Tote in Indien: Sikhs mit Säbeln auf der Straße

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Aufgebrachte Sikhs protestieren mit Säbeln in Amritsar (Indien). 

Neu Delhi  - Nach dem Tod eines Sikh-Predigers bei einer Schießerei in Wien haben heftige Ausschreitungen im nordindischen Bundesstaat Punjab mindestens zwei Menschenleben gefordert.

Wie die Nachrichtenagentur PTI am Montag berichtete, erschossen Sicherheitskräfte im Distrikt Jalandhar zwei Anhänger des getöteten Predigers. Mindestens vier weitere Menschen seien verletzt worden. Zuvor hatten mit Säbeln bewaffnete Sikhs Straßen und Schienen blockiert sowie Autos und Eisenbahnwaggons angezündet. Zudem griffen aufgebrachte Sikhs nach Medienberichten eine Polizeistation an.

Die indischen Behörden verhängten unterdessen eine Ausgangssperre über Jalandhhar und weitere Teile Punjabs. Die Armee wurde in Alarmbereitschaft versetzt. Vor Sikh-Tempeln wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Premierminister Manmohan Singh, selbst Angehöriger der Sikh-Religionsgemeinschaft, verurteilte den Gewaltausbruch in Punjab scharf und rief die Menschen dazu auf, “Ruhe und Ordnung“ wiederherzustellen.

Am Sonntag waren bei einer Schießerei in einem Sikh-Tempel (Gurudwara) in Wien mindestens 16 Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt worden. Eine Gruppe von sechs turban-tragenden Gläubigen aus einem anderen Tempel war während einer religiösen Zeremonie aufgesprungen, feuerte auf zwei Prediger und wurde ihrerseits von Mitgliedern der attackierten Sikh-Gruppe angegriffen.

Der aus Indien angereiste Prediger Sant Rama Nand wurde bei der Schießerei so schwer verletzt, dass er kurz nach einer Notoperation starb. Rama Nand hatte auch in Indien viele Anhänger, vor allem unter den Sikh-Gläubigen aus niederen Kasten. Etwa zwei Prozent der mehr als eine Milliarde Inder sind Sikhs. Die meisten davon leben im Bundesstaat Punjab.

dpa

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