Totes Baby in Tiefkühltruhe entdeckt

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In diesem Erfurter Wohnhaus wurde ein Baby in einer Tiefkühltruhe gefunden.

Erfurt - In einem Erfurter Wohnhaus wurde ein Baby in einer Tiefkühltruhe gefunden. Nähere Informationen soll die Opduktion des Säuglings bringen.

Grausiger Fund in einer Erfurter Wohnung: In einer Tiefkühltruhe lag ein totes Kleinkind. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt die 37 Jahre alte Mutter, es getötet zu haben. Wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte, soll eine Obduktion Aufschluss über die genauen Todesumstände geben. Erst vor zwei Jahren wurden - ebenfalls in Erfurt - zwei Babyleichen in einer Kühltruhe gefunden.

Der tote Junge war am Dienstagabend entdeckt worden, als nach dpa- Informationen die Wohnung ausgeräumt werden sollte. Nach ersten Ermittlungen war das Kind vor etwa anderthalb Jahren auf die Welt gekommen. Die Mutter wurde inzwischen vernommen, ihre Aussagen werden überprüft. Wegen des Zustandes der Leiche ist die Obduktion der Leiche laut Staatsanwaltschaft erst für Donnerstag geplant.

Ein Sprecher des thüringischen Sozialministeriums sagte, die Mutter lebe illegal in Deutschland. Er zitierte Ministerin Christine Lieberknecht (CDU), die von einem “schrecklichen Verbrechen“ sprach. Nach Angaben der Ermittler wohnt sie schon mehrere Jahre in Erfurt, sie soll russische Staatsangehörige sein. Nach Angaben der Stadtverwaltung war sie weder dem Jugendamt noch einem anderen städtischen Amt bekannt. Ihre Wohnung in einem frisch sanierten Mehrfamilienhaus am Erfurter Nordbahnhof liegt in einem sehr einfachen Wohnquartier am Rande eines Industriegebiets.

Weitere Schritt erst nach der Opduktion

Laut Staatsanwaltschaft ist zur Zeit kein Haftantrag gegen die Frau möglich. Bevor das Obduktionsergebnis feststehe, könne nicht gesagt werden, ob das Baby einem Verbrechen zum Opfer gefallen oder ob es bereits tot war, als es in die Kühltruhe gelegt wurde. Am Mittwochnachmittag war die Frau noch in Polizeigewahrsam.

Die Landtagsfraktion der Linken forderte “umfassende Aufklärung“. Es stelle sich die Frage, ob Hilfsmaßnahmen Eltern in schwierigen Lebenssituationen wirklich erreichten, sagte Fraktionsvize Margit Jung laut einer Mitteilung. Hilfen müssten auch anonym in Anspruch genommen werden können. Vorbeugende Maßnahmen gingen offenbar an Menschen ohne regulären Aufenthalt vorbei.

In dem früheren Fall waren im April 2007 die Leichen zweier Babys in einem Tiefkühlfach einer Erfurter Wohnung gefunden worden. Ein 15- Jähriger hatte sie bei der Suche nach Essen entdeckt. Seine Mutter gestand, die Kinder 2002 und 2004 zur Welt gebracht zu haben, wobei sie gestorben seien. Das Landgericht Erfurt stufte diese Aussagen anhand eines Gutachtens als “Schutzbehauptungen“ ein und verurteilte sie im November 2007 zu zwölf Jahren Haft wegen zweifachen Totschlags.

dpa

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