Zoo dementiert Tötungs-Pläne

Zweite Giraffe Marius muss nicht sterben

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Sein Schicksal berührte Menschen auf aller Welt: Giraffen-Junge Marius.

Kopenhagen/Moskau - Der Zoo in Kopenhagen verfütterte die junge Giraffe Marius an seine Löwen. Tierfreunde sind aufgeschreckt. Und andere Zoos äußern sich zur Zukunft ihrer Giraffen

Die Schlachtung des Giraffenjungen Marius im Kopenhagener Zoo hat mehrere Tierparks in Europa zu Reaktionen gezwungen. Ein anderer dänischer Zoo dementierte Berichte, er wolle ebenfalls eine Giraffe töten.Dabei geht es um ein Tier, das zufällig auch Marius heißt.

„Es gibt keinen solchen Plan, es hat ihn auch nie gegeben“, teilte der Jyllands Park Zoo bei Videbæk in Jütland am Freitag mit. Auch die Zoos in Frankfurt am Main und in Magdeburg erklärten, eine Tötung ihrer Junggiraffen komme keinesfalls infrage.

Medienberichte über die mögliche Tötung der siebenjährigen Giraffe in Videbæk seien von der Möglichkeit ausgegangen, der Zoo könne für ein Zuchtprogramm ein Weibchen bekommen, sagte der Zoologe Jesper Møhring-Jensen der Nachrichtenagentur dpa. Eine Pflegerin hatte dazu erklärt, dass dann Marius als älterer von zwei Giraffenbullen verlegt werden müsse, um einen Kampf um das Weibchen zu vermeiden. Sollte eine Verlegung unmöglich sein, käme auch eine Tötung in Betracht.

Der Zoo stellte am Freitag aber klar, dass er in absehbarer Zeit kein Weibchen erhalten werde und sich die Frage deshalb gar nicht stelle. Zunächst würde der Tierpark in einem solchen Fall ohnehin versuchen, die Giraffe in einem anderen Zoo unterzubringen, betonte Møhring-Jensen.

Tschetschenien bietet sich als Giraffen-Exil an

Interessenten gäbe es schon: Die berühmten Artisten Sapaschny vom Moskauer Staatszirkus boten am Freitag an, das Tier auf eigene Kosten nach Russland bringen lassen. Die Giraffe solle dann aber nicht im Zirkus auftreten. Vielmehr hätten mehrere russische Zoos ihr Interesse an dem Tier bekundet, sagten die für ihre Pferdenummern bekannten Brüder Edgard und Askold Sapaschny der Agentur Ria Nowosti. Sie rechnen in einem solchen Fall mit Kosten von rund 90 000 Euro.

„Mir scheint, das ist keine allzu große Summe, um ein unschuldiges Tier zu retten“, sagte Zirkusdirektor Edgard Sapaschny. Auch das frühere Kriegsgebiet Tschetschenien bot sich als Giraffen-Exil an. Dem tschetschenischen Herrscher Ramsan Kadyrow, der Löwen und Tiger in seinem Privatzoo hält, werfen Kritiker schwerste Menschenrechtsverletzungen vor.

Die Kopenhagener Giraffe Marius war am Sonntag betäubt und erschossen worden, weil im Giraffengehege kein Platz für ihn war. In einen anderen Tierpark konnte er nicht umziehen, weil die Gefahr der Inzucht dem Zoo zufolge zu groß gewesen wäre. Teile der Giraffe wurden an die Löwen verfüttert.

In Frankfurt komme anders als in Kopenhagen die Tötung eines gesunden Jungtiers nicht infrage, sagte der dortige Zoodirektor Manfred Niekisch. Das jüngste Mitglied der Frankfurter Giraffenfamilie ist noch keine zwei Wochen alt, aber schon recht sicher auf den langen Beinen. Der kleine Bulle, der am 4. Februar geboren wurde, entwickele sich prächtig, sagte Niekisch. In Magdeburg war am Mittwoch ein Giraffenmännchen auf die Welt gekommen, dem nach Angaben des Zoos ebenfalls keine Gefahr droht.

dpa

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