Sie waren auf der ISS

Zurückgekehrte Raumfahrer haben Probleme

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Die russische Raumkapsel landete in Kasachstan.

Moskau  - Erstmal sitzen: Drei Raumfahrer sind von der ISS zurückgekehrt. Die Heimkehrer müssen sich erst wieder an die Schwerkraft gewöhnen. Unterdessen verunsichert eine russische Ankündigung die USA.

Drei Raumfahrer der Internationalen Raumstation ISS sind in der Steppe Kasachstans gelandet. In den sechs Monaten zuvor hatten sie etwa 127 Millionen Kilometer zurückgelegt und mehr als 3000 Mal die Erde umrundet. Am Mittwoch kehrten sie wohlbehalten aus dem All zurück. Am Tag zuvor hatte die Ankündigung Russlands für Aufregung gesorgt, die ISS nach 2020 nicht mehr mitbetreiben zu wollen. Dennoch äußerte das US-Außenministerium Hoffnung, an der Kooperation mit den Russen festhalten zu können.

Der Russe Michail Tjurin, der US-Amerikaner Rick Mastracchio und der Japaner Koichi Wakata schwebten von einem Fallschirm gebremst in einer russische Sojus-Kapsel zu Boden. Sie landeten bei blauem Himmel in Zentralkasachstan. Die drei Männer hatten insgesamt 188 Tage - seit Anfang November - auf dem Außenposten der Menschheit gearbeitet und zahlreiche Experimente durchgeführt. Eine wichtige Aufgabe hatten sie bereits gleich zu Beginn erfolgreich erledigt: Die Raumfahrer brachten eine Fackel der Olympischen Winterspiele 2014 ins All, die während eines Außeneinsatzes im Weltraum präsentiert wurde.

Nach der Landung mussten die Heimkehrer die erste Zeit auf Klappsesseln verbringen. Ihre Muskeln sind nach der langen Zeit in der Schwerelosigkeit geschwächt. In Decken gehüllt und mit Tee versorgt, winkte das Trio in die Kameras.

„Alle Raumfahrer fühlen sich wohl“, sagte ein Sprecher des Flugleitzentrums in Koroljow bei Moskau der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass. Das Raumschiff war etwa dreieinhalb Stunden zuvor von der ISS abgedockt, nachdem Wakata als erster japanischer ISS-Kommandeur die Aufsicht an den US-Astronauten Steven Swanson übergeben hatte.

Auf der ISS in mehr als 400 Kilometern Höhe halten zunächst insgesamt drei Raumfahrer Wache, außer Swanson noch die Russen Alexander Skworzow und Oleg Artemjew. Ihre Verstärkung steht schon in den Startlächern: Am 28. Mai soll der deutsche Geophysiker Alexander Gerst (38) zusammen mit dem Russen Maxim Surajew und dem US-Amerikaner Reid Wiseman vom Weltraumbahnhof Baikonur starten.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa reagierte verhalten auf die Ankündigung von Russlands Vizeregierungschef Dmitri Rogosin, in sechs Jahren aus dem ISS-Projekt auszusteigen. Sogar in Zeiten des Kalten Krieges sei die Kooperation im Kosmos ein Aushängeschild gewesen. „Wir haben keine offizielle Mitteilung der russischen Regierung erhalten über irgendwelche Änderungen in der Zusammenarbeit.“

Die US-Regierung bleibt hoffnungsvoll: „Wir haben in unserem Weltraumprogramm eine lange Kooperation mit den Russen gehabt und hoffen, dass wir gemeinsam weitermachen können“, sagte Außenamtssprecherin Jen Psaki am Dienstag (Ortszeit) in Washington. Beobachter gehen davon aus, dass der Schritt auch eine Reaktion auf US-Sanktionen gegen russische Politiker und Unternehmer im erbitterten Ukraine-Konflikt ist.

dpa

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