Reparatur im All: "Hubble" wieder mit Weitblick

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Die US-Astronauten John Grunsfeld und Andrew Feustel eine neue Weitsicht-Spezialkamera.

Washington - Über Sieben Stunden schuffteten die Astronauten in der Schwerelosigkeit, dann war die Reparatur des Weltraumteleskops "Hubble" gelungen. Wegen herumfliegendem Weltraumschrott eine riskante Mission.

Donnerstagnacht installierten die US-Astronauten John Grunsfeld und Andrew Feustel eine neue Weitsicht-Spezialkamera, die noch wesentlich weiter als frühere Modelle in die unendlichen Weiten des Universums schauen kann. Die Installation zählt zu den wichtigsten Arbeiten der fünften und letzten Wartung des Teleskops, das damit noch mindestens fünf Jahre weiterarbeiten soll. Neben kleineren Reparaturen ersetzten die Spezialisten in mehr als 500 Kilometer Höhe über der Erde auch einen Computer, der das Teleskop kontrolliert und Informationen zur Erde sendet.

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Der Außeneinsatz der beiden Amerikaner begann mit leichter Verspätung gegen 15.00 Uhr MESZ und dauerte mit mehr als sieben Stunden etwa eine halbe Stunde länger als ursprünglich geplant. Das Manöver galt als sehr riskant, da die Astronauten mit umherfliegendem Weltraum-Müll rechnen mussten.

Die Reparatur war auf NASA-TV und im Internet zu verfolgen. “Ah, das ist fantastisch“, sagte Grunsfeld als er aus dem Raumschiff “Atlantis“ ins All schwebte. In den Helmen der beiden Männer waren Kameras eingebaut, damit das NASA-Kontrollzentrum in Houston (US-Bundesstaat Texas) sowie die Internet-Zuschauer jeden Handgriff verfolgen konnten.

Während der elftägigen Wartungsmission sind insgesamt fünf Außeneinsätze vorgesehen. Für den Freitag ist die Auswechslung mehrerer Batterien und Gyroskope geplant. Gyroskope sind Schwingkreisel, die eine exakte Ausrichtung des Teleskops erlauben. Beim dritten Weltraumspaziergang am Samstag geht es um die Einrichtung eines “Cosmic origins Spectograph“. Dieser soll bislang unerreichte Blicke auf schwach glimmende kosmische Objekte im Bereich der ultravioletten (UV) Strahlung ermöglichen. Außerdem wird eine weitere Kamera repariert.

Am siebten Tag der “Atlantis“-Mission stehen Reparatur und Aufrüstung des “Space Telescope Imaging Spectrographs“ an, der seit 2004 nicht mehr funktioniert. Dies gilt als handwerklich anspruchsvollste Aufgabe, bei der die Astronauten rund 100 kleine Schrauben anzubringen haben. Außerdem sind isolierende “Stahldecken“ zu montieren, die besonders sensible “Hubble“-Teile vor den enormen Temperaturschwankungen schützen sollen. Beim letzten Ausstieg am achten Missionstag werden wiederum Batterien sowie ein Sensor ersetzt.

Am Mittwoch hatte die Besatzung des Space Shuttle das Teleskop im Weltraum eingefangen. Dabei fuhr die US-Astronautin Megan McArthur einen 15 Meter langen Greifarm des Shuttle aus und holte sich das elf Tonnen schwere Teleskop heran, um es in die Ladebucht von “Atlantis“ zu hieven.

dpa

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