John Demjanjuks Weg nach Bayern

Flossenbürg - Der am Dienstag nach Deutschland ausgelieferte mutmaßliche NS-Verbrecher John Demjanjuk soll gegen Ende des Krieges für die Nazis in Bayern gearbeitet haben.

Laut der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg wurde Demjanjuk im Oktober 1943 aus Polen nach Flossenbürg abkommandiert. Nach den Unterlagen der Gedenkstätte wurde der Ukrainer mit der Dienstnummer 1393 damals in der Oberpfalz mit Gewehr und Bajonett ausgerüstet. Mindestens bis Dezember 1944, möglicherweise auch länger, soll Demjanjuk dann in Flossenbürg als Wachmann gedient haben. Demjanjuk soll 1942 als Soldat der Roten Armee in Kriegsgefangenschaft geraten sein.

Wie auch andere Gefangene soll er sich dann entschieden haben, mit den deutschen Truppen zu kooperieren. Daher wurde er nach den Ermittlungen zunächst im besetzten Polen als KZ-Aufseher in Sobibor eingesetzt. Nach dem Krieg soll Demjanjuk vorübergehend in Landshut, Regensburg und Bad Reichenhall gewesen sein und auch in einem Lager in Feldafing bei München. Dies ist der Grund dafür, dass nun Staatsanwälte aus München gegen Demjanjuk ermitteln. Vor seiner Ausreise 1952 über Bremerhaven in die USA soll Demjanjuk auch noch zeitweise in verschiedenen Städten Baden-Württembergs gelebt haben.

dpa

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