setzen. Der Schwede machte seine Sache gar nicht schlecht, aber Almeida machte seine noch besser: Der Portugiese hielt nach 75 Minuten vom Strafraumeck aus einfach mal drauf und überraschte damit den bis dahin so starken Jens Lehmann. „Den kann ich halten“, gestand der VfB-Keeper anschließend.

Werder war durch den Anschlusstreffer zurück im Spiel, gab nun endlich Vollgas – und wurde von Schiedsrichter Brych belohnt. Der entschied nach einem Zweikampf zwischen Marko Marin und Stefano Celozzi sofort auf Strafstoß, den Frings sicher zum 2:2 verwandelte (81.). „Das war ein klares Foul. Ich bin schneller als mein Gegenspieler, und er trifft mich dann“, erklärte Marin. Lehmann hatte es (aus fast 100 Metern Entfernung) anders gesehen: „Marin legt sich den Ball zu weit vor, sieht dann, dass da Celozzi steht, und lässt sich in dessen Bein fallen. Aber für den Schiedsrichter ist das schwer zu sehen.“

Ärger also hüben wie drüben. Freuen mochte sich über den Punktgewinn keiner. Werder-Profi Per Mertesacker hatte nur einen Wunsch: „Ich hoffe, dass wir am Donnerstag in Valencia wieder etwas mehr Spieler zur Verfügung haben.“

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