„Wenn ihr das hört, bin ich bereits tot“

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Nachricht aus dem Jenseits: Rodrigo Rosenberg kündigt seine Ermordung an.

Ein Jurist kündigt in einem Video das Unglaubliche an: Guatemalas Präsident wird ihn ermorden lassen. Kurz darauf wird der Mann tatsächlich erschossen. Guatemala ist erschüttert.

Mordanklage aus dem Jenseits: Der 48-jährige Jurist Rodrigo Rosenberg wurde am Sonntag, 10. Mai, auf offener Straße in Guatemala City erschossen. Kurz darauf wurden zwei Videos auf Youtube hochgeladen, die wenige Tage zuvor aufgenommen wurden. Darin kündigt Rosenberg seine Ermordung an und nennt die Täter: Guatemalas Präsident Alvaro Colom, seine Frau und sein Privatsekretär Gustavo Alejos.

„Wenn Sie diese Nachricht lesen, heißt es dass ich, Rodrigo Rosenberg Marzano, ermordet wurde“ - die einleitenden Worte seines Abschiedsbriefes lassen den Leser erschauern. Rosenberg hatte den Tod zwei seiner Klienten erforscht, des 74-jährigen Khalil Musa und seiner Tochter Marjorie. Khalil Musa war Geschäftsmann und wurde vom Präsidenten gebeten, einen Posten in der staatlichen Bank Banrural anzunehmen. Nach drei Monaten kündigte Musa, weil sein guter Ruf dazu benutzt würde, den Anschein zu erwecken, in der Bank würden keine krummen Geschäfte mehr gemacht. Musa und seine Tochter wurden ermordet, von den Tätern fehlt jede Spur. Nach eigenen Ermittlungen will der Jurist Rosenberg aufgedeckt haben, dass der Präsident und ihm nahestehende Geschäftsmänner in ein Netz aus Korruption verstrickt sind, schreibt Welt Online. Man habe ihm gedroht, sich aus dem Fall rauszuhalten.

Die Zeitung El Periodico hatte sowohl die Videos als auch den Abschiedsbrief in einem Artikel behandelt. Die TV-Sender vermeiden die Geschichte und diskreditieren die Zeitung, schrieb ein Mann aus Guatemala an das amerikanische Blog BoingBoing, der die Geschichte über die Landesgrenzen hinaus bekannt machen will. In den Kommentaren hat jemand den Abschiedsbrief vom Spanischen ins Englische übersetzt.

Nach 24 Stunden ging Präsident Colom an die Öffentlichkeit mit den Worten: „Erstens bin ich kein Mörder, zweitens bin ich kein Drogendealer – und im Übrigen ist alles, was Rosenberg sagt, völlig sinnlos.“ Tags darauf gingen die Bürger auf die Straße. Colom versicherte, das FBI in die Ermittlungen einzuschalten. Dennoch mehren sich Stimmen, die den Rücktritt des Präsidenten fordern, solange der Fall nicht aufgeklärt ist.

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