Kokainspuren: Red Bull nimmt Cola vom Markt

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Cola von Red Bull muss wegen Kokain-Spuren vorübergehend aus dem Handel genommen werden.

Frankfurt am Main - Nach dem Fund von Kokainspuren in einer Cola des Kultherstellers Red Bull ist das Getränk auch in Bayern aus dem Verkehr gezogen worden.

Man sei mit der Firma in Kontakt und bearbeite den Vorgang intensiv, sagte der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, am Sonntag der Nachrichtenagentur AP. Auch in anderen Bundesländern darf die Cola derzeit nicht verkauft werden, auch wenn eine Gefährdung ausgeschlossen wird. Auch Red Bull hält sein Produkt für unbedenklich.

Ausgangspunkt der Aktion war eine Stichprobe des nordrhein-westfälischen Landesinstitutes für Gesundheit und Arbeit. Die Chemiker fanden in dem Getränk eine sehr geringe Konzentration von 0,4 Mikrogramm Kokain je Liter. “Es bestand keinerlei Gefahr“, sagte der Sprecher des NRW-Verbraucherministeriums, Wilhelm Deitermann. Allerdings falle das Getränk wegen der Spuren unter das Betäubungsmittelgesetz. Nordrhein-Westfalen leitete seine Erkenntnisse an das Bundesverbraucherministerium weiter, das die anderen Bundesländer informierte.

In Nordrhein-Westfalen wurde nach Angaben des Ministeriums etwa der Handelskonzern Rewe angewiesen, die Cola aus dem Programm zu nehmen. “Wir halten in Bayern einen vorläufigen Verkaufstopp für angezeigt, bis alles geklärt ist“, sagte auch der Landesamtschef Zapf. Auch Hessen und Rheinland-Pfalz zogen die Cola aus dem Verkehr. “Da darf einfach kein Kokain drin sein“, sagte der Sprecher des Wiesbadener Verbraucherministeriums, Christoph Zörb.

Blätter von Kokastrauch verwendet

Red Bull verwendet nach eigener Mitteilung für sein Getränk einen Extrakt aus Kokablättern, aus dem Kokain entzogen wurde. “Aktuelle Analyseergebnisse haben bestätigt, dass der verwendete Blattextrakt unbedenklich ist“, teilte das Unternehmen mit. Die Cola gelte wie andere Lebensmittel mit Kokablattextrakt in der Europäischen Union und in den USA als unbedenklich und verkehrsfähig. Man sei mit den Behörden in Kontakt. Zuständig für die Lebensmittelsicherheit sind in Deutschland ausschließlich die Bundesländer.

Das Bundesverbraucherministerium leitete nach eigenen Angaben die Informationen aus Nordrhein-Westfalen lediglich an andere Länder weiter. Teile des Kokastrauchs (Erythroxylum coca) werden in einigen Lebensmitteln verwendet. Allerdings wird das süchtigmachende Kokain vorher entzogen. In den Andenstaaten Ecuador, Peru und Bolivien wird Koka seit Jahrhunderten gekaut oder als Tee getrunken. Der bolivianische Präsident Evo Morales setzt sich zum Beispiel dafür ein, dass Koka von der UN-Liste für verbotene Rauschmittel gestrichen wird. In Südamerika wird Koka in Bier, Wien, Gebäck, Mehl und anderen Produkten verwendet.

AP

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