Mordanschlag auf Königin Beatrix mit dem Auto

+
Ein Polizist und ein Radfahrer kümmern sich um einen Verletzten.

Amsterdam - Ein Mordanschlag mit einem Auto auf Königin Beatrix hat sieben Menschen das Leben gekostet. Die Monarchin selbst blieb unverletzt. Der Attentäter ist mittlerweile an seinen Verletzungen gestorben.

Sehen Sie hier das Video

Ein 38-jähriger Amokfahrer, der die Tat vor Polizisten eingestand, raste am Königinnentag - dem Nationalfeiertag des Landes - in der Stadt Apeldoorn mit seinem Kleinwagen durch Absperrungen und durch eine Zuschauermenge in Richtung des Festbusses der königlichen Familie. Zwei Frauen und drei Männer wurden dabei getötet, 12 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen - unter ihnen Kinder und Mitglieder einer Kapelle.

Die Bilder von der Amokfahrt

Amokfahrt vor den Augen der Königin

Einen Terroranschlag konnte die Polizei rasch ausschließen. Sie geht von persönlichen Motiven aus. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sagte der 38-jährige Holländer Polizisten nach der Bluttat, sein Ziel sei die königliche Familie gewesen. Der Mann verfehlte jedoch den Festbus, in dem die Monarchin an Zehntausenden Schaulustigen vorbeifuhr, um mehrere Meter und prallte gegen ein Denkmal. Er wurde schwer verletzt und in einem Krankenhaus operiert. Sein Zustand sei kritisch, teilte die Polizei mit.

Lesen Sie auch:

Attentäter stirbt an seinen Verletzungen.

In Medienberichten hieß es, der mutmaßliche Attentäter sei wahrscheinlich ein verzweifelter Arbeitsloser. Der Halter des Wagens, dessen Wohnung in Huissen südlich von Arnheim durchsucht wurde, habe seinen Job verloren und sei nicht mehr in der Lage gewesen, seine Miete zu bezahlen, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP am Donnerstag. Die Polizei bestätigte die Wohnungsdurchsuchung, wollte sich aber nicht weiter zur Identität des Amokfahrers äußern. Abgesehen von dem Anschlag auf das Königshaus werde er wegen mehrfachen Totschlags oder sogar Mordes angeklagt, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Das dramatische Geschehen während des traditionellen Umzugs der Königsfamilie wurde weitgehend live vom Fernsehen übertragen. Millionen Niederländer sahen, wie der bereits stark beschädigte schwarze Kleinwagen des mutmaßlichen Attentäters hinter den Absperrungen Menschen zu Boden riss. Sie erlebten mit, wie der Mann dann offenkundig die Kontrolle über sein Auto vom Typ Suzuki Swift verlor und dicht neben dem königlichen Bus gegen ein Denkmal raste. Er musste aus dem zertrümmerten Wagen herausgeschweißt werden.

In dem Bus standen Kronprinz Willem-Alexander (42) und seine Frau Máxima (37) auf und hielten sich die Hände vor den Mund, blankes Entsetzen in den Augen. Wie es schien, sah die 71-jährige Königin selbst den Aufprall des Autos nicht, hörte ihn aber und drehte sich um, als ihr Bus weiterfuhr, berichteten Zeugen.

Königin Beatrix wandte sich später erkennbar aufgewühlt in einer Fernsehansprache an die Nation. Sie sei zutiefst geschockt und traurig über das Geschehene, erklärte die Monarchin. Es sei unfassbar, dass so etwas passieren konnte. Die Königin sprach allen Verletzten sowie den Angehörigen der Getöteten ihr tief empfundenes Beileid aus. Zugleich sagte sie alle offiziellen Feiern zum Königinnentag ab. Auch Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende äußerte Bestürzung. Der Königinnentag, der so fröhlich begonnen habe, sei "ein trauriger Tag" geworden.

Nach der blutigen Amokfahrt versuchten Zuschauer und Rettungsdienste, Schwerverletzte zu reanimieren. "Das ist ein Blutbad, furchtbar", sagte ein Frau unter Tränen vor den laufenden Fernsehkameras. "Anschlag, das kann doch nur ein Anschlag sein", fügte ein Mann hinzu. Die Polizei startete sofort einen Großeinsatz -zum Schutz der königlichen Familie sowie zur Klärung der Hintergründe des grauenvollen Geschehens. Niederländische Medien erwähnten ausdrücklich die weiße Hautfarbe des mutmaßlichen Attentäters. Damit sollte offenkundig deutlich gemacht werden, dass es sich nicht um die Tat eines Mannes aus der islamistischen Szene handelte.

Im Jahr 2004 hatte ein muslimischer Attentäter den islam-kritischen Regisseur Theo van Gogh erschossen. Daraufhin war es zu gewalttätigen Übergriffen auf Moscheen und gegen Muslime gekommen. Der Königinnentag wird normalerweise auf unzähligen Partys von Millionen von Menschen ausgelassen gefeiert. In diesem Jahr gab es noch einen besonderen Grund dafür - Beatrix' Mutter, die 2004 gestorbene Ex-Königin Juliana, die als "Mutter der Nation" verehrt wurde, wäre am Donnerstag 100 Jahre alt geworden. In vielen Städten wurden Partys abgesetzt, ebenso wie weltweit Empfänge niederländischer Botschaften.

Das könnte Sie auch interessieren

Hier müssen Sie jetzt draufzahlen - und wo Sie viel sparen können

Hier müssen Sie jetzt draufzahlen - und wo Sie viel sparen können

Neue FC-Bayern-Dienstwagen: Ein Star erstaunlich PS-bescheiden - ein anderer fährt Hybrid

Neue FC-Bayern-Dienstwagen: Ein Star erstaunlich PS-bescheiden - ein anderer fährt Hybrid

Diese 10 Dinge sollten Sie aus Ihrer Küche entfernen

Diese 10 Dinge sollten Sie aus Ihrer Küche entfernen

Entwarnung nach Terrorangst in Londons Einkaufsviertel

Entwarnung nach Terrorangst in Londons Einkaufsviertel

Meistgelesene Artikel

US-Kampfjet-Pilot zeichnet riesiges Geschlechtsteil an den Himmel - Militär stinksauer

US-Kampfjet-Pilot zeichnet riesiges Geschlechtsteil an den Himmel - Militär stinksauer

Schweres Busunglück in Kolumbien: Mindestens 14 Tote

Schweres Busunglück in Kolumbien: Mindestens 14 Tote

Charles Manson ist tot: Mörder, Sektenführer und perverse Pop-Ikone

Charles Manson ist tot: Mörder, Sektenführer und perverse Pop-Ikone

10.000 Fälle betroffen: Daten in britischem Labor manipuliert

10.000 Fälle betroffen: Daten in britischem Labor manipuliert

Kommentare